Fugelfrey

Die Da-Da und Fluxus-Abteilung. Nonsens. Ironie. Satire. Karikatur. Surrealistisches. Montagen. Gags.

 

 

 

 

 

 

13/22

Montag, 19.August 2013

MONTAGSFRAGEN & MONTAGSANTWORTEN ZUM SONNTAGSBRATEN

Beantwortet von Päps & Pelz

 

1

Herr Wilfried Jung-Plattler aus Wanne-Eickel fragt per SMS an:

 

„Sacht ma Leute dat mit den Weggiday kann doch wohl für den Sonntag nich gültig sein da gibt dat doch weiterhin Sonntagsbraten oder?“

 

Päps: Lieber Herr Jung-Plattler, da werden wir wohl gemeinsam den Ausgang der Bundestagswahl im September abwarten müssen. Es ist zu befürchten, dass es bei einem Regierungswechsel zu einer Neuordnung der Wochentage kommen wird. Wie aus gut informierten Kreisen zu hören ist, planen die GRÜNEN die komplette Abschaffung des Sonntags zugunsten eines weltweiten NoDays (auf Deutsch: Neintag), an dem dann weder Kirche, noch Sport, noch Autofahren und schon gar nicht Essen erlaubt sein soll. Dann ist wohl Schluss mit dem Sonntagsbraten und mit diesen fürchterlichen Fertigsoßen, deren Düfte, die aus den Dunstabzugsanlagen hinausgepustet werden,  die gesamte Luft in der Umgebung verpesten.

 

 

2

Frau Luise Schulz aus Herten/Disteln fragt per E-Mail an:

 

„Liebe Bremer, ich hätte da einmal eine Frage. Und zwar wie geht das eigentlich genau, dass in Eure Weser mal Wasser drinne ist und mal nicht. Das ist mir bei mein letzten Besuch in Bremen aufgefallen.“

 

Pelz: Sehr geehrte Frau Schulz, das haben sie richtig beobachtet. Als Antwort kann ich Ihnen übermitteln, dass das mit dem Wasserversorgungssystem in Bremen zusammenhängt. Hier ist das in einem Jahreswasserkalender so geregelt, dass zu festgelegten Zeiten alle Haushalte aus der Weser Wasser entnehmen dürfen, und dass dann ca. 6 Stunden später das gebrauchte Wasser wieder zurückgegeben werden darf an die Weser. So erklären sich die unterschiedlichen Wasserstände in dem Fluss. Wenn Ihnen möglicherweise jemand weißmachen will, dass das mit Ebbe und Flut der Nordsee zu tun habe, dann glauben Sie ihm bitte nicht, denn die Nordsee liegt ca. 100 km von Bremen entfernt!

 

 

3

Ein Anonymus mit der gefakten E-Mail-Adresse feigesau@hotmail.de hat uns folgende Sonntagsfrage gestellt:

 

„Hallo ihr alten Säcke vom ALTER-VOGEL-BOTE. Ich habe eure Vogel-Seite zufällig entdeckt. Glaubt ihr denn wirklich das diesen Mist und diesen Schwachsinn irgend einer lesen will? Das interessiert doch keine Sau. Meldet euch doch lieber zur Rentnereinkaufsfahrt zum Bauernhof im Münsterland an da könnt ihr euch Schweine und Säue im Original anschauen und gleich Fleisch und Wurst mitnehmen.“

 

Grundsätzlich beantworten wir keine anonymen Schreiben, hier jedoch wollen wir einmal eine Ausnahme machen.

Päps:  Sehr geehrte „feigesau“, dass Sie sich hinter einer gefakten E-Mail-Adresse verstecken, spricht schon einmal 100%ig gegen Sie. Aber davon wollen wir gerne einmal absehen, da wir vermuten, dass Sie unter krankheitsbedingten Störungen Ihres Selbstbewusstseins und Ihres Sozialverhaltens leiden. Ob Sie es glauben oder nicht, liebe „feigesau“, unser Schwachsinn und unser Mist, wie Sie es auszudrücken sich haben nicht nehmen lassen, wird tatsächlich gelesen. Wir haben eine kleine, aber feine Lesergemeinde, und damit sind wir sehr zufrieden. Schließlich wollen wir ja kein billiges Groschenblatt, so wie sie es wahrscheinlich täglich lesen werden, produzieren, sondern etwas ganz Eigenes und Spezifisches. Das mag nicht jedermanns Geschmack treffen. Wie wir sehen, gehören Sie zu der Gruppe, die einen anderen Geschmack hat als der ALTE-VOGEL-BOTE. Das ist ein Kennzeichen unserer demokratischen Kultur, dass nicht alle gleich sind und nicht alle gleich denken. Und schön ist doch auch, dass im Internet jetzt alle Bevölkerungsgruppen die Möglichkeit haben sich zu äußern, und nicht nur die Journalisten und sonstigen Schreiber. Selbst wir Schwachsinnigen haben jetzt die Möglichkeit unseren Scheiß zu verbreiten. Und selbst Sie als feige, blöde Sau können Ihre Jauche verbreiten. Ist das nicht schön? Bezüglich der Rentnereinkaufsfahrt kann ich Ihnen mitteilen –Duplizität der Ereignisse-, dass mein Kollege Pelz und ich uns gerade vorgestern zu einer Bauernhoffahrt ins Münsterland angemeldet haben. Wir können Ihnen anbieten, dass wir Ihnen etwas mitbringen. Wenn Sie Bedarf an Fleisch, Wurst, Knipp oder Grütze haben, dann melden Sie sich bitte noch einmal bei uns – dann aber bitte unter Angabe Ihres richtigen schweinischen Namens, Ihrer Saustalladresse und Ihrer verpesteten wahren E-Mail-Adresse

 

 

 

 

 

 

 

 

 


13/33

Dienstag 02.April 2013

 

ÖSTERLICHE NACHBETRACHTUNG EINES ATHEISTEN

oder: die Würdigung des gefärbten Eies

von Uli Pelz

 

 

Egal, ob wir Ungläubigen nun unsere Zweifel haben an der Geschichte vom ans Kreuz geschlagenen Jesus, vom leeren Grab und der später stattfindenden Himmelfahrt, wir werden als Heiden unwillkürlich hineingezogen in den feierlichen Bann dieses, wie die Christenmenschen ja sagen, heiligsten Festes der gesamten Christenheit. Nicht nur, dass auch wir am Kreuzigungstag  ausschließlich gedünsteten oder gebratenen Fisch zu uns nehmen, in Ausnahmefällen auch geräucherten. Nein, wir nehmen sogar teil an den unkoscheren Schlachtungen von kleinen niedlichen Osterlämmchen und treffen uns mit der gesamten Sippschaft zum österlichen Verzehr der Lämmchen oder anderer geschlachteter Tierchen. Es können, da gibt es bei den Christenmenschen keine dogmatischen Vorschriften wie bei anderen schweinefeindlichen Religionen, auch Kälbchen sein und Häschen, auch wird Rindfleisch auf den Tisch gebracht zu Ostern, ebenso wie Geflügel - und wie gesagt: Schweinchen. Neuerdings soll sogar nicht davor zurückgeschreckt werden Pferde- und Ponyfleisch unter die Ostermenüs zu mischen. Das alles machen wir Unchristen alles aus familienbezogenen Gründen kritiklos und fraglos mit. Ja, wir lassen uns sogar hinreißen, 40 Tage später am Himmelfahrtstag uns den männlichen Wandergemeinschaften anzuschließen, die den Aufstieg des Herrn ins All mit alkoholbepackten Fahrrädern und Handwagen feierlich würdigen. Wie sollten wir uns dem auch entziehen, denn schließlich ist Gottes Güte ja so groß, dass selbst wir Ungläubischen unter seiner Obhut stehen. Pfingsten dann wieder. Dann werden auch wir wohl wieder mit dem Heiligen Geist ausgeschüttet werden.
Am schönsten zu Ostern, völlig unabhängig von Jesus und Maria und dem ganzen christlichen Klimbim, finden wir Atheisten die Kultur des bemalten und gefärbten Eies. Allein das Leuchten in den Kinderaugen der Enkelin zu beobachten, wenn sich aus schneeweißen Freilandeiern in kurzer Zeit durch Einlegen in kochendes Wasser wahre Eikunstwerke entwickeln, ist schon Grund genug sich als Nichtchrist nicht dem Osterfeste zu verschließen. Und wenn die Eierchen dann auch noch schön in einem vorgezüchteten Kressebeet drapiert werden, um als Mittelpunkt auf dem Ostertisch der frommen Sippschaft zu stehen, und wenn dann auch noch viele " Oh wie schön" oder "Habt ihr das alles selbst gemacht" erklingen, dann hat Ostern sich doch wieder einmal gelohnt.  

 

 

 

 

 

 

        

Nr. 18/12

Montag 13. August 2012 (Tag des Mauerbaus)

WENN DU AUF DEM BAU MAL SCHIFFEN WILLST....

 

über das spruchreligiöse, verpisste Gehabe und Getue von Unternehmensberatern, Coaches, Personalentwicklern und sonstigen Geheimberuflern, die von der Realität der Arbeitswelt null Ahnung haben...

in Kürze
vielleicht am Donnerstag

vielleicht am Freitag
je nachdem, wie der persönliche Coach Zeit hat...

 


...wird sich noch verzögern - unser Unternehmensberater befindet sich noch im Urlaub

 

..vorläufig lassen  wir die Männer Treibholz sammeln am weiten, endlosenMeeresstrand, damit sie lernen, was Sehnsucht ist...

 

Heute Anruf aus Florida: komme später, habe in Miami noch Vortragsverpflichtung, Thema : Wie können wir als Berater unser Klientel mit Allerwelts-Plattitüden so schockieren, dass sie gar nicht anders können...

 

Unsere Antwort an unseren Unternehmensberater:
"...in einer Vertrauensbeziehung, lieber Berater in Miami, gibt es jedoch zwei Seiten: Die eine, die vertraut, und die andere, der vertraut wird! Im Idealfall ist Vertrauen wechselseitig: Jede Seite  vertraut, und jeder Seite wird vertraut! Bitte merken Sie sich das!"

 

Von hinten aus dem off wurde gerade zu dem Thema noch hereingerufen: "...Vertrauen ist eine Oase des Herzens, die die Karawane des Denkens nie errreicht! Bitte merkt euch das!" 

 


BEITRAG WIRD ABGESAGT. ES MACHT KEINEN SINN GEGEN EINE SEKTE VON SPRÜCHEKLOPFERN ANZUSCHREIBEN, DIE NICHT IN DER LAGE SIND, AUCH NUR EINEN EINZIGEN SATZ AUS EIGENER SCHÖPFUNG AUFZUSCHREIBEN!

 

 

 

 

 

 

 


Nr.11/12

Sonntag, 17.Juni 2012

AUSNAHMEZUSTAND / 17.Juni

Ein Befehl von Josef Fellstein

 

Der 17.Juni ist für Deutschland ein historischer Tag, an dem auch regelmäßig, genau wie heute, der Ausnahmezustand, also Kriegsrecht, ausgerufen werden muss.

