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3er - flott?
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Kunst- und kulturkritische Beiträge

 

 

 

 

 

Juristenball
Juristenball

13/30

Montag, 29.April 2013

BALLSAISON

oder: ...man kann ja nicht auf allen Hochzeiten tanzen...

Betrachtungen des Nichttänzers Josef Fellstein

 

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendeine Einladung zu irgendeinem Ball in die Redaktion flattert. Einladungen zu Berufsständischen Bällen wie zum Ärzteball oder zum Juristenball sind darunter. Einladungen zu Vereinsbällen wie zum Turnvereinsball oder zum Jugendhilfevereinsball oder zum Kaninchenzüchtervereinsball geben sich die Ehre. Dann noch Einladungen zu Verbandsbällen, wie zum Beispiel zum Ball des Verbandes Deutscher Reihenhausbesitzer, oder zum Traditionsball des Verbandes Niedersächsischer Weidebauern (auch genannt: Melkerball), nicht zu vergessen die jährliche Einladung zum "Frühlingsball" des Bremischen Verbandes der Heimatvertriebenenvereine. Gerne lesen wir auch die Einladungen zu den diversen Handwerkerinnungsbällen. Dabei freuen wir uns immer besonders auf die Einladung zum Bäckerball, weil es dort immer reichlich Sahnetorten und Butterkuchen zu essen gibt. Aber auch bei den Einladungen der Dachdeckerinnung, der Malerinnung und der Klempner- und Installateurinnung und anderer gehen nicht ungelesen an uns vorbei. Nun gut, wir können ja nicht "auf allen Hochzeiten" tanzen und müssen deshalb schon eine Auswahl treffen, an welchem Ball wir teilnehmen wollen und an welchem nicht. So gehen wir zum Beispiel nicht gerne zum Juristenball, weil uns die stundenlangen Walzer-Tanz-Vorführungen der jungen juristischen Novizen und Novizinnen vor der Eröffnung des Buffets nerven. Gerade einmal so eben das Juristische Staatsexamen geschafft, glauben die Jungsjuristen gleich einmal eine flotte Walzersohle aufs Parkett legen zu dürfen. Und nach den Walzervorführungen dann schmeißen sich die dünnen Novizinnen, ohne etwas vom Bufett genommen zu haben,  an die Präsidenten und Juristischen Althirsche ran wegen der schönen Posten bei Gericht und in den Kanzleien. Das alles mitansehen zu müssen ist nicht besonders schön. Auch will man ja bei so einer eigentlich gutgedachten Festverannstaltung  nicht unbedingt diesem 3.klassigen Rechtsanwalt übern Weg laufen, der dir als Insolvenzverwalter deine berufliche Zukunft im besten Alter von Mitte 50  nach über 24 Jahren Betriebszugehörigkeit zerstört hat. Das muss ja nicht sein. Nein, der Juristenball ist für mich persönlich nicht der richtige Ball, zumal ich ja im Altag bereits ausreichend von netten Juristen und Juristinnen umzingelt bin. Eine davon, aus unserer Straße hier, ist sogar Parlamentsabgeordnete - das will ja wohl was heißen.  Da halte ich mich doch lieber am Grillbufett beim Sportvereinsball wohlfeil oder beim Melkerball, wo es eben nicht nur Milch zu trinken gibt. Schön sind auch immer die Heimatvertriebenenbälle, besonders dann, wenn Ännchen von Tharau oder das Lied der Schlesier angestimmt wird.

Josef Fellstein

 

 

 

 

 

 

 

    

Nr. 15/12

Mittwoch, 18.Juli 2012

 

VERSCHIEDENES ÜBER CABRIOLETS

eine kleine Zusammenfassung von Uli Pelz, neidischer Golf-Schiebedach-Fahrer

 

 

 

DAS OFFENE CABRIOLET ist uns seit der Steinzeit bekannt. Das Cabriolet ist quasi die Urmutter aller Automobile, auch wenn in der Steinzeit der Antrieb noch mit den Füßen und mit eigener körperlicher Kraft organisiert werden mußte. Gut, dass seit der Steinzeit immer eine weibliche Begleitung dabei ist. Wenn er, der Fahrer, nicht mehr kann, dann kann sie, die Beifahrerin, locker übernehmen.

