...gut angekommen...

Quartierserkundungen im Buntentor 2020

neue Anschrift: Buntentorsteinweg 197  //  28201 Bremen

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heute am 22.1.20... nur aus dem Fenster meiner Arbeitszelle dem Straßenbahnverkehr und dem Hin und Her auf dem Deich zugeschaut.  Kaffee wurde mir gebracht, später auch Mittagessen. Unterhalb des Zellenfensters bleiben die Leute stehen und schauen in deren Augenhöhe durch das untere kleine Fenster auf die Monitore  meiner Medienstätte. Einige kommentieren ad hoc meine Schreibuntaten - sie gestikulieren und rufen Unanständiges hinauf. In den vor dem Fenster haltenden Straßenbahnen so manchen Arster, Kattenturmer und Habenhausener erkannt. Alles Obervielander. Ein Arster knabberte bereits an seinem Mittagsbrot - Kaltes Spiegelei auf Schwarzbrot -  das ihm seine Ehefrau in einer Tupperdose mitgegeben hat. Eine Gymnasiastin aus Habenhausen hantierte verschlafen mit ihrem Handy rum.   Auf dem Deich im Nebel lahmende Rund-um-den- See-Läufer:innen in sehr sportlichen Faschingskostümen. upz     

 

heute am 20.1.20 ...Zu Fuß in die Stadt. Auf der Deichschartbrücke radikal von einem schnellfahrenden Radler umgenagelt worden, weil ich einen unangemeldeten Schritt nach links wagte. Meine Begleitung warnte mich noch mit schrillem Schrei. Vergeblich  - ich landete übers Brückengeländer geschleudert direkt im kalten See bei den Fischen. Mit letzter Kraft schleppte ich mich nach dem Auftauchen ans Ufer, um mit meiner Begleitung den Fußmarsch in die Stadt zum Kaufen neuer Bratpfannen fortzusetzen.  Im Viertel am alten Wasserturm kein Mensch, den man um ein trockenes Handtuch hätte bitten können,  zu sehen, nur schicke Wohnungen. Danach junge zukünftige Schiffskapitäne auf dem Weg zur Seefahrtsschule, einige bereits mit vier Streifen an den Ärmeln. Aus dem Hause des Bischofs traten vier Mitarbeiter:innen der Abteilung Kirchenaustritte heraus zur verdienten Mittagspause in der Stadt. Herrlich, wie nahe man jetzt zu Fuß dran ist am Geschehen vom neuen Standort aus. Rückfahrt dann, mit zwei neuen schweren Bratpfannen im Rucksack, natürlich, was denn sonst, mit der LINIE VIER. Zu Hause erst einmal mit einem großen Handtuch trocken gerubbelt. Und dann noch eine große Menge geschluckten Werderseewassers in den selben zurück befördert. upz

 

heute am 16.1.20...zu Fuß mit dem Hackenporsche über Kirchweg, Hardenbergstaße, Tieckstraße, Kornstraße, rechts vorbei am Beerdigungs-Institut GEBEIN zum lokalen "Einkaufszentrum". Glasentsorgung und Lebensmittelbesorgungen. Dabei am Spielplatz Tieckstraße vorbei gekommen und am ersten Haus bei der Kornstraße. Was war das ein Theater damals mit der Beseitigung der Birke, die auf dem Spielplatz stand,  direkt vor dem Haus der Reihenhäuslerin. Gegen den erbitterten Widerstand unserer damaligen Landschaftsgärtnerin musste die Blütendreckschleuder letztendlich umgelegt werden. Jetzt isse weg. Den Rückweg mit dem vollbeladenen Einkaufstrolli, man könnte auch sagen: Einkaufsulli, durch die Willigstraße gegangen. Hier soll, wie man hört, ein wichtiger Gesundheitswissenschaftler der Universität Bremen wohnen. Habe nach ihm Ausschau gehalten - er war nicht zu sehen. Wahrscheinlich Vorlesung im Forum Maximum, oder im Hörsaal unten im Keller, oder Kleingruppenarbeit in Raum 93 A. Noch wahrscheinlicher: Mensa der Uni. Alle, die akademisch gerade nichts zu tun haben, sollen ja, wie man hört, dort den ganzen lieben Unitag über anzutreffen sein. Besonders lange sollen sie dort sitzen, wenn es Grünkohl mit Pinkel gibt. Egal, auf jeden Fall war der Professor in der Willigstraße nicht zu sehen, die übrigens auch die Kindheits- und Jugendstraße meines ehemaligen Nachbarn in Woltmershausen war. Er musste die Straße dann später verlassen, weil er eine Arbeit beim CVJM annahm. Wunderbar, wie überall im Quartier, die kleinen Wohnhäuser. Einige sehr schön herausgeputzt, andere leider dem Verfall hingegeben. Auf jeden Fall eine sehr interessante Straße, diese Willigstraße.          