Am 17.Juni 1953 beispielsweise demonstrierten und protestierten in Ost-Berlin und in anderen Städten der damals so genanten "Deutschen Demokratischen Republik" die Menschen gegen die kommunistischen Machthaber des totalitären DDR-Staates und gegen die Sowjetische Besatzungsmacht. Die Militärkommendanten des sowjetischen Sektors in Berlin und der anderen vom Aufstand betroffenen Städte in der SBZ, der Sowjetschen-Besatzungs-Zone, wie im Westen gerne abfällig gesagt wurde (vereinfacht: Zone),  im Nachkriegsdeutschland, riefen daraufhin den Ausnahmezustand aus und schlugen die Proteste der Bevölkerung mit Panzern nieder. Als Erinnerung an diesen Tag riefen daraufhin die Regierenden in den Westzonen Deutschlands, die von Engländern, Amerikanern und Franzosen besetzt waren, den 17.Juni als den Gedenktag "Tag der Deutschen Einheit" aus. Wir Kinder von damals freuten uns sehr darüber, wir hatten schulfrei an dem Tag. Die Väter mussten nicht zur Arbeit. Sie waren stattdessen in den Dorfgaststätten bei Bier und Korn und beim Revanchistischen Deutschnationalen Antikommunistischen Gedankenaustausch anzutreffen, der zum Beispiel bei Max Herzberg in dem Ausruf gipfelte: "Hilda, du Deutsche Hure, einst kommt der Tag der Rache!"

 

Heute, im Jahre 2012 ist wieder 17.Juni - und wieder muss der  Ausnahmezustand ausgerufen werden. Grund: ganz Deutschland, und nicht nur die Häuser und Fenster, die öffentlichen Gebäude und Straßen, sondern auch die Autos, die Gesichter, die Fahrräder, die Handwagen, die Busse und Bahnen und vieles andere mehr im öffentlichen Leben ist von den schwarmintelligenten Bewohnern unseres schönen Landes verunziert worden mit diesen deutschnationalen Fussballdevotionalien wie Fahnen, Aufklebern, Aussenspiegelüberziehern, Girlanden und sonstigem Deutschkram. Nur weil heute das Fussballspiele Deutschland gegen Dänemark stattfindet. Das stört die Öffentliche Ordnung, das geht so nicht, das gefährdet den Inneren Frieden. Es ergeht von daher folgender

 

BEFEHL:

 

  1. Es wird der Ausnahmezustand für das gesamte, wiedervereinigte Deutschland ausgerufen
  2. Ausserhalb des privaten Wohn- und Lebensbereiches ist das Zeigen nationaler Embleme und Symbole strengstens verboten. Dazu gehören auch die Aussenfenster.
  3. Alle Fahnen, egal welcher Nation, sind sofort von den privaten uund öffentlichen Fahrzeugen zu entfernen. Auch sind die Aussenspiegel der entsprechenden Fahrzeuge von den nationalistischen Überziehern zu befreien.
  4. Alle antidänischen und antiholländischen Äußerungen, Schriften, Fotos und Karikaturen sind sofort aus dem Verkehr zu ziehen.  
  5. Erst ab heute 23.00 Uhr, also nach Spielschluss, darf wieder das Lied" Dänen siegen nicht" gesungen werden.
  6. Bei Zuwiderhandlungen knallt es!

 

 

 

 

 

 

 

Nr. 2/12

Sonntag, 29.Januar 2012

REIF FÜR DIE KLINIK OST

 

 

MIT DEN NERVEN AM ENDE

Herausgeber Uli Pelz musste in die psychiatrische Ambulanz

 

Die zurückliegende Woche war unter neurologischen Gesichtspunkten für unseren Herausgeber nicht ganz einfach. Musste er am Anfang der Woche bereits die negative Meldung hinnehmen, dass er wegen Missachtung des Rotlichtes einer Lichtzeichenanlage - Rotlichtzeit gemessen: 0,61 / Rotlichtzeit vorwerfbar: 0,31 - den völlig unangemessenen Bußgeldbetrag von 113,50, nicht D-Mark, sondern Euro, zu zahlen habe - und musste er Mitte der Woche dann zusätzlich auch noch die unerfreuliche Nachricht schlucken , dass die geplante Reise an seinen ehemaligen Studienort Rom in diesem Jahr ins Wasser fällt, so wurde seine nervliche Anspannung am Ende der Woche noch getoppt durch die unheimliche Begegnung mit 3 Personen aus seinem früheren Berufsleben anläßlich einer Fachtagung. Wie er nach Rückkehr aus der Psychiatrischen Ambulanz des Klinikums Bremen-Ost berichtete, war die Fülle der nervenaufreibenden Ereignisse im Laufe der Woche so groß, dass er sich niedergeschlagen und verzweifelt freiwillig nach Ost aufmachte. Besonders, so Pelz, die Begegnung der unheimlichen Art mit diesen Personen, die ihn jahrelang totgeschwiegen haben und keinerlei Kontakte zu seinem früheren "Lebenswerk" zuließen, habe der Nervenwoche den Gipfel aufgesetzt. So soll eine der unheimlichen Personen, von denen Pelz berichtet, dass er sie eigentlich alle 3 als weiterbildungsresistent erfahren hat, keck gefragt haben bei der Begegnung: "Na, auch auf Fortbildung...". Das soll die unheimliche Person gewesen sein, die dann am Mittag, zur Hälfte der "Fortbildung" die "Fortbildung" bereits wieder verlassen hatte zusammen mit einer weiteren weiblichen unheimlichen Person. Am Samstag dann Schlaflosigkeit, Schweißausbrüche, Herzrasen, kalte Füße, Nervenflattern, Sehstörungen, unnormaler Blutdruck und erhöhte Blutzuckerwerte, wie Pelz berichtete. So jedenfalls seine Eigendiagnose, die ihn zum Aufbruch in die Ambulanz bewegt habe. Dort angekommen: drei Stunden Wartezeit. Was nicht gerade, wie Pelz schilderte, zur Verbesserung seiner nervlichen Notlage beigetragen habe. Mit ihm zusammen, so berichtet er, waren weitere 5 Nervenopfer im Warteraum. Einer von denen soll ständig schwerverständliche Schmährufe ausgestossen habe, wie: "Scheiß Sozialarbeit" oder: "Weg mit Stahmann" , auch soll dabei gewesen sein: "Alles Idioten". Er soll dann später von zwei kräftigen Pflegern überwältigt worden sein und in so einem weißen Anzug, bei dem die Ärmel hinten zusammengebunden werden, abgeführt worden sein. Nach drei Stunden Wartezeit endlich sei er dann drangekommen mit dem Ergebnis, dass die diensthabende Neurologische Ärztin nach intensiver Untersuchung ihn fragte: "Sagen Sie einmal Herr Pelz, kennen Sie den französischen Dichter Moliere?"

Darauf soll Pelz geantwortet haben, wie er selbst berichtet, ohne auch nur mit einem Nerv zu zucken: " Nein, kenn' ich nich' - hab' ja nur Mittelschule. Von den französischen Dichtern kenn' ich nur Charles de Gaulle und Carla Sarkozy". Alles reine Nervensache!

 

Katharina Loewe     

 

 

 

 

 

 

30/11

Samstag 08.Oktober 2011

Ein Samstag ohne Fussball ist wie:

 

- Tafelspitz ohne Spitz

- Sozialarbeit ohne Supervision

- Grieche ohne Syrtaki

- Fahrrad ohne Kette

- Matussek ohne Jesus

- Claus ohne Arbeit

- Hochzeitssuppe ohne Eierstich

- Hose ohne Arsch

- Bremer Senat ohne Anja

- Terese ohne Fahrrad

- Mediation ohne Frank

- Hochzeitsfeier ohne Schlägerei

- Weinschorle ohne Wein

 

 

 

 

 

 

Rosa von den Wilden Jungs
Rosa von den Wilden Jungs

23/11

 

Sonntag 07.August 2011

 

SONNTAGFRAGEN

SONNTAGSGEDANKEN

 

…heute früh mit dem Radio-Weltempfänger aufgewacht und das Sonntagsfeature auf Nordwestradio gehört. Manfred Hausmann. Noch einmal ein gutes Beispiel für perfekte politische Wendehalsigkeit. Für die Nazis jahrelange Propagandaschriften angefertigt, seit dem 08.Mai 1945 dann der vorbildhafte Demokrat und Prediger. Nicht Abel mit der Mundharmonika. Manfred mit dem Fähnchen im Wind! …Die Generation unserer Kriegsväter werden wir wohl nie richtig verstehen. (Uli Pelz)

 

 

…gestern noch buten & binnen, den Bremer Heimat-Fernseh-Funk, mit einem Auge beim Hin-und-Her-Zappen zwischen Sportschau und Radio Bremen angeschaut. Meine Nachbarin und mein Nachbar waren als Musiker in der Sendung und haben mit ihrer Gruppe ROSA UND DIE WILDEN JUNGS live gespielt. 2 Stücke. Sie haben es gut gemacht. War sehr fernsehwirksam aufgemacht und kam gut rüber. Als älterer, auf Klassik und Weltmusik umgestiegener „konservativer“ Musikkonsument ist die Qualität der gezeigten Stücke natürlich schwer zu beurteilen, deshalb: wer keine Ahnung von Rockmusik hat, sollte darüber auch nicht schriftlich rocken… (Josef Fellstein)

 

…gestern Nachmittag mit dem Enkelkind und der Schwiegertochter die Pläne für die nächsten beiden Ferienwochen besprochen. Dabei ordentlich süßen Kuchen zum Kaffee verputzt, Zwetsche, Käse, Butterkuchen, Heidelbeeren, Aprikosen usw. Genau richtig für den Diabetiker. Anschließend 218. Manchmal egal. Die Freude auf die kommenden Ferientage mit dem Enkelkind überwiegt. Fest eingeplant sind Hagenbeck in Hamburg und eine Tagesfahrt nach Wangerooge. Mein Gott, wann war ich zuletzt bei Hagenbeck?... (Uli Pelz)

 

...ja, es geht wieder los. Bundesliga. Werder. Gleich wieder die Rituale der Vorsaison. Der ganze Tagesablauf ist fokussiert auf den Anstoß um 15:30 Uhr. Man kann keinen klaren Gedanken außerhalb der Fussballwelt mehr fassen, die Mittagssiesta muss eine halbe Stunde vorgezogen werden, der Wochenendeinkauf wird im Sauseschritt erledigt, gegessen wird ungesund im Vorübergehen zwischen Tür und Angel. Und dann die Nerven! Höchste Anspannung bereits 2 Stunden vor dem Spiel. Gesteigertes Agressionspotential. Die Nähe der Verrückten sollten die Nichtverrückten meiden – mindestens elf Meter Abstand. Ja, wir wissen es – das ist krank. Aber, was sollen wir machen…?? Und übrigens: wir haben ja gewonnen. Also, alles easy! (Armin Wnoucek) 

 

…Mist, ich hab’s wieder verpasst: das Festival Maritim in Vegesack. Dabei nehme ich mir seit Jahren vor, dieses musikalische Bremer Highlight zu besuchen. Aber ich komme nie hin, mal wegen Unpässlichkeit, mal wegen Lüllmann, mal wegen weil ich nach Bayreuth musste, mal wegen der Jugendweihe meiner Großnichte in Fischerhude. Irgendetwas kam immer dazwischen. Dieses Mal war es: die Norddeutschen Faustballmeisterschaften meines Bruders in Göttingen. Ich musste als Mannschaftsbetreuerin mit. Musste den Herren Wasser reichen. Dabei höre ich so gerne Internationale Shantymusik. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr (Katharina Loewe)