 

DAS STEINZEITLICHE CABRIOMODELL ist dann später bei der touristischen Erschließung unserer Eiszeit-Seen und noch später bei der Randbesiedlung unserer Baggerseen für Wasserfahrzeuge übernommen worden - genannt: Tretboot. Das Tretboot kann ohne weiteres als größter emanzipatorischer Fortschritt in der Geschichte der Mobilität  betrachtet werden, da hier zum ersten Male die Beifahrerin mittreten durfte; was ihr, wie man sieht, große Freude bereitet.

 

Die Entwicklung der heutigen Autos mit einem Verbrennungsmotor als Antrieb kam 1886 in Deutschland einen Schritt weiter: Als die Geburtsstunde des modernen Automobils gilt der Motorwagen, den Carl Benz 1886 gebaut und  zum Patent angemeldet hatte.. Kurz danach folgten unabhängig davon in Canstatt bei Stuttgart Gottlieb Däumler (später Namensänderung in Daimler) und Wilhelm Maybach sowie Siegfried Marcus in Wien mit weiteren Fahrzeugen. Alle hatten damals bereits ein gemeinsames Kennzeichen: Es waren Offene Cabriolets ohne Verdeck für 2 Personen, also für  den Fahrer und die Beifahrerin. Sie konnten somit nur bei trockenem Wetter fahren. Bei Regen mussten sie ins Haus oder in die Scheune oder in die Rathäuser.

 

ANFANG DES 20. JAHRHUNDERTS, so in der Zeit zwischen den beiden von Deutschland initiierten Weltkriegen 1918 - 1939, verlief die Entwicklung des Cabriolets rasant. Das Fahrgestell wurde jetzt in eine Karosserie gepackt, bestehend zuerst aus Wolle, dann später aus Pappe, dann zuletzt aus Blech. Bei den  privelegierten Fahrzeugnutzern, wie dem Kaiser, dem  Reichspräsidenten oder dem späteren Reichsführer, bestand die Karosserie selbstverständlich aus Blei oder Krupp-Stahl. Auch wurde in dieser Zeit das flexible Cabrio-Verdeck entwickelt. Bei Sonne offen mit Ledermütze und Sonnenbrille, bei Regen und Starkwind geschlossen, aber immerhin noch mit Sonnenbrille. So hat die Sonnenbrille sich im Laufe der Auto-Geschichte zu einem obligatorischen Accessoire des Autofahrens entwickelt. Egal, Adolf Hitler sah auf jeden Fall mit oder ohne Sonnenbrille immer Scheiße aus!

 

DER KÜBELWAGEN. Das Cabrio wurde im Laufe der Geschichte dann nicht nur zivil genutzt. In der Vorbereitung auf den Krieg wurde die Deutsche Wehrmacht in den späten 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts mit dem Volkswagen-Kübelwagen ausgestattet. Viele dieser Modelle waren sogar schwimmfähig, damit auf den Feldzügen nach Frankreich oder Russland, oder nach Holland oder Afrika auch  größere Wasserhindernisse überwunden werden konnten. Dieses Cabrio, das muss man leider sagen, hat dann seit 39 unendlich viel Leid über die Menschheit gebracht - egal ob mit geschlossenem oder geöffnetem Verdeck.

 

NACH DEM KRIEG wurde dann cabriomäßig alles runder. Die Kübelwagen wurden in Käfer verwandelt - besonders schick und elitär: der Käfer als Cabrio. Das Deutsche Wirtschaftswunder kam, und wer von den Gewinnern und Überlebenden des Krieges etwas auf sich hielt und genügend Deutsche Mark zur Verfügung hatte, der zwängte sich nicht in einen Lloyd oder Goliath, auch nicht in ein Gogomobil oder in einen Messerschmidt Kabinenroller(in den man ja von oben einsteigen mußte) - nein, der fuhr Käfer de Luxe, das Cabrio. Noch heute, so sagt man, ist das Fahren mit dem VW-Käfer-Cabrio das non-plus-ultra allen Cabriofahrens. Gut,  auch im Fiat, dem Volkswagen der Italiener, soll es nicht schlecht sein - aber Käferfahren hat eben immer noch so etwas von diesem  früheren Kübelwagenfahrgefühl!