 

 

 

heute am 13.1.20... die Strecke Kirchweg mit dem Auto bis Aleco, Glascontainer,  Hol ab und zurück eingeübt. Hin ist einfach. Für zurück muss man schon eine gewisse Intelligenz und einen geographischen Blick mitbringen. Zurück zum Buntentorsteinweg 197 geht so: Kirchweg - links ab in die Kornstraße - dann gleich wieder nächste Einbahnstraße rechts in die Brinkumer Straße rein -  bei Ute, einer ehemaligen Mitarbeiterin von mir, vorbei - weiter bis Ecke Hardenbergstaße in Höhe oecotop,  wo gerade Barbara - eine weitere frühere Mitarbeiterin von mir -  vollgepackt mit Karotten, Salaten und Körnern heraus kam - rechts ab in den weiteren Verlauf der Hardenbergstaße - den Kirchweg überqueren - bis Ecke Jahnstraße - hier links einbiegen in die Einbahnstraße bis Buntentorsteinweg - dann prüfen, ob keine LINIE VIER kommt - und dann links ab bis 197 - hier locker auf den Hinterhof vorfahren. Ausladen. Fahrstuhl.

  

 

heute am 10.1.20 ...noch einmal die Autofahrstrecke Buntentor - Woltmershausen und zurück erkundet. Es ist doch 'ne ganze Ecke! Noch einmal den Doktor aufgesucht wegen eines dringenden Rezeptes. Klaus ging mit Rucksack vorbei und grüßte aus der Entfernung mit christlichem Handzeichen. Irgendwie jetzt bereits eine weite Reise in die Vergangenheit. Auch die Deich-Apotheke noch einmal aufgesucht. Der Mann aus Sachsen hat wieder alles genau geprüft, bevor er die lebensnotwendigen Medikamente rausrückte. 7,79 für zwei Päckchen Arznei. Unser früheres Reihenhaus nicht besucht

 

Orte Ansichten Vorübergehendes

An der Halte  Stelle

Wunderbar. Stimmen junger Leute mit einer europäischen Sprache. Wahrscheinlich mit der spanischen. Eine Jugend-gruppe aus dem LidiceHaus?

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Eine lockere Gruppe von 5 robusten Männern tut so als ob. Später in der 4 werden sie 3 gutmütige Fahrgäste ohne   Billett teeren & federn.  

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Der Fleischereifachverkäufer mit dem gezwirbelten Bart den Feierabend genießend mit 'ner schönen Zigarette und 'ner schönen Dose Astra

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Ein Mann mit Geige. Ein Fleischwarenfachverkäufer. Eine Sozialarbeiterin. Ein herrenloser Hund. Zwei Beginen in Gummistiefeln.

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Eine ältere Dame ganz in Schwarz ordnet ihre Hand-  tasche. Später in der Bahn neben mir liest sie in der Jungen Welt von Rosa & Karl.

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REWE Park Platz

Ein Einkaufswagen samt 7 Kartons Dr.Oetker-Pizza ist umgekippt. Die Verpflegung für die ganze nächste Woche.

Eine Frau weint: Cioa Napoli!

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Ein intelligenter Autofahrer in einem flachgelegten FIAT mit dicken Rohren hinten verwechselt den Parkplatz mit dem Nürburgring. Hirni.

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Der Kontrolldienst schreibt Nummernschilder auf. Er fotografiert sie auch noch. Ein Ostwestfale PB stürmt heran und bietet Prügel an.

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Am Hühnerwagen Randale. Zwei Kunden streiten darüber, wer zuerst am Wagen stand. Sie bewerfen sich mit halben Broilern.

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Ein Cambiofahrer versuchte vergeblich rückwärts aus der Parklücke zu manövrieren.

Der Filialleiter wurde geholt. Er bugsierte ihn cool raus. 

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Auf dem  Deich

Am Freitag- und auch am Samstagnachmittag um 3 Startpunkt der Kohlfahrten.  Vorglühen. Bollerwagen. Hässliche Musik. Gekreische!
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Eine Schulklasse 6. oder 7. Klasse versammelt sich auf der Brücke. 2 Lehrerinnen in edlem Outdooroutfit tragen die Bedeutung des Sees vor.

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Wunderbare Morgenbilder so gegen 9 halb 10. Die Sonne gerade aufgegangen, Nebel. Henning läuft. Und da, sind das nicht etwa Axel und Jan?

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Hunderte von Läufer*innen und Walker*innen auf dem Deich. Mit oder ohne Stöcke. Wunderbares Spektrum der Laufstile.Ein Läufer humpelt.

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Vier Spanner stehen auf dem Deich und kucken rüber, teilweise mit Opernglas,  wie wir die Fenster des Schlaf- zimmers öffnen und gähnen.

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