 

 

 

 

 

 

22/11

26. April 2011

DIE HEISSE PHASE DES WAHLKAMPFES IN BREMEN BEGINNT

 

Endlich. Darauf freuen wir Wahlvolk uns doch bei jeder anstehenden Parlamentswahl: dass die Fetzen fliegen! Dass es hitzig wird und Leben in die Bude kommt. Jens, Caro, Rita und all die Anderen haben jetzt verabredet, die Wahlkampftemperatur auf 5°+ zu erhöhen. Vom bisherigen langweiligen Niedertemperaturplakatwahlkampf soll jetzt übergegangen werden zu einem so genannten verbalen Hochtemperaturintrigenwahlkampf, der ausgetragen werden soll mit Handzettelpamphleten, Altenheimauftritten, Presseirreführungen, Radiospots und Fernseheinschleichungen. So soll es unter anderem zu einem verbalen Showkampf zwischen Jens und Caro kommen, in dem beide sich ohne Tabus endlich einmal gegeneinander sagen wollen, wie blöd sie sich eigentlich finden. Danach wollen sie dann aber wieder, lieb wie immer, auf die bremischen Interessen eintreten - Entschuldigung Freudscher Fehler: für die bremischen Interessen eintreten. Rita will voll aus ihrer Apotheke herauskommen und Jens und Caro in für sie ungewohnter Form der politischen Konspiration und der Wählertäuschung bezichtigen. Sie will auf Stelzen gehend und stehend und mit einer schwarzen Kapuze ausgestattet auf dem Marktplatz, auf dem Domshof, auf dem Delmemarkt, auf der Berliner Freiheit und auf dem Sedanplatz flammende Haßreden gegen den Verfall der rot-grünen politischen Sitten in Bremen wie  einst Girolamo "Hieronymus" Savonarola in Florenz halten. Dabei ist ihr das unrühmliche Ende des Savonarola durchaus bewußt. Die Linke will ihre Geheimwaffe einsetzen und die Arbeitermassen für ein sozialistisches Bremen nach alten Vorbildern mobilisieren: Die fleischgewordene Rosa Luxemburg in persona Sarah Wagenknecht wird auf dem Bremer Platz der Revolution zum Umsturz aufrufen. Dabei sollen die Massen ihre alten abgestellten KPDSU- und DKP-Fahnen aus der Versenkung holen und öffentlich zeigen! Endlich was los im Hansestädtchen. Was die Gruppen "Schnauze voll", "Wir für Bremen", "Bibeltreue Christen" und "Werderpartei" vorhaben, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. 

 

Ulrich Pelz

 

 

 

 

 

13/11

Dienstag 15. Februar 2011

ZUM THEMA WINTERREIFEN 

 

Der Winter wird ja wohl voraussichtlich noch einmal zurückkehren. Für das Wochenende sind schwere Schneestürme aus der Gegend Finnland / Schweden rüber nach Norddeutschland vorhergesagt. Die Winterreifen müssen also noch dran bleiben, wenn die Autofahrer voran kommen wollen. Unser Leser Hans K. aus Ottersberg hat uns zu dem Thema ein sehr interessantes neues Winterreifenmodell komplett aus Holz per E-Mail eingereicht, siehe unten.

Download
Eingereicht von unserem Leser Hans K. aus Ottersberg
DieneuenReifen_1.pps
Microsoft Power Point Präsentation 710.5 KB

 

 

 

 

 

 

7/11

Montag 31. Januar 2011

LikiPeaks

Gebietsreform Bremen - Niedersachsen

Mahndorf und Arbergen zu Achim

im Gegenzug: Oyten mit dem Banhof Sagehorn zu Bremen

 

 

Die Züge zwischen Hamburg und Köln halten in Bremen nicht mehr. Bremen ist weitgehend vom Fernnetz der Bahn abgetrennt. Nur noch "Milchkannenzüge" befördern die Bremer gen Süden und Westen. LikiPeaks ist jetzt ein Geheimdokument zugespielt worden, nach dem Oyten mit dem Bahnhof Sagehorn, wo die Züge halten, an Bremen angeschlossen werden sollen. Im Gegenzug sollen laut Geheimdokument Mahndorf und Arbergen, die beiden ohnehin ehemals preussischen Gemeinden am Rande der Stadt, an Achim angegliedert werden. Axel B., der frisch in Arbergen mit seiner Familie wohnt, wird darüber nicht traurig sein. Er hat ja ohnehin schon die Schnauze voll von Bremen und seinem Bittstellerwesen und seinem Service-Center! Fussballerisch gehen die Mahndorfer und Arberger dann zum TB Uphusen, die spielen immerhin Landesliga Niedersachsen! Oder, wenn sie echt guten Provinzfussball sehen wollen, dann radeln oder wandern die Mahndorfer und Arberger kurz rüber zu den Grün-Roten nach Bassen (Bezirksliga) oder zu den Grün-Weißen nach Ottersberg (Oberliga). Kulturveranstaltungen finden regelmäßig im KASCH, Kulturzentrum Alter Schützenhof, in Achim, im Blocks Hus in Bassen und im Heimatmuseum in Fischerhude statt. Was wollt ihr mehr? Dodenhof in Posthausen habt ihr auch noch! Also. Warum die Aufregung?  Gut, keine Oper! Aber welcher Mahndorfer und Arberger fährt denn schon sonst den weiten Weg zur Oper nach Bremen. Ein oder zwei vielleicht! Wegen der beiden Operngänger auf die Gebietsreform verzichten?

 

Hier ist das Dokument zu sehen. Wir zeigen nur die Vorderseite. Auf der Rückseite ist der Vorschlag zur  Gebietsreform von Böhrnsen und MacAllister in der Gaststätte "Zum Alten Krug" in Oyten, direkt an der B 75,  beschlossen und unterschrieben worden (nach 6 Pils und 7 Korn, jeder)

 

Verabredung: Wir beide, Jens und David, schlagen unseren Länderparlamenten in der zweiten Februar-Sitzungswoche gleichlautend folgendes vor:

1. Die bisherigen Bremer Ortsteile Arbergen und Mahndorf gehen zurück nach Niedersachen und werden der Gemeinde Achim angeschlossen.

2. Die bisherige niedersächsische Gemeinde Oyten samt Ortsteil Sagehorn inklusive Sagehorner Bahnhof, allerdings ohne den Ortsteil Bassen (der wieder selbständig wird), wird in das Hoheitsgebiet des Landes Bremen eingegliedert.

3. Beide Länder verpflichten sich zur Achtung der neuen Landesgrenzen, keine feindseligen Gewerbeansiedlungen usw.

4. David bezahlt die Zeche, weil Jens kein Geld mit hat                      Böhrnsen/MacAllister

 

 

 

 

 

 

4/11

Neues von LikiPeaks

VERZWEIRADUNG  UND VERVIERBEINUNG DER STADT

 

 

Hier werden geheime oder geschützte private Dokumente, die der Redaktion von F&U vertraulich und kostenlos zur Veröffentlichung im Internet  zur Verfügung gestellt werden, veröffentlicht. Bitte senden Sie Ihre Unterlagen anonym unter Angabe Ihres Namens und Ihrer Adresse per E-Mail an die Redaktion. Die Redaktion wird wegen ihrer technischen und personellen Beschränktheit bei der Fülle der zugesandten Unterlagen natürlich nur die Spitzendokumente veröffentlichen können. Wir bitten dabei um Ihr Verständnis, dass nicht jede geplatzte Bockwurst gebracht werden kann. Bitte schreiben Sie Ihre E-Mail an unsere neue extra eingerichtete Adresse: likipeaks@gmx.de.

 

HEUTE:

Geheime Pläne zur Verzweiradung und zur Vervierbeinung der Stadt

Bürgermeister, Verkehrssenator, ADFC-Präsident und Chef der Bremer Reitervereinigung planen die Mobile Zukunft

 

 

 

 

Geheimes Protokoll der Sitzung im Bremer Rathaus am 12.Januar 2011 / Auszüge:

 

 

Bürgermeister:

Ich begrüße Sie meine Herren, und freue mich mit Ihnen heute das verkehrspolitische Konzept der Zukunft für unsere Stadt erarbeiten zu dürfen. Entschuldigen Sie meine kleine Verspätung - ich hatte auf dem Weg hier her von Bremen-Burg einen Platten in Walle.

 

Chef der Bremer Reitervereinigung:

Hätten Sie man das Pferd genommen! Das kennt keinen Platten!

 

ADFC-Präsident:

Versaut aber die ganze Strecke mit seinen Äppeln, sind schon so manche von uns drauf ausgerutscht!

 

Verkehrssenator:

Es wachsen aber überall schöne naturbelassene Champions, da wo die Pferde laufen!

 

Bürgermeister:

Kommen wir zur Sache. Was darf ich Ihnen anbieten? Tasse Kaffee? 'N Brötchen?

 

Verkehrssenator:

Ja, bitte, aber nur bitte aus Fairem Handel.

 

Chef der Reitervereinigung:

Was ist das denn?

 

Bürgermeister:

Mensch, Herr Senator, wo sollen denn meine Leute  hier auf die Schnelle Brötchen aus Fairem Handel herkriegen?

 

Verkehrssenator:

Aus dem Bauernladen im Ostertor! Die sind noch von der Bäuerin selbst in den Ofen geschoben worden!

 

Bürgermeister:

Da vergeht doch ein ganzer Arbeitstag bis meine Leute hin und zurück sind.

 

Verkehrssenator:

Ja, was wollen wir denn? Wollen wir die Entschleunigung, oder wollen wir sie nicht?

 

Chef der Reitervereinigung:

Mir ist das egal, ich nehme 'ne Tasse Kaffee. Egal wo die herkommt. Hauptsache heiß!

 

ADFC-Präsident:

Ich hab' mir auf'm Deich beim Radfahren die Nieren verkühlt, mein Pullover war zu kurz. Habt ihr auch 'nen Blasen- und Nierentee?

 

Chef der Reitervereinigung:

Das kann auf'm Pferd nicht passieren. Wir tragen anständige Kleidung beim Reiten!

 

Bürgermeister:

Pferd hin, Fahrrad her - wir schweifen ab. Bitte Herr Senator, tragen Sie vor!

 

Verkehrssenator:

Es kann noch nicht abschließend vorgetragen werden. Ich muß erst noch das Votum des Grünen Montags der Neustädter Grünen abwarten. Die wollen noch nicht einmal Fahrräder und Pferde auf dem Delmemarkt - die wollen dort als Selbstversorger Kartoffeln und Grünkohl anbauen.

 

ADFC-Präsident:

Jau - Kartoffeln und Grünkohl! Ich glaub's nicht!

 

Bürgermeister:

Herr Senator, muss ich denn erst mit der Faust auf den Tisch klopfen? Wir wollten doch heute eine Entscheidung treffen! So geht das nicht! Muss ich denn erst ein Machtwort sprechen?

 

Chef der Reitervereinigung:

Herr Senator, soll denn auch ein Pferdeunterstand auf dem Delmemarkt hin?

 

Verkehrssenator:

Das entscheidet der Grüne Montag - hab' ich doch schon gesagt!