 

ES GIBT AUCH ANDERE SCHICKE CABRIOMARKEN. Hier sehen wir so einModell der Luxusklasse. Mercedes-Benz. Für gewisse geschäftliche Verrichtungen reicht das Käfer-Cabrio eben nicht aus. Besonders wenn man vorfahren muß und repräsentieren muß oder Ware anbieten muß, sei es auch nur sich selbst, dann muß schon ein Stern her, oder dieses blau-weiße bayerische Zeichen, oder die vier ineinanderverhakten Ringe - und wenn es ganz hohe Klasse sein soll, dann mußt du schon auf den schwarzen springenden Hengst zurückgreifen!

 

REVOLUTION! Seitenwechsel. Fahrerwechsel.  Zum ersten Mal in der Cabrio-Geschichte übernimmt eine sonstige Beifahrerin das Steuer als Hauptfahrerin. Cary Grant hatte sich in der Bar nach dem 23. Brandy mit dem Kopf auf den Tresen gelegt und dem Barkeeper zugelallt: Ich kann nich' mehr, bitte holt Grace Kelly, sie soll fahren! So lernte sie Cabriofahren und kurvte jahrelang, den linken Arm immer auf der Cabriokante, durch Südfrankreich, Monaco, Norditalien und die Schweiz. Bei der Heimfahrt aus der Sommerresidenz Roc Agel am Vormittag des 13. September 1982 saß Gracia Patricia, wie sie später als Gattin des Fürsten Rainer von Monaco hieß,  an der Seite ihrer Tochter Stéphanie am Steuer ihres zehn Jahre alten Rover 3500. Auf der Route de La Turbie am Ortseingang von Cap-dÀil  kam sie in einer Haarnadelkurve  aus ungeklärten Gründen von der Straße ab und stürzte 40 Meter tief einen Abhang hinunter. Gott o Gott - warum fuhr sie denn nur  so ein englisches Cabrio-Modell? Es gab und gibt doch auch andere schöne, sichere Cabrios. Sie hätte doch zum Beispiel ein Fiat-Cabrio nehmen können!

 

WAS SOLL'S ? Neueste soziologische Milieustudien belegen,  dass Cabriofahrer und Cabriofahrerinnen keineswegs, wie häufig behauptet wird, überwiegend von extrovertierten, egozentrischen  Charaktereigenschaften geprägt sind, sondern dass sie durchaus Soziale Verhaltensweisen an den Tag legen. So wurde wissenschaftlich festgestellt, dass die Gruppe der Cabrionisten gerne auch mal im offenen Wagen winkend am Heim für gefährdete Jugendliche  vorbeifährt . Auch haben sie ein Herz für Kinder durch das unermüdliche Lesen der BILD.

 

Sie bremsen, so die Studie, wie selbstverständlich vor den Zebrastreifen, wenn dort ältere Mitbürger mit Rollatoren längere Zeit für die Überquerung benötigen. Ihre offenen Abendfahrten bei schöner Abendsonne, natürlich mit Sonnenbrille,  durch die beliebtesten Boulevards der Städte sollen, so die Wissenschaftler, den einzigen appellativen Sozialen Zweck haben: Liebe Weinschlürfende und Austernschlürfende - bitte denkt auch an die Armen und Benachteiligten, die jetzt bei Harzer 4 und Weißbrot von Netto am faden Küchentisch sitzen und RTL 2 kucken. Nobel, oder?   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dienstag 30.November 2010

ab jetzt neu bei FENIX & UPUPA

LikiPeaks

 

