HIMMEL & HÖLLE

VOLL AUS DEM LEBEN GEGRIFFEN  16  //  17

Alles, was so kommt oder auch nicht.

HIMMEL

Consectetur

HÖLLE

13.10.2016

Vor zwei Jahren /  14.10.2014

 

Dieser Dienstag,

dieser 14.Oktober 2014,

oder: 18 Meilensteine bis zur Linie 3,

oder noch oderer: völlig neues Eigenstrahlgefühl,

oder wenn man es auf die Krone des Kastanienbaums treiben will:

 

ENDE DER FAMILIENSEIFE

 

Dienstag, 14.Oktober 2014, der Tag, an dem der Herausgeber dieses unfairen, unmöglichen, unsensiblen und zerstörerischen Magazins zusammen mit seiner Ehefrau Ines eine schöne und kontemplative Foto-Kurzwanderung von Bremen-Buntentor nach Bremen-Hastedt immer am Bremer Wasser entlang unternahm und sich dabei dem herrlichen Herbsttag hingaben bis hin zum neuen Paulaner am Weserwehr, wo es keine Chance gab, sich nicht dem Mittagsangebot einer doppelt gegrillten Schweinshaxe an Sauerkraut und gedämpften Kartoffeln hinzugeben. Dienstag, 14.Oktober 204, auch der Tag, an dem die Deutsche Fussballnationalmannschaft zu blöde war, einen glücklich herausgespielten 1:0-Vorsprung gegen Irland bis zum Ende zu verteidigen. Nun gut, es waren keine Bremer Spieler dabei - dann wäre es sicherlich, wie Uwe Seeler vom Hamburger Sportverein immer zu sagen pflegte, ganz anders gelaufen. Ganz anders gelaufen wäre sicherlich auch die körperliche und nervliche Konstitution des psychopathischen und polyneuropathischen Herausgebers dieses Nett-Wild-Magazins, wenn nicht noch kurz vor Mitternacht, genau genommen am Dienstag, 14.Oktober 2014 um 23:50 Uhr, unter dem Titel "Ende der Familiensoap" eine Spät-EMail eintraf, die die Denk- und Handlungsweisen, sowie die gesamten Restlebenseinstellungen des EMail-Empfängers, noch einmal erheblich beeinflussen werden. Nun sitzt der Herausgeber, oder wenn man so will: der Angeber, wieder im Kastanienbaum oben in der Krone und beobachtet das Geschehen unten auf dem Hof.

 

siehe: http://www.herbertdiefamiliensaga.jimdo.com

 

von Uli Pelz

 

 

ERDE

Samstags in der Stadt

Du fährst Samstagmittag ganz locker in die Stadt, um auf dem Markt Grüne Bohnen zu erwerben, die für das Geburtstagsessen am folgenden Tag speiseplanmässig vorgesehen sind. Auch noch Grüner Spargel, Kartoffeln, Rhabarber, Salat und Safran stehen auf dem Zettel. Gedacht war daran: Schnell hin, schnell auf dem Markt einkaufen, schnell wieder zurück nach Himmelhöllen, da ja noch einiges andere für die Geburtstagsfeier vorzubereiten ist. Denkste, beim Verlassen des Parkhauses direkt am Dom stosse ich auf eine riesige Schar auswärtiger Touristen, die meisten offensichtlich aus den Großbritanien und aus der Ostzone / Neue Bundesländer. Sie stehen hilflos in der Gegend herum, da sie nicht wissen, wie es nun nach der GPS-gesteuerten Ankunft am Reiseziel weitergehen soll. Sie sind weder mit Stadtplänen noch mit anderem Infomaterial über die Stadt ausgerüstet und wollen nur einfach einmal hier gewesen sein, um die Sammlung ihrer  erbeuteten Städte um Bremen zu erweitern. Also greifen sie sich den erstbesten Einheimischen, -in diesem Falle mich, wohl weil ich mit einer grünen Einkaufstasche mit der Aufschrift BIO zum Markte eilte-, um ihn als Stadtführer und Wegweiser zu instrumentalisieren. Ob ich  von hier sei, und ob ich einmal ein Momentchen Zeit hätte, und ob ich wüsste wo man am besten Mittagessen könnte, sie seien gerade nach 7stündiger Fahrt aus Radebeul angekommen und müssten nun unbedingt "was Wormes" zu sich nehmen, so eine sächsische junge Vierergruppe. Zwei Briten in Arsenaltrikots schlossen sich den Fragenden an und ergänzten auf English: fish and chips and beer? Eine auf Hackenschuhen stehende Einzelreisende aus Halle an der Saale, wie sich auf Nachfrage herausstellte, schloss den Reiseführerkreis um mich herum mit der Frage, wo es denn nun zur Alster und zur Philharmonie ginge, welche U-Bahn sie da nehmen müsse. Keine einfachen Fragen. Aber ich habe sie gelöst. Die Sachsen habe ich zum Bratwurststand Stockhinger geleitet, nachdem ich die Briten vorher bei der Fischbude Knurrhahn abgeliefert habe. Die anhaltinische Dame auf den Hackenschuhen, die den ganzen Weg bis zur Würstchenbude mittrippelte, habe ich dann noch bis zum BSAG-Info-Center in der Balgebrückstraße geleitet. Sie solle sich dort einmal einen Bremer U-Bahn-Plan besorgen. Und tschüss, ab zu den Grünen Bohnen aus dem Senegal. Der Markthammer dann übrigens noch am Schluß der Stadt-Stipp-Visite. Es gab an keinem Marktstand mehr Grünen Spargel - nur noch bei einem Monopolisten aus Nienburg direkt am Ratzhaus. Und der Wucherer nahm für das Bund Grünen Spargel so um die 500 Gramm doch tatsächlich 7,99 Euro. Nützt ja nichts, stand ja bei mir auf dem Zettel. upz 3.6.17