 

ADFC-Präsident:

Hauptsache genügend Fahrradbügel!

 

Verkehrssenator:

Es geht um Nord-Süd-Gerechtigkeit. Wir müssen fair sein gegenüber den Neustädtern!

 

Bürgermeister:

Meine Herren, ich muß noch zum Bundesrat heute nach Berlin düsen, können wir nicht zur Entscheidung kommen?

 

Verkehrssenator:

Etwa mit'm Flugzeug? Ich weiß nicht, wie ich das gegenüber meinen Leuten vertreten soll!

 

Bürgermeister: (etwas erregt)

Ja, soll ich denn mit'm Pferd oder mit'm Fahrrad nach Berlin? Verdammte Kacke!

 

Chef der Reitervereinigung:

Aber Herr Bürgermeister - sind wir denn hier unter Stallburschen?

 

Bürgermeister:

Entschuldigung meine Herren, aber manchmal läuft mir echt die grüne Galle über. Tut mir leid. Kommen wir zur Entscheidung!

 

ADFC-Präsident:

Wie war das jetzt mit dem Nieren- und Blasentee?

 

Verkehrssenator:

Herr Bürgermeister, ich bitte um Vertagung. So kann ich keine nachhaltige autofreie Verkehrspolitik umsetzen. Erst die A 821 und jetzt dieses hier! Blasentee!!

 

Bürgermeister:

Dann bitte für die Presse bitte ein vorläufiges Kommunique. Herr Senator bitte fabulieren Sie!

 

Verkehrssenator:

Ungerne, aber ich versuch's mal.

Text aus dem Lamain: Zur Rettung der Stadt, des Umlandes, der Bundesrepublik Deutschland und Europas, sowie der ganzen Welt ist jetzt in Bremen bis auf Weiteres beschlossen worden, das komplette Bremer Gebiet zwischen den Autobahnen für Kraftfahrzeuge und Flugzeuge zu sperren. Zugelassen sind nur noch: Bollerwagen bei Kohl- und Pinkelfahrten, zweirädrige Kinder- und Jugendfahrzeuge ohne Motorantrieb, Erwachsenenfahrräder mit Beleuchtung hinten und vorne, hannoveranische, westfälische und oldenburgische Rassepferde (keine Isländer und Ostpreußen), sowie Pferdegespanne zum Transport von Personen und von Waren.

 

Chef der Reitervereinigung:

Und warum keine Esel?

 

Bürgermeister:

Schluß jetzt! Wer ist dafür? 4 dafür, keiner dagegen. Danke meine Herren! Ich muß los nach Berlin! 

 

Für das Protokoll: Michael Marcel Hoffmann, Kanzleisekretär

12.01.2011


 

 

 

 

 

 

Lag es am Grünkohl? Katharina Loewe ist mit Dr. Lüllmann über alle Berge.
Lag es am Grünkohl? Katharina Loewe ist mit Dr. Lüllmann über alle Berge.

 

Montag 27. Dez. + Dienstag 28. Dez. + Mittwoch 29. Dez. 2010

Frohes Fest gehabt zu haben..., oder:

Die 7 Mageren und die 7 Fetten Jahre

oder: Katharina Loewe ist verschwunden

 

 

 

29.12.2010

Eine Kohlfahrt, die ist lustig - eine Kohlfahrt, die ist schön. Katharina ist weg und der Herausgeber muss wieder einmal selbst zur Feder greifen!

Ein nachweihnachtliches Fazit von Ulrich Pelz

 

Als hätte ich es geahnt. Bereits auf der kleinen Kohlwanderung hin zum Landgasthof Segelken, an der neben uns von der Redaktion F&U und Lüllmann noch 7 weitere Bekannte und Mitarbeiter aus dem Umfeld von Lüllmann teilnahmen, hatte sich Lüllmann unserer Katharina immer dichter aufgedrängt. Nach dem 4. Sauren in der Nähe des Kaufhauses Famila war zu beobachten, wie Lüllmann sich bei Katharina einhakte, und wie die beiden nicht wieder voneinander loslassen wollten.

 

Nach dem 7.Kurzen trafen wir dann im Kohllokal ein und Lüllmann hatte nichts Eiligeres zu tun, als sich mit allen Mitteln den Platz neben Katharina am Kohltisch zu sichern. Fellstein und ich erwischten die Tischplätze gegenüber der beiden Kohlverliebten, so dass wir unsere Katharina zumindest noch eine Weile schützend im Auge behalten konnten. Bevor die Vorsuppe vor dem Kohl, traditionell die Steinkimmer Hochzeitssuppe, serviert wurde, konnten wir mit Katharina -obwohl Lüllmann bereits immer näher mit seinem Stuhl an sie herangerückt war- noch besprechen, wie in etwa ihre Berichte bezüglich Heimatweihnachten und bezüglich Rückblick 2003 - 2010 inhaltlich strukturiert sein würden.

 

Ihre Absicht war es, unbedingt darüber zu berichten, wie peinlich es war zu erleben, wie der Pastor in ihrer Heimatdorfkirche versuchte den Gottesdienst am Heiligen Nachmittag des Heiligen Abends auf Plattdeutsch zu gestalten, obwohl er das Plattdeutsch, wie es im Landkreis Verden gesprochen wird, überhaupt nicht beherrscht, da er ja aus dem Ostwestfälischen stammt. So soll er, wie Katharina, die sich am Tisch vor lauter Lachen kaum noch halten konnte, hätte Lüllmann sie inzwischen nicht umarmt, erzählte, von Jesus immer von dem "Lütschen inne Krippen" gesprochen haben und von "Modder Mariechen" und von "Jupp, denn Timmermann". 

 

Auch wollte sie, die Hochzeitssuppe war inzwischen serviert, über die rituelle Familienaufstellung rund um den Tannenbaum herum in ihrer Herkunftsfamilie und die damit verbundenen, sich jährlich wiederholenden kleinen Pannen und Katasthrophen berichten. So soll der Opa wieder einmal über die unter dem Baum liegenden großen Pakete gestolpert sein und haarscharf am Baum vorbei hingeflogen sein ohne weitere Folgen. Das Problem ist dabei wie jedes Weihnachten, so Katharina, die jetzt selig den Eierstich aus der Suppe fischte, dass wie immer offene Kerzen im Baum brannten. Aus diesem Grunde habe ihr Vater seit Jahren bei der Familienaufstellung immer einen kleinen Hand-Tannenbaumfeuerloescher griffbereit am Mann, der allerdings zum Glück auch dieses Jahr wieder nicht zum Einsatz gebracht werden musste, obwohl der Opa vor der Aufstellung bereits 5 Steinhäger intus hatte.

 

Unter'm Tisch war jetzt zu spüren, dass zwischen Lüllmann und Katharina inzwischen Beinkontakt entstanden war. Ein Hackenschuh von Katharina war wohl versehentlich auf die Seite von Fellstein gerutscht. Der jedoch blieb, typisch Fellstein, cool und kickte den Hackenschuh auf die richtige Seite zurück. Lüllmann hatte inzwischen seine steife Krawatte gelockert und auch die beiden oberen Knöpfe seines italienischen Designerhemdes, so dass eine leichte Brustbehaarung für alle - besonders für Katharina - sichtbar wurde. Jetzt konnte unsere Katharina, völlig abgelenkt, der Grünkohl war inzwischen auch dampfend serviert worden, nur noch in Stichworten ihre journalistischen Absichten verkünden.

 

Beim Mischen des Kohls mit dem Oldenburger Pinkel erwähnte sie, dass es einen heftigen Konflikt vor allen Anwesenden um den Tannenbaum herum zwischen dem Vater und Opa bezüglich des Alkoholkonsums des Letzteren gegeben haben soll, der in dem Vorwurf des Vaters gipfelte, dass der Opa im Jahre 2003 nach 18 Aalborgern auf allen Vieren durch Halb-Dänemark gekrochen sei, und dass er dieses nicht noch einmal erleben möchte. Daraufhin, so Katharina, soll der Opa mehrmals gerufen haben: Doppelmoral, Doppelmoral. Was immer er damit auch gemeint haben mag. Jedenfalls sei jetzt zwischen Vater und Opa ziemlich, wie Katharina, die beim Kohlessen inzwischen mindestens 3 Zwischenkurze zusammen mit Lüllmann eingeworfen hatte, sagte, "die Kacke am dampfen".

 

Die Bremer Rote Grütze als Nachtisch war bereits geliefert. Lüllmann hatte sein Designerjacket abgelegt und den Gürtel etwas gelockert. Im Saal wurde zum Tanz aufgespielt. Fellstein bekam noch den Fressorden, er hatte dreimal nachgelangt beim Oldenburger Pinkel. Und bevor ich Katharina noch fragen konnte, wie sie denn den Rückblick 2003 - 2010 gestalten wolle, entschwand sie zusammen mit Lüllmann auf die Tanzfläche. Fellstein rief noch hinterher: Lüllmann, ihre Jacke! Darauf Lüllmann zu Fellstein: Dr. Lüllmann, so viel Zeit muss sein. Darauf hin Fellstein: Herr Dr. Lüllmann, deine Jacke!. Lüllmann, oder besser gesagt: Herr Dr. Lüllmann schnappte sich die Jacke, schnappte sich unsere Katharina und beide verschwanden auf Nimmerwiedersehen bis heute aus dem Kohltempel.

 

Und so etwas nennt sich nun Berater! Das war's denn wohl mit dem Berater. Da sind sich Fellstein und ich ganz einig, was selten vorkommt. Und wir beide hoffen, dass nichts Schlimmes mit Katharina passiert ist. Es ist ja schon schlimm genug, dass sie sich so leichtfertig mit diesem Pavian und Pfau gleichzeitig eingelassen hat. So kannten wir Katharina bisher nicht. Sie war einfach weg. Fellstein und ich nahmen aus Kummer noch einige Klare und sollen dann so gegen zwei /drei auf allen Vieren das Lokal verlassen haben, um so gegen fünf  dann in Delmenhorst von der dortigen Bahnpolizei schlafend aufgefunden worden zu sein. Ob das allerdings stimmt? Keiner weiß es so genau.

 

Den Rückblick 2003 - 2010 mache ich in den nächsten Tagen noch fertig.  Schwerpunkt wird dann wohl das Thema: "Verrat durch die beste Mitarbeiterin" sein. Ein echt unschönes Thema, muss aber sein! 

 

28.12.2010

Die 7 mageren Jahre 2003 - 2010, kommmen jetzt die 7 fetten Jahre?

 

Die Beiträge von Katharina Loewe können leider erst am 29.12. erscheinen, da sie und auch die übrigen Redaktionsmitglieder  heute unverhofft von unserem Redaktionsberater Dr. Lüllmann zu einer nachweihnachtlichen Kohlfahrt nach Ganderkesee eingeladen wurden. Dr. Lüllmann, der uns seit Jahren unternehmerisch und redaktionell berät, will somit seine Verbundenheit mit Fenix & Upupa zum Ausdruck bringen. Katharina Loewe wird in ihrem morgigen Beitrag sowohl, wie angekündigt, über ihre weihnachtliche Heimreise ins Niedersächsische berichten, als auch einen 7-Jahresrückblick 2003 - 2010 abliefern, in dem es unter anderem um das Kriechen auf allen Vieren durch Dänemark, um Müntefering und um Verrat gehen soll.