geheime oder geschützte private Dokumente, die der Redaktion von F&U vertraulich und kostenlos zur Veröffentlichung im Internet  zur Verfügung gestellt werden. Bitte senden Sie Ihre Unterlagen anonym unter Angabe Ihres Namens und Ihrer Adresse per E-Mail an die Redaktion. Die Redaktion wird wegen ihrer technischen und personellen Beschränktheit bei der Fülle der zugesandten Unterlagen natürlich nur die Spitzendokumente veröffentlichen können. Wir bitten dabei um Ihr Verständnis, dass nicht jede geplatzte Bockwurst gebracht werden kann. Bitte schreiben Sie Ihre E-Mail an unsere neue extra eingerichtete Adresse: likipeaks@gmx.de.

 

 

 

F&U LIKIPEAK Nr. 1

30.November 2010

zugespielt von nerodinero@t-online.de:

Auszug aus einem persönlichen Brief von Claudia Roth an Sigmar Gabriel vom 22. November 2010:

 

Lieber Siggi,

(....) habe ich gestern beschlossen in Hamburg mit der CDU Schluß zu machen. Am nächsten Sonntag werden meine Hamburger Leute das bekanntgeben. Cem  ist da mit mir einer Meinung, er hat auch die Schnauze voll von diesen konservativen Schlipsträgern. Gut, Siggi, Du trägst auch häufig diese Dinger um den Hals genau so wie unser Jürgen, aber ihr beiden seht dabei doch echt geil aus damit. Mit diesen schlappen Hamburger Schnarchhähnen kann man doch nichts anfangen, egal ob sie so einen Binder umhaben oder auch nicht. Ich will ja nichts gegen Ole sagen, auch wenn er von mir nicht viel wissen wollte. Die Gründe dafür kennen wir ja. Aber, wie auch immer, hinten oder vorne, der Ole, der war in Ordnung. Mit dem konnten wir ganz gut, aber die anderen Fratzen, besonders dieser Althaus oder Aalhaus, oder wie der heißt - Du weißt schon Siggi, dieser Typ, der gar kein richtiger Hamburger ist und der so alt ausssieht -  was soll ich mit dem anfangen? Siggi, Du weißt, dass ich schon immer auf rundlichere Männer gestanden habe. Jetzt muß ich es Dir echt einmal beichten: ich liebe Dich! Alles Gequatsche von wegen ich und Cem, das ist Blödsinn! Oder ich und Ole. Was für ein Unsinn! Du bist der, auf den ich schon kurz nach meiner Zeit mit Rio voll abgefahren war. Laß' es uns jetzt zusammen machen in Berlin, in Hamburg, in Bremen oder wo auch immer in nächster Zeit Regierungsposten zu vergeben sind. Ich wünsche mir, über alles einmal mit Dir in Ruhe sprechen zu können. Wann und wo können wir uns treffen, vielleicht erst einmal heimlich? (.....) Und bitte lieber Siggi: gib' nichts von diesem Brief an Renate weiter. Du weißt doch, dass diese regierungsgeile Zicke mit ihrer großen Schnauze sofort im Plenum damit hausieren geht und möglicherweise sogar Angela damit aufstacheln geht.

 

Deine Claudia in love

 

 

 

 

 

 

 

David Garrett
David Garrett

Dienstag 02. November 2010

WARUM DER NEID, HERR BRÜGGEMANN?

Ein Kulturkommentar zum Kulturkommentar

von unserer Kulturredakteurin Katharina Loewe

 

 

 