Am Ende wird sie die Frage aufwerfen: Folgen nach diesen mageren,schrecklichen Jahren jetzt die Fetten Jahre? Selbstverständlich wird sie auch Aspekte der Kohlfahrt in Ganderkesee in ihren Beitrah einfließen lassen! Bis dann.

 

 

 

27.12.2010

Unsere Mitarbeiterin Katharina Loewe hat über Weihnachten ihre Familie im Niedersächsischen besucht

 

Morgen erscheint ihr Bericht über die besinnlichen Tage in der Heimat. Es wird die Rede sein von Gottesdiensten am Heiligen Nachmittag des Heiligen Abends, von Familienversammlungen um den geschmückten Tannenbaum herum mit dem Austausch verpackter Geschenke, von den Verwandtenbesuchen am 1. und am 2. Feiertag, von gebratenen Enten und von unvorhergesehenen unweihnachtlichen Verwandten-konflikten. Auf jeden Fall, so Katharina heute früh in der Redaktionskonferenz, sei sie froh, dass es vorbei ist, und dass alle Beteiligten irgendwie mit heiler Haut (mit Ausnahme der Enten) durchgekommen sind. Es habe trotz der echten Kerzen auch kein Tannenbaum gebrannt, so berichtet Katharina. Die Anschaffung des kleinen Tannenbaumfeuer-loeschers, den Katharinas Vater, wie sie erzählte, an den Festtagen immer einsatzbereit ständig bei sich trug, sei somit auch völlig überflüssig gewesen.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dienstag 14. Dezember 2010

 

WAS UNSERE JUNGS UND MÄDELS IN AFGHANISTAN SO IM SPIND KLEBEN HABEN

Der wahre Grund der Reise unseres Verteidigungsministers nebst Gattin

 

Sie waren im Fotostudio von Kabul

 

Der persönliche Spind ist das Heiligtum eines jeden Soldaten und neuerdings auch jeder Soldatin. Hier werden nach Heeres-Dienstvorschrift alle dienstlichen Bekleidungsstücke akkorat und penibel aufbewahrt. Jedes Stück hat seinen vorgeschriebenen Platz. Wer als Soldat oder als Soldatin die Spindordnung nicht einhält, der oder die hat, wie es früher zu unseren "Bund-Zeiten" (übrigens wie der berühmte Lehmann aus der Neuen Vahr Süd ebenfalls einige Jahre früher in Dörverden-Barme, mit dem kleinen Unterschied, dass ich nicht in der Neue Vahr Süd gewohnt habe, sondern in der Neuen Vahr Nord, dem besseren Stadtteil) hieß, verschissen. Sonderappel, Sonderreinigungs-dienste, Wochenendsperre, Urlaubssperre und verschärfte Stubenkeile waren die Folgen. Russe hin, Russe her - in Afghanistan wird es wohl eher heißen: Taliban hin, Taliban her, Hauptsache der Spind immer picco bello. Kein Staubkörnchen durfte am Handschuh des Uffz mit Volksschulabschluss, wenn überhaupt, zu sehen sein, wenn er in deinem Spind herumgrabbelte und alles mühsam auf Kante Gebrachte wieder in Unordnung brachte, um dich wie ein Idiot anzubrüllen:"Haben wir das nicht schon mehrmals geübt, Sie Lappen? In drei Stunden komme ich wieder, Ihr Wochenende können Sie sich wohl klatschen, wenn ich wieder so einen Müllhaufen vorfinde!" So oder so ähnlich wird es wohl heute in Afghanistan nicht mehr zugehen, zumal dort ja wohl überwiegend Freiwillige Dienst schieben, und wo sollten sie sich am Wochenende dort auch volllaufen lassen?

 

Unantastbar indessen, auch für den dümmsten Unteroffizier, waren und sind im Spind die Pin-ups. Egal, ob du das Bild von der Mutti, von der Freundin, von den Kindern oder von der gesamten Familie angepinnt hast, das ist und bleibt deine Privatsache. Auch außerfamiliäre Fotos von jungen Frauen in mehr oder weniger animativen Posen waren und sind von jeher bei den jungen Soldaten und Soldatinnen sehr beliebt. Hier nun hat sich allerdings, besonders in Afghanistan, die Unsitte bei den jungen Menschen eingeschlichen, zunehmend familienoriente Fotos zu vernachlässigen, um stattdessen unschöne, zumeist pornografische Abbildungen in die Spindinnentüren zu kleben. So mancher abgebrühte Stuffz soll beim Öffnen der Spindtüren seine dienstlichen Verpflichtungen im Hinblick auf Staubforschung und Kantenbemessung vergessen haben, um sich an den Pin-ups zu ergötzen - ja, teilweise um handgreiflich zu werden.

 

Dieser unhaltbare Zustand hat sich bis ins Bundesverteidigungsministerium, ja, bis zum Minister selbst, herumgesprochen. Selbiger kam dann nach Rücksprache mit seiner Gattin Stephanie zu dem Entschluß, persönlich nebst Gattin in Afghanistan persönlich für Ordnung in den Spinden zu sorgen. Er erließ ad hoc, noch vor seiner Reise ins wilde Afghanistan, die HdV 349/2010 mit dem Inhalt: Alle bisherigen Pin-ups seien sofort aus den Spinden zu entfernen, ohne wenn und aber, egal ob Mutti oder Nutti. Die Spindinnentüren haben bis zu seinem geheimen Eintreffen nebst Gattin und nebst Sabbelstrippe Kerner am 12. Dezember blank zu sein. Ab dem 14.Dezember, also kurz nach seiner Abreise aus Afghanistan, seien dann nur noch ausschließlich Pin-ups erlaubt, die entweder das Konterfei seiner Stephanie oder aber das seiner selbst abbildeten. In der HdV 349 erklärt der Minister dann noch persönlich, dass er und auch seine Gattin sich in einem Fotostudio in Kabul extra für die neue Spindkultur in Afghanistan haben in mehreren Stellungen und Posen keusch fotografieren lassen. Einige dieser Guttenberg'schen Pin-ups sind der HdV 349 beigefügt gewesen. Wir sehen also: Die Guttenbergs opfern sich quasi auf für unsere Jungs und Mädels in der Ferne. Sie scheuen vor nichts zurück, um die Moral, und das nicht nur in Afghanistan, zu hüten und zu schützen. Wie man hört, sollen die Uffze und Stuffze ihren Spindkontrolldienst jetzt allerdings sehr lustlos ausüben. Sie schauen nur kurz rein, dann Klappe wieder zu.

 

Uli Pelz  

 

 

 

 

 

 

Sonntag 28.November 2010

F&U am Sonntag

JETZT GEHTS LOS

DIE GRÜNEN WOLLEN ES WISSEN

oder: in Hamburg ist nicht nur ein Sack Reis umgekippt 

SIE LASSEN DIE EHE MIT DEN SCHWARZEN IN HAMBURG PLATZEN:

 

Wenn das man gut geht! Im Überschwang der Umfrageselbstliebe (siehe unten) streben die GRÜNEN jetzt an die Macht. Den Anfang soll Hamburg machen. Dort haben sie heute das Regierungsbündnis mit der CDU aufgekündigt. Auf einer Landesmitglieder-versammlung am 13. Dezember soll der Ausstieg aus der Koalition besiegelt werden. Das bedeutet dann: Neuwahlen in Hamburg Anfang nächsten Jahres. Dann wollen fast zeitgleich Christa Goetsch in Hamburg und Renate Künast in Berlin das Regierungszepter in die Hände nehmen. Verantwortlich für diese Grünenhektik ist nach Auffassung von Experten Angela Merkel. Was hat sie nicht letztens im Bundestag gegen die GRÜNEN polemisch vom Leder gezogen. Sie, die GRÜNEN; so Angela, seien in der Energiepolitik und in der Umweltpolitik doch überhaupt nicht ernst zu nehmen. Erst würden sie mit den Sozis zusammen für Gorleben gewesen sein, dann später schottern sie. Auch hätten sie der Verlängerung der Nutzung der Atomkraftwerke zugestimmt, jetzt wollen sie zusammen mit den Sozis beim Verfassungsgericht klagen. Das sei doch alles scheinheilig und reinweg opportunistisch. Kein Wunder, so Angela, wenn der öffentliche Autoverkehr in den rot-grünen Städten peu a peu zusammenbricht, wenn die grünen Umweltminister dort aus Hauptverkehrsstraßen Reiterpfade und Fahrradwege machen und die Autos dort nur noch mit Tempo 10 durchschleichen dürfen und auch noch ständig von unnützen Verkehrsampeln blockiert werden. Nein, so Angela, mit diesen Strickmustern und Vegesackern sei kein Staat zu machen, so könne die Bundesrepublik im Europäischen und im Atlantischen Bündnis nicht bestehen. Außerdem, so Angela weiter im Bundestag, seien die GRÜNEN alles doch nur Moralpharisäer, siehe die Gerüchte um Cem und Claudia, oder siehe das Schwadronieren von Jürgen bei den Junggrünninnen in Freiburg. All dieses und noch viel mehr hat nun den GRÜNEN in Hamburg und auch im Bund gereicht. Mit diesen SCHWARZEN, so ein Grünenmitglied in Hamburg, kann man nicht zusammen im Bett liegen, die schnarchen doch nur noch. Auch Claudia und Cem in Berlin jubilierten. Die Hamburger Entscheidung sei konsequent und richtig. Wenn das gemeinsame Schlafzimmer, so Claudia, nur noch zum Bücherlesen (Anmerkung der Redaktion: zuletzt soll nur noch gelesen worden sein dieses Papstbuch mit den Parisern) genutzt würde, dann seien Neuwahlen eines neuen Partners die logische Konsequenz.

 

 

 

 

 

 

Montag 22. November 2010

GRÜNES WOCHENENDE

 

 

Unser Jung-Volontär Armin Wnoucek muß heute einmal alles für F&U erledigen. Der eine Herausgeber hat sich bei der Kohlfahrt was am Magen weg geholt und liegt flach, der andere ist seit Tagen nicht mehr in der Redaktion gewesen, und unsere Katharina ist einmal wieder auf Kulturfahrt irgendwo in Deutschland. Also muß Armin Wnoucek ran, denn es gibt einiges zu berichten vom Wochenende. Hier sein Bericht in Kurznachrichtenform (das kann er, er hat ja einmal Praktikum bei der taz gemacht):

 

 

VERKOCHT

 

Der Herausgeber dieses Magazins war der Einladung des Nachbarschaftsclubs "Heile Welt" zur Kohlfahrt nach Bremen-Nord gefolgt. Von Bahnhof Burglesum aus ging es zu Fuß immer den Deich lang nach Flathmann. Unterwegs wurde, wie der flachliegende Herausgeber telefonisch noch mitteilen konnte, aus einem Handwagen heraus reichlich eingeschenkt. Schon ordentlich alkoholisiert mußte im Lokal angekommen dann mittelmäßiger, wenn nicht schlechter Kohl konsumiert werden. Der Herausgeber sprach von einer pampigen, breiigen grünen Masse auf den Tellern, die dann von einigen TeilnehmerInnen noch weiter verquirlt wurde mit dem Pinkel. Andere stampften auch noch die gereichten Kartoffeln unter die Masse. Dazu wurde wieder hemmungslos getrunken, dann später wurde noch versucht zu kegeln, danach Tanz. Unser Herausgeber: alles verkocht  und verpudelt. Er will morgen wieder auf der Matte stehen.   

 

 

VERGEIGT

 

Werder Bremen hat am Samstag in Gelsenkirchen gegen Schalke 04 gespielt.

Jetzt Platz 12.

 

 

VERLIEBT

 

Auf dem Bundesparteitag der Grünen in Freiburg haben dieselben sich jetzt in sich selbst verliebt. Sich in der Sicherheit wiegend, dass die Schönheit der aktuellen Umfrageergebnisse bis zu den nächsten Kommunal-, Landtags- und Bundestagswahlen anhalten wird, können sie sich vor Eitelkeit und Narcissmus kaum noch retten. Man spricht in grünen Kreisen davon, dass Cem der Claudia im Überschwang parteihormoneller Ausschüttungen backstage zweideutige Angebote gemacht haben soll. Jürgen, der ja ohnehin vor Vegesackischer Schönheit und Selbstverliebtheit nicht laufen kann, soll im Parteivolk nach jungen, nichtstrickenden Nachwuchskräftinnen Ausschau gehalten haben. Die schwule Fraktion der Grünen soll in der Nacht auf einem offenen Christopher-Street-Day-Wagen mit entblösten Hinterteilen durch Freiburg gezogen sein, wenn man den Informationen unzuverlässiger grüner heterosexueller Kreise glauben darf.  Der Selbstliebeswahn ist leider gestört worden durch einige unverbesserliche Sportverächter, die die Olymischen Spiele in Parmisch-Gartenkirchen verhindern wollen. Claudia: Grüne Deppen!  

 

 

VERSPÄTET

 

Nun also doch, wenn auch verspätet: Der Papst gibt die Pariser frei. Allerdings vorläufig nur die grünen. Mit den grünen Dingern können jetzt in Ausnahmefällen katholische Ansteckungen und tödliche Krankheiten verhindert werden. Wer andere Farben benutzen will, der muß weiterhin die Erlaubnis des örtlichen Geistlichen, in krassen Fällen wie z.B. einfache Sexuallust muß die Erlaubnis des Kardinals, wenn nicht sogar die des Chefs selbst eingeholt werden. Der Geistlichkeit selbst ist der Gebrauch der Überzieher, egal welcher Farbe, nach wie vor nicht gestattet. Wozu auch, so der Chef, meine Jungs haben das doch gar nicht nötig! Sie lieben entweder sich selbst, die Mutter Maria, die weit weg ist - oder mich! Also, so Bennedetto, was soll's?   

 

 

 

 

 

 

Hans Holbein, Büßerhemd,            Kaltes Knipp

in Sack und Asche gehen                auf Schwarzbrot

17. November 2010

Buß- und Bettag

AKTUELLES AUS DER BUSS- UND BETHALLE; ODER: KALTES KNIPP


 

In die Anwesenheitsliste der Buß- und Bethalle haben sich heute eingetragen:

 

1.       Angela Merkel, wegen ihres verlogenen Dankesbriefes und der scheinheiligen 4 Versprechen an die Deutsche Bevölkerung von heute

2.       Silvio Berlusconi, wegen mehrfachen Ehebruches und wegen mehrfacher Verhöhnung der Italienischen Justiz

3.       Wladimir Wladimirowitsch Putin, wegen seiner Verantwortung für die staatlich gelenkten, undemokratischen und menschenverachtenden, teiweise sogar tödlichen Verfolgungen russischer Journalisten und Journalistinnen

4.       Nicolas Paul Stéphane Sárközy de Nagybócsa, wegen kränkender Verletzungen der Carla Bruni, der er mehrfach vorwarf, sie würde immer noch mit Axel Brüggemann aus Arbergen gehen - was ja gar nicht stimmt

5.       Jens Börnsen, wegen seines parteiopportunistischen schuldzuweisenden Verhaltens bei einer Versammlung in Gröpelingen, bei der er alle Verantwortung für Soziale Kürzungen den „Schwarz-Gelben in Berlin“ zuwies und die um ihre Existenz bangenden Sozialvereine mit dem Spruch zurückließ: „Gerechtigkeit heißt, dass diejenigen mehr bekommen, die es auch am meisten benötigen“

6.       Helmut Weigelt, wegen seiner Mitverantwortung an der Ausbremsung niedersächsischer Autofahrer, die auf dem Autobahnzubringer Franz-Schütte-Alle (neuerdings: Richard-Boljahn-Allee) nur noch Tempo 50 fahren dürfen, teilweise sogar nur 30, wie auf der Bismarckstraße, und die jetzt eine halbe Stunde später in Oyten, Bassen und Ottersberg nach Feierabend zu Hause ankommen und nur noch kalte Bratkartoffeln und kaltes Knipp vorfinden

7.       Ursula von der Leyen, genannt Uschi von der Leyermann,  wegen Geiz gegenüber den Hartz-IV-Empfängern und wegen der ungerechten Rentenkürzungen - besonders im Falle des Rentners P. aus Woltmershausen

 

Nach eingehender Prüfung aller Bußanträge wurde von der Buß- und Betkommision keinem der Vergebungs-Anträge stattgegeben.

 

 

 

 

 

 

Bild: Wikipedia / 1783: Tyburn's Triple Tree
Bild: Wikipedia / 1783: Tyburn's Triple Tree

Mittwoch 03. November 2010

DER 3.NOVEMBER IM SPIEGEL DER GESCHICHTE

 

 

3. November 0644: In Medina wird der zweite Kalif, Umar ibn al-Chattab, von einem persischen Sklaven ermordet.

 

3. November 1493: Christoph Kolumbus entdeckt auf seiner zweiten Reise von Lissabon aus eine Karibikinsel, die er nach dem Tag ihrer Entdeckung Dominica nennt.

 

3. November 1783: Der Straßenräuber John Austin wird als letzter Verurteilter am Tyburn-Galgen gehenkt.

 

3. November 1913: Marika Rökk, deutsch-ungarische Tänzerin und Schauspielerin wird geboren.

 

3. November 1914: Der Büstenhalter wird in den USA von Mary Phelps-Jacob patentiert

 

3. November 1918: Der Kieler Matrosenaufstand greift auf die Arbeiter über und löst damit die Novemberrevolution in Deutschland aus

 

3. November 1957: Sputnik 2 bringt mit der Hündin Laika das erste Lebewesen in der Geschichte der Raumfahrt in eine Erdumlaufbahn.

(Frage: hätten nicht damals schon einige Insolvenzverwalter und Staatsräte mit hochgeschickt werden können?)

 

3. November 1970: Salvador Allende wird vom chilenischen Parlament zum Präsidenten von Chile gewählt.

 

3. November 1989: Die DDR gestattet ihren dortigen Bürgern die direkte Ausreise aus der ČSSR in die Bundesrepublik Deutschland, nachdem erneut etwa 5.000 Menschen in die westdeutsche Botschaft in Prag gelangt sind.

 

3. November 2000: Erfindung des Weltmännertages. Dieser soll laut Aussage des Schirmherrn Michail Gorbatschow das Bewusstsein der Männer für Chauvinismus, Sexismus und Alkoholismus schärfen.

 

3. November 2003: Okkupation der Geschäftsräume eines Bremer Vereins für Jugendhilfe und Soziale Arbeit  durch den Insolvenzverwalter Spürmann und seine Gehülfin. Wenig später töteten sie gemeinschaftlich mit Unterstützung der Verräterischen Barbara und des Geizigen Pfau den Geschäftsführer. Alle kamen ungestraft davon. Im Gegenteil: Spürmann hat sich noch dick bereichert an der Tötung, zwar nicht in dem unverschämten Maße wie sein Artverwandter Bullmann in einem ostfriesischen Fall, aber immerhin hatte auch er leuchtende Augen. Die Verräterische B. und der Geizige Pf. machen bis heute so weiter wie immer schon. Die eine verunstaltet nach wie vor Kinderspielplätze, der andere nennt seine Schutzbefohlenen nach wie vor Pappenheimer.

 

3. November 2010: Das Leben ist schön. Der frühere Geschäftsführer eines Jugendhilfevereins kauft eine Fahrkarte für zwei Personen hin und zurück nach Leverkusen. Dort singt am Sonntag Mariza aus Lissabon. Fado. Schön und traurig

       Wiedehopf                       Silberlinge                Insolvenzverwalter

 

 

 

 

 

 

Sachbearbeiter J. als W.
Sachbearbeiter J. als W.

Mittwoch 01. September 2010

 

AGENTUR FÜR ARBEIT SUCHT WEIHNACHTSMÄNNER

 

Da muss sie doch gar nicht lange suchen!

 

WIE HEUTE DER HEIMATZEITUNG ZU ENTNEHMEN WAR, sucht die Agentur für Arbeit für die kommende Weihnachtssaison Weihnachtsmänner. Im Klartext bedeutet die Meldung: Weihnachtsmänner suchen Weihnachtsmänner! Eigentlich paradox, wäre die Meldung nicht tatsächlich eine ernsthafte. Das wäre doch eine gute Gelegenheit für die W-Männer der Agenturen für Arbeit, sich einmal von ihren durchgesessenen Drehstühlen, von ihren nutzlosen PC's, von ihren überdimensionalen Schreibtischen, an denen ja gar nicht mehr geschrieben wird, und von ihren muffigen aufgemotzten Büros zu verabschieden, um in der klaren, frischen Winterluft draußen einmal das echte Arbeitsleben als Weihnachtsmänner und Weihnachtsfrauen zu erleben.  Statt unproduktiv und eigentlich nur um sich selbst drehend in den Palästen der Arbeit zu schmoren, könnten sie so das wahre Leben außerhalb von langen Wartefluren und Amtskantinen kennenlernen. Nein, selbst für diese abwechslungsreiche nichtverbeamtete Tätigkeit sind sie sich zu schade und suchen wieder andere Arbeitslose, die ihnen die Arbeit abnehmen. Für 30 Euro pro Einsatz, während sie selbst arbeitslos die dicken Weihnachtsbeamtengehälter weiterkassieren.

Das ist doch ungerecht! Das hat doch mit dem Fest der Liebe nichts mehr zu tun! 

 

 

 

 

Der geizige Pfau
Der geizige Pfau

Montag 16. August 2010

GEIZIGER PFAU BEI LA STRADA

 

Ich habe den geizigen Pfau gesehen, sonst fast nichts!

Katharina Loewe (1,68 m) war am Sonntag bei La Strada

 

Hier oben im Bild, das ist er. So bewegte er sich am Sonntagnachmittag beim 16. Internationalen Straßen-Zirkus-Festival LA STRADA zwischen Marktplatz, Liebfrauenkirchhof und Domshof. Bei anfänglich gutem Wetter stolzierte er auf seine unnachahmliche Art durch die Zuschauermassen, das Federkleid weit aufgespreizt, den Kopf in die Höhe gestreckt, zwischendurch immer diese krächzenden, aufmerksamkeitsheischenden Laute von sich gebend. 