Heute in unserer Heimatzeitung: Unter dem despektierlichen Titel "Der Stehgeiger des Boulevards" zerschmettert unser Klassikkulturbeauftragter Axel Brüggemann die Erfolge unseres derzeitigen Nationalgeigers David Garrett. Als habe David Garrett bereits das Niveau von Helmut Zacharias erreicht, degradiert Herr Brüggemann unseren allseits verehrten David zum Popstar, nur weil er mehr Platten verkauft hat als die die anderen Geiger und Geigerinnen. In seiner unverwechselbaren Art Klassische Musik zu überhöhen und zu mystifizieren findet Herr Brüggemann es schlimm, wenn ein Klassischer Musiker endlich einmal ankommt bei den Massen. Ja, und? War das denn nicht schön letztens in der Überseestadt, wie David für uns aufgespielt hat - ja, sogar die Nationalhymne spielte er für uns alle.  Soll sich denn David verstecken in den muffigen Salons der verstaubten Kammermusik, soll er denn nur den höheren Klassen vorspielen, will denn Axel Brüggemenn tatsächlich die musikalische Teilung der Gesellschaft in die elitären Genießer der reinen klassischen Töne und den proletarischen, ungebildeten Poprest, der von Tuten und Blasen  keine Ahnung hat. Gilt denn musikalisch nur noch einer was, wenn er auf dem Grünen Hügel mit geliehenen Hosen herumwagnert und 7 Stunden in der muffigen Wagnerbude den "heiligen Tönen" lauscht.  Nein, das kann Herr Brüggemenn nicht im Ernst meinen - er hat letztens doch selbst Lady Gaga angehimmelt. Ich glaube, dass etwas anderes dahinter steckt. Herr Brüggemann ist offensichtlich neidisch darauf, dass David vier bis sieben gleichzeitige Frauen hat. Und weil er immer noch nicht verknusen kann, dass Carla Bruni statt mit ihm mit Sarkozy geht, macht er einerseits alle Schlagersängerinnen und andererseits alle männlichen Geiger fertig. Dabei gibt es doch überhaupt keinen Grund für Neid Herr Brüggemann. Carla liebt Sie doch nach wie vor noch! Das mit Sarkozy macht sie doch nur, um Angela eifersüchtig zu machen. Und das mit den vielen Frauen von David müssen Sie doch so sehen: denen spielt er doch immer nur den Hummelflug vor und lässt von den Damen die Zeit dabei stoppen. So können Sie sich also beruhigen Herr Brüggemann wegen der Mädels von David: das sind keine Geliebten, das sind Kampfrichterinnen. Also, wir sehen uns demnächst in der Oper Herr Brüggemann, ich sehe so ähnlich aus wie Cecilia Bartoli als Marisa dos Reis Nunes. Oder soll ich mich wie Ann-Sophie von Mutter zurechtmachen? 

 

 

 

 

 

 

Artur Schopenhauer
Artur Schopenhauer

Dienstag 21. September 2010

Heute: 150. Todestag von Schopenhauer

Die Rasur ist das Abzeichen höherer Zivilisation

oder: Trommle mir bitte keinen Rap

 

 

"Als Zweck unseres Daseins ist in der Tat nichts anderes anzugeben als die Erkenntnis, daß wir besser nicht da wären". Unser Arthur hatte zeit seines Lebens für alle Lebenslagen immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Der als Misanthrop bezeichnete Danziger, der später in Frankfurt lebte und starb, ist wohl als der pessimistischste Philosoph unter den großen deutschen Philosophen zu bezeichnen. Ein Lächeln kam selten über seine Lippen, er sah eher verkniffen in die Gegend - da half wohl auch kein Äppelwoi und kein Handkäs mit Musik.

 

Dennoch: er hat viele Lebenssituationen, die die Menschen erfassen können, richtig vorhergesagt, wie aktuelle Beispiele zeigen. Hier ein paar davon, voran gestellt ist immer das Zitat von unserem Arthur, danach folgt dann der konkrete Fall:

 

ANTLITZ

"Alles Behaartsein ist tierisch. Die Rasur ist das Abzeichen höherer Zivilisation."

Politiker- selbst Angela-, Manager der Atomindustrie, Bankschalterbeamte, Fondsmanager, Fernsehansager, Versicherungsagenten, Altkanzler: alle schön glatt rasiert!

Dagegen: Gorleben-Demonstranten, Lehrer, Nett-Wild-Zeitung-Schreiber, Undercoveragenten, Professoren, Jugendhelfer, Penner: verlaust, langhaarig, bärtig!