 

Die vielen nationalen und internationalen Besucher des Festivals fragten sich, ob der Auftritt des Narzissten zum Festival gehöre, oder ob er einem ostwestfälischen Vogelpark entlaufen sei. Bei einem Blick in das Programmheft wurde klar, dass der Vogel nicht zum Festivalprogramm gehörte. Er nutzte wohl die Gunst der Stunde, um sich einem breiten Publikum vorzuführen. Auch soll er den Künstlern gespendet haben. Einige Besucher berichteten davon, dass er wohl großzügig 5-Cent-Stücke in die Künstlerhüte geworfen haben soll! 

 

Später, als alle, die keinen Schirm dabei hatten, vor dem einsetzenden Regen Schutz suchten, sah man ihn tänzelnd und selbstverliebt über den Domshof Richtung Alex stolzieren, wo er dann wohl zusammen mit einer blondgelockten Pfäuin einen Platz draussen unter dem Dach fand. Andere Besucher des Lokals, zu denen ich gehörte, und die nach 15 Minuten immer noch nicht bedient wurden, nutzten den Auftritt des Pfaus als Gelegenheit, das professionellste Cafe von ganz Bremen und Umgebung wieder zu verlassen, um bei Knigge ein schönes Stück Käse-Sahne-Torte und eine schöne Tasse Bohnenkaffee zu genießen. Beides, Torte und Kaffee, standen in dem vollbesetzten Cafe innerhalb von 5 Minuten auf dem Tisch!

 

Und sonst? La Strada? Ich wollte so gerne Cie Filophile auf dem Marktplatz, Le Tennis auf dem Liebfrauenkirchhof und das Ana Monro Theater auf dem Domshof sehen, aber - meine Körpergröße ließ einen freien Blick auf die Artisten nicht zu. Gut, ich hätte mich den Kindern zugesellen können, die vorne sitzen durften. Aber nein, ich möchte als Erwachsene, wenn auch kleine Erwachsene, bei diesem Stadtvergnügen etwas sehen und erleben. Das war nicht möglich. Hier müssen sich die Organisatoren für die kommenden Veranstaltungen etwas einfallen lassen. Das kann doch nicht sein, dass dieses angeblich schöne, spassige Festival nur etwas für Große, Breite, Dicke, Lange, Kinderaufderschultertragende und Aufbierkistenstehende ist. Währenddessen wir Kleineren hinten stehen und auf verschwitzte Rücken blicken dürfen.

 

Na ja, zum Trost hatten wir ja den Pfau!

 

Katharina Loewe

 


 

 

 

 

3. Mai 2010


Tanz in den Mai und Maifeuer bei Schulz 

von Josef Fellstein

 

Bei Schulz hinter der Erdbeerbrücke ist traditionell am Abend vor dem 1.Mai böse was los.

Die Dorfbewohner kommen zum Tanz in den Mai, der drinnen im Saal stattfindet, zusammen. Dieses mal spielte die Tanzkapelle „ Jonny Brüning und seine Musikanten“ zum Tanze auf. Flotte Walzer und Rumbas ermunterten schon früh die Tanzwilligen zu schwungvollen Parkettleistungen. Zum Luftholen in den Tanzpausen gab der Arberger Shantychor „Frische Brise“ Proben seines Könnens ab. Flotte Lieder von See und von Land erbauten das aufmerksame Tanz-in-den-Mai-Publikum. Ganz Tanzwütige tanzten sogar zu den Weisen der Arberger. Wer es mit Tanz und Shanty nicht so hat, der trifft sich traditionell lieber draußen bei Schulz am Haake-Beck-Ausschank. Von hier aus kann man das Feuer, das Schulz gegen Mitternacht oben am Deich entzündet, auch viel besser sehen. Dicht gedrängt stehen hier die meist männlichen Dorfbewohner und begießen das kommende Feuer und den kommenden Mai mit reichlich Bier und Korn. Hier reihte ich mich auch ein und fand schnell gute Kontakte zu den Umstehenden, zumal ich ja als Neuling erst einmal zwei Runden Bier und Korn geschmissen hatte. Danach hatte ich dann freies Trinken, weil immer irgendjemand von den 20-30 Trinkenden eine Runde schmiss. So war denn auch schon weit vor Mitternacht eine lockere, fröhliche Runde am Haake-Beck-Wagen versammelt und irgendwie stand immer wieder ein frisches Bier-Korn-Duett vor dir, so dass du irgendwann völlig Raum und Zeit und alle Verwandten vergessen konntest. Dann war Mitternacht und Schulz entzündete das kleine Feuer oben am Deich, begleitet von drei weiteren Freirunden, die von Schulz persönlich kamen. Ein Dorfbewohner stimmte aus der guten Laune heraus „Veronika der Lenz ist da“ an und alle sangen die 14 – 16 Strophen mit, teilweise mit neuerfundenen Texten, die nicht immer ganz jugendfrei und stubenrein waren. Zu aller Maiglückseeligkeit trug dann auch noch der Sachverhalt bei, dass plötzlich, so gegen Null Uhr dreißig, zwei leibhaftige Hexen auf Besen reitend, vom Dach des Haake-Beck-Ausschank-Standes in die Herrenmenge rutschten. Jetzt war die Stimmung auf dem Höhepunkt, einige Dorfbewohner kugelten sich vor Lachen. Und als die beiden Hexen auf die Frage, von wo sie denn abgeflogen seien, auch noch brav antworteten: vom Krähenberg auf der anderen Seite, da war ganz aus mit den Dörflern. Einige konnten vor Lachen das Wasser nicht halten, andere verschütteten Bier und Korn auf dem Oberhemd des Nachbarn. Ich fand mich irgendwann am Morgen eingeschlafen in Höhe Cafe Sand auf der anderen Seit wieder. Wie ich da hin gekommen bin, weiß ich bis heute nicht. Drei Meter von mir entfernt lag ein Besen. Ob das etwas zu bedeuten hat?

http://www.hexenbesenmanufaktur.de/assets/images/hexenbesen.jpg

 

 

 


 

07. April 2010


Hilfe, mein Rotes Bremer Behördentelefonbuch ist weg!

Ich hatte einmal ein schönes rotes Bremer Behördentelefonbuch. Zuletzt hatte ich es im Bamberger Haus in der Hand. Das muss so im November / Dezember des vorigen Jahres gewesen sein. Auf jeden Fall lag Schnee. Jetzt blühen die Narcissen und Forsithien, von meinem Roten Buch aber weit und breit keine Spur. Ist es in Arbergen gelandet? Oder möglicherweise von dort weiter gewandert nach Mahndorf, oder was weiss ich wohin. Gestern wollte ich mit dem Fundamt telefonieren um dort nachzufragen, ob mein Büchlein dort möglicherweise abgegeben wurde. Ging aber nicht - hatte ja keine Nummer. Ich bin verzweifelt. Ohne dieses Buch gehen meine gesamten Kontakte zu den Behördenverloren. Ich muß noch wegen der Steuern telefonieren, wegen meines Bußgeldbescheides wegen zu hohem Tempo, wegen der Müllabfuhr wegen einer Nichtabfuhr und wegen meines Personalausweises, den ich dummerweise bei 40 Grad Buntwäsche mitgewaschen habe. Er steckte noch oben in der Polo-Shirt-Brusttasche - allerdings in veränderter Form. Was nun? Kein gültiger Perso, kein Rotes Telefonbuch. Wer kann mir weiterhelfen? Oder sollte ich warten, bis die Neuorganisation der Bremer Behörden vollzogen ist. Es sollen ja, wie man hört, 2000 - 3000 Stellen gestrichen werden, die jetzt alle noch in dem alten Roten Buch drin stehen. Das neue Buch wird dann ja sicherlich dünner, und wohl auch billiger. Dieses alte, von dem hier die Rede ist, hat immerhin knapp 20 € gekostet. Ich werde wohl noch einmal bei Claudia anfragen, ob sie mein Buch nicht doch aus Versehen, als sie bei mir im Büro im Bamberger Haus war, gedankenverloren eingesteckt hat. Allerdings habe ich keine Adresse mehr von Claudia.

Kennt jemand eine Claudia aus Arbergen, sie soll in der Nähe der dortigen Mühle wohnen. Bitte helft mir!

 

 

 

 

 

05. April 2010


Irreführende Endzahlen

eine Ermittlung von Katharina Loewe

 

Überall begegnen wir ihnen: diesen 2stelligen Zahlenpaaren als Anhänge an Firmennamen, Vereinsnamen, Vornamen oder Familiennamen. E-Mail-Adressen und Internetseiten werden damit bestückt, ebenso T-Shirts und Aut0kennzeichen. Aha, denken wir bei der Begegnung mit den augenfälligen Phänomenen, das Gründungsjahr, das Geburtsjahr, das Alter oder die Hausnummer. So dachte ich bisher auch immer. Bis zu dem Zeitpunkt meiner ersten Begegnung mit meiner neuen Nachbarin Anna, etwa 45 Jahre alt, allein lebend, Hausnummer 157a, arbeitslose Soziologin. Wir verstanden uns von vorne herein als Nachbarinnen sehr gut und tauschten unsere Telefonnummern und E-Mail-Adressen aus. Die E-Mail-Adresse, die Anna mir auf einen kleinen Zettel schrieb, lautete: Soziologin.ANNA22@web.de . Hhmm, dachte ich im Stillen, 22, was soll das denn bedeuten? Und warum Anna großgeschrieben? Jahrgang 22 kann sie ja wohl nicht sein, 22 Jahre alt ist sie auch nicht mehr, die Hausnummer kann es auch nicht sein. Was ist das Geheimnis dieser 22? Hat sie möglicherweise in ihrem Leben bisher 22 Partner oder Partnerinnen gehabt? War das 22.Lebensjahr etwas Besonderes für sie, oder was verbirgt sich hinter dieser 22? Es ließ mir keine Ruhe, und ich wollte es unbedingt heraus finden. Dabei sah ich wie in einem Katalog all‘ die anderen Namen mit Zahlenergänzungen vor meinen Augen. Mir schwirrten durch den Kopf: Schalke 04, Ernte 23, Fenix 07, Hannover 96, Gabriele 49, Plantage 24, Juno 10 und viele andere mehr. Ich war jetzt wild entschlossen, hinter die Geheimnisse all‘ dieser Zahlenkombinationen zu kommen und machte es mir zur Aufgabe, einmal genau nachzufragen. Ich ging spontan zu Anna hinüber, klingelte und fragte sie noch an der Haustür bevor sie grüßen konnte nach dem Geheimnis der 22. Ihre ebenso spontane Erklärung war äußerst verblüffend: Deswegen kommst du rüber? Das ist meine Diplomabschlußnote von vor ca. 20 Jahren, die 2,2,. Und weil man in E-Mail-Adressen keine Kommas einsetzen darf, habe ich daraus einfach die 22 gemacht. Mein Gott Anna, mir fällt ein Stein vom Herzen – ich dachte schon…Nun war meine Neugier verstärkt geweckt und ich machte mich auf den Weg, auch die Geheimnisse vieler anderer Endzahlen oder Zusatzzahlen zu lüften.

Hier nun also die Ergebnisse meiner Recherchen in einer kurzen Zusammenfassung nach dem Prinzip Vermutung und Wahrheit:

 

Wer vermutet bei Hannover 96 nicht spontan, dass es sich hier um das Gründungsjahr des Vereins im Jahre 1896 handelt. Nach Auskunft von Präsident Kind, den ich in Hannover persönlich kurz sprechen konnte, jedoch: Das Gründungsjahr von Hannover 96 kenne man gar nicht so genau. Das könne schon in der Steinzeit gewesen sein, konkrete Dokumente liegen dem Vorstand nicht vor. Die Art und Weise jedoch, wie in Hannover Fußball gespielt werde, lasse darauf schließen, dass die Wurzeln des Vereins weit vor 1896 liegen müssen. Nein, so Kind, die Zahl 96 verweise auf die ewige Leistungsfähigkeit der Hannoveraner in der 1.Liga. Sie liege eben nur bei 96%, von daher die Namensergänzung. Danke Herr Kind.

 

Bei dem Jugendhilfeparadies Plantage Twenty 4 liegt der Schluss ja nahe, dass es sich hier am Ende um die Hausnummer handelt. Die Paradieschefin stellte auf telefonische Nachfrage allerdings klar, dass dieses ein Trugschluss sei. Das habe mit der Hausnummer nichts zu tun, so die Chefin. Die 24 stehe für den unermüdlichen Einsatz, mit dem sie persönlich und ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für das Jugendhilfeparadies und für die vielen jungen Menschen, die dort ankommen, im Einsatz sind. Quasi rund um die Uhr, von daher die 24. Sie hätten, so die Chefin, zwar keine professionelle Öffentlichkeitsstruktur wie andere 24-Stunden-Dienste, unter anderem keine einsehbare Internetseite, trotzdem könnten wir ihr schon glauben, dass alle im Jugendparadies Plantage 24 voll und ganz und rund um die Uhr für die Jugend da seien.

 

Gabriele 49, das konnte für mich nur das Lebensalter heißen. Zumal das Bild, das sie mir einige Tage vor dem Interview per E-Mail zu kommen ließ,  nichts anderes vermittelte, als dass es sich hier um eine Endvierzigerin handeln muss. Dynamisch, freundlich, herzlich, sportlich, noch jung. So begrüßte ich sie auch entsprechend mit den Worten: Schön Sie zu treffen, Sie sind ja mit Ihren 49 Jahren noch voll gut drauf, wie wollen wir das Gespräch beginnen? Das allerdings fand Gabriele 49 nun gar nicht gelungen! Was soll denn das, wollen Sie mich verarschen, ich bin über 60, und das macht mich verdammt depressiv. Verstehen Sie denn das nicht? Entschuldigung, ach so, dann steht die 49 wohl für das Geburtsjahr 49., stammelte ich. Ja, verdammt, das ist die traurige Wahrheit, Jahrgang 1949, das müssen Sie sich einmal vorstellen. Aber das ist doch ein wunderbares Geburtsjahr, versuchte ich zu beruhigen. Da können Sie doch stolz drauf sein, Sie sind genau so jung oder alt – wie immer man das betrachten will - wie die Bundesrepublik Deutschland und die Volksrepublik China, die ja beide im gleichen Jahr gegründet wurden. Und was ist mit der DDR? Warum ich die unterschlagen würde? Das ist doch eine gezielte revisionistische Attacke gegen mich, so die Befragte, das allein ist Ihr Interesse an mir! Auch wenn es die DDR in der alten Form nicht mehr gäbe, so sei das doch noch lange kein Grund, sie so einfach aus den Analen der Geschichte zu streichen, schließlich hätte sie und viele tausende Freunde und Freundinnen im Westen für den Aufbau des Sozialismus in der DDR gearbeitet. Vergessen Sie das bitte nicht! Ich musste weiter beruhigen und erklärte, dass es nicht meine Absicht sei, sie geschichtlich zu unterschlagen. Ich wolle doch nur zum Ausdruck bringen, dass sie mit dem Geburtsjahr ja nun quasi in einer geschichtlichen Reihe mit Adenauer, Mao und Pieck stehe. Das sei doch auch etwas, oder? Gabriele kündigte zum Schluss des Gesprächs nur noch an, dass sie die 49 nach diesem Gespräch jetzt wohl streichen wird; das würde sie sich nicht ein zweites Mal bieten lassen, so einen geschichtsverdrehenden, revisionistischen Angriff auf ihre Person. Sorry!

 

Nächste Station: Gelsenkirchen. Mein Heimatgebiet. Ich stamme ja aus Herten-Disteln. Gute Gefühle, Schalke 04, mein Lieblingsverein. Denkste, Puppe. Was ich denn wolle? Käme extra aus Bremen angereist mit der lapidaren Frage nach der 04. Ich solle es doch zugeben, dass ich für Werder spionieren wolle. Herr Magath erschien persönlich. Es gibt hier außerhalb unserer offiziellen Erklärungen keine Auskünfte, basta! Oder ob er mich ein paar Mal die Zuschauertribünentreppen hoch und runter schicken solle, damit ich es verstehe? Oder ob er Kurany rausschicken solle, der auch nicht weiß, was Schalke 04 bedeutet – dann können Sie sich ja zusammen tun! Zum Schluss Magath: Gehen Sie doch zu Assauer, der hat lange in Bremen sein Unwesen getrieben. Der kann Ihnen ja vielleicht verraten, was die 04 bedeutet.

Ich also total desillusioniert raus aus der „Glück-Auf-Kampfbahn“ und Assauer angerufen. Assauer am Telefon: Pass mal auf Püppchen, mit Schalke bin durch. Da sach ich nix mehr zu. Fahr am besten schnell nach Bremen zurück und grüß mir die alten Kumpels, wenn se nich inzwischen alle gestorben sind. Und Schalke wünsch‘ ich, dass se beim nächsten Auftritt in Bremen wieder 0:4 einen aufn Arsch kriegen.

Somit wäre das also auch geklärt. Rückfahrt auf der Autobahn. Bei Osnabrück rammt mich in einem Baustellenbereich mit Tempo 40 ein Hamburger von hinten. Nackentrauma. Bei der Unfallaufnahme durch die Polizei sehe ich hinten am Hamburger Wagen einen Aufkleber: Altona 93. Ich war total fertig!

 

Die Gespräche mit der FSFG Fenix 07, die ja gerade kürzlich den Namen geändert hat, waren einfach, da es ja quasi Selbstgespräche waren. Es heißt jetzt nicht mehr: Freie Sport- und Freizeit- Gemeinschaft Fenix 07 Bremen, sondern ab sofort: Fortschrittliche-Spott&Flott-Genossenschaft Fenix 07 Bremen. Und das mit der 07 ist auch ganz einfach. Nicht das Gründungsjahr, wie man auch hier vermuten könnte, sondern: 0 Nordic Walking (keine Stöcke), maximal 7 Genossen. Wenn 7 zusammen sind, dann soll ein Verein gegründet werden. Vereinsmanager sollen entweder Assauer oder Magath werden.

 

 

 

 

 

19. März 2010


Rauchen - früher und heute

von Josef Fellstein

Raucher im Wohnzimmer
Raucher im Wohnzimmer

Was haben wir doch früher frei gequalmt! Bis die Gardinen gelb waren und die Kinder freiwillig nach draußen liefen, um frische Luft zu schnappen. Mit und ohne Filter. Wer etwas intellektuell darstellen wollte, der glänzte nicht durch Wissen und Argumentations-

kraft, sondern durch das öffentliche Rauchen besonderer Marken - besonders stark stinkender Marken ohne Filter: Roth-Händle, Virginia, Reval, Nil, Gold-Dollar, Overstolz oder noch besser: Selbstgedrehte, holländischer Tabak - konnte man auch gut mit anderen Stoffen mischen. Volle Dröhnung, freier Einzug, kein Filter davor. Filter rauchten die Weicheier, die nichts ab konnten. Am spießigsten war doch wohl Ernte 23, danach dann gleich HB und Peter Steuwesand. Junge, Junge war das herrlich: gleich nach dem Wachwerden, noch kurz vor dem ersten Darm- und Blasenablass oder währenddessen, die erste Fluppe. Schön das Badezimmer für die gesamte Familie eingegast und eingeräuchert, manchmal sogar die Frühzeitung dabei, die dann danach auf dem Frühstückstisch landete. Und dann zur Arbeit, ins Büro. Da standen keine rauchenden Kleingruppen oder Teams draußen vor dem Eingang zum Büro - nein, die qualmten frei und locker an ihren Schreibtischen, auf den Fluren oder im Konferenzraum. Egal, ob da etwa Besucher, Kunden oder Antragsteller ins Büro, ins Amt oder ins Geschäfts kamen.

War ja schließlich unser Büro, der Antragsteller hatte sich der Raumtemperatur und der Luftqualität anzupassen. Und nicht umgekehrt! So haben wir Raucher in den Behörden dem Staat doch viele

Geldausgaben erspart, weil viele Nichtraucher doch gar nicht erst dazu kamen Anträge zu stellen, weil sie vorher fast erstickt wären. So muß man das sehen. Und was waren die Zigaretten schön billig früher, 2 DM, 21 Stück. Das waren noch soziale Raucherpreise. Auf den Butterfahrten und den Transitfahrten nach West-Berlin waren sie noch billiger. Viele Raucher-Kollegen fuhren früher mindestens einmal im Monat nach Helgoland oder durch die Ostzone, um sich auf hoher See oder im Inter-Shop für die nächsten Wochen mit den billigen Glimmstengeln einzudecken. Die meisten Stangen wurden dabei selbstverständlich geschmuggelt, ein Teil davon wurde mit Preisaufschlag an die Kolleginnen, Kollegen, Nachbarinnen und Nachgbarn verscherbelt.

Rauchen als kommunikativer, sozialer Faktor - Rauchen als Freundschafts- und Liebesstifter, ja so war das früher.

Und heute? Heute verödet unsere Gesellschaft doch deswegen, weil in Räumen nicht mehr geraucht werden darf. Weder in Privaträumen noch in öffentlichen Räumen. Raucher werden wie Aussätzige nach draußen verbannt. Sie stehen einzeln vereinsamt oder in kleinen Gruppen vor den Toilettenhäusern, vor den Reihenhauseingängen, vor den Betriebseingängen und vor den Gaststätten und Restaurents. Und das Ergebnis: nicht nur gesellschaftliche Exclusion, sondern auch partielle Umweltverschmutzung. Überall vor den Gebäuden liegen jetzt Haufen von Kippen herum. Früher landeten die geordnet im Drückaschenbechern, im Klo, auf dem Frühstücksteller oder in der Bierflasche. Heute mag man sich doch gar nicht mehr den öffentlichen Gebäuden und den Eingängen nähern. Diskreditierte, gebrochene Persönlichkeiten, die verschämt an den individuellen Stengeln saugen, meistens mit Filter. Kein Fragen mehr: Hass ma eine? Kein lockeres Anbieten mehr nach dem Motto: gemeinsam qualmt es sich besser.

Nur noch schnelles Einsaugen, weil die Zigarettenpausen eigentlich gar nicht erlaubt sind - schnell und unauffällig zurück an den Arbeitsplatz. Das macht doch alles keinen Spaß mehr! Das Bier und der Korn am Tresen schmecken nicht mehr.Wozu denn noch Zeitung lesen? Öde Konferenzen, lächerliche Betriebsausflüge. Kultureller Verfall! Nichtraucher und Weicheier haben das Regiment übernommen. Das ist ja so, als würden wir unsere Truppen ohne Waffen nach Afghanistan schicken! Kein Qualm - wie langweilig!