 

GENUSS

"Der Tor läuft den Genüssen des Lebens nach und sieht sich betrogen. Der Weise vermeidet die Übel".

Der berühmteste Fall hierfür ist doch die Geschichte, wie Charles Bukowski einmal an eine magersüchtige Prostituierte geriet, die ihm das Rezept für vegetarischen Bremer Braunkohl schmackhaft machen wollte. Unser hohlwangiger, dünner, gottesfürchtiger  Exbewährungshelfer aus der Neustadt dagegen ißt überhaupt keinen Grünkohl, geschweige denn den Bremer Braunkohl. Ihm, dem Moralisten, ist deshalb auch nie übel!

 

DUMMHEIT

"Es gibt Kamele mit einem Höcker und welche mit zweien. Aber die größten haben gar keinen".

In einem Jugendheim in der Neustadt stritten kürzlich zwei Jugendhelfer über die Frage, ob ein renitenter Heimzögling mit Migrationshintergrund eher mit Nahrungsentzug oder eher mit Peitschenhieben pädagogisch zu bestrafen sei. Als es zu keiner Einigung kam, kam der Erziehungsanstaltsleiter und ordnete an, dass der Pappenheimer sowohl vom Abendessen auszuschliessen sei und vor dem Zubettegehen auch noch zum pädagogischen Peitschen anzutreten habe.     

 

SCHWEIGEN

"Auch wird man einsehen, daß Dummköpfen und Narren gegenüber es nur einen Weg gibt, seinen Verstand an den Tag zu legen, und der ist, daß man mit ihnen nicht redet".

Vor kurzem begab sich ein Musiker aus der Provinz in die Stadt, um an einer Versammlung von Nichtmusikern teilzunehmen. Der Musiker reiste mit der Absicht in die Stadt, den städtischen Nichtmusikern einmal zu trommeln, wie getrommelt wird. Er dozierte und trommelte unaufgefordert vor der versammelten Mannschaft und vor der Presse, die auch anwesend war, dass selbst auf Eimern getrommelt werden könne. Der Höhepunkt: der Musiker ergriff  vor den versammelten Nichtmusikern einen im Versammlungsraum stehenden Papierkorb und trommelte darauf einen Rap. Das reichte dem städtischen Versammlungsleiter, der völlig unmusikalisch daraufhin die Vorführung beendete und die Versammlung der Nichtmusiker vertagte. Mit dem Künstler aus der Provinz spricht er seit dem kein einziges Wort mehr.

 

 

 

 

 

Robert Schumann 1810 - 1856
Robert Schumann 1810 - 1856

Dienstag 07.September 2010

ROBERT SCHUMANN

 

Musikfest Bremen

Das war ein schönes Konzert gestern Abend in der Glocke: Die Deutsche Kammerphilharmonie unter der Leitung von Paavo Järvi hat uns zwei Sinfonien und ein Klavierkonzert von Robert Schumann präsentiert. Am Klavier die international bekannte französische Pianistin Helene Grimaud. Zwei weitere Sinfonien und die Manfred-Ouvertüre folgen heute Abend. Nach Beethoven entdeckt die Kammerphilharmonie nun Schumann für uns Musikkonsumenten neu. Im ausverkauften Saal der Glocke gab es große Begeisterung für den Vortrag der Künstler und Künstlerinnen. Helene Grimaud wurde stürmisch gefeiert, ebenso die Kammerphilharmonie. Für mich und meine Konzertagentin war Schumann, den wir bisher immer nur zufällig im Radio gehört hatten, ein völlig neues Hörerlebnis. Jedenfalls hat es uns als "Sinfonielaien" ausserordentlich gut gefallen. Schöne Musik! Das Bremer Klassik-Publikum wie immer: im Foyer viel weibliche Kulturaristokratie in Herrenbegleitung. Die Herren meist sehr steif in Konzertanzüge gepresst und mit Konzertkrawatten bestückt -  im Saal enthusiastisch, ja fast wie bei einem Popkonzert: rythmisches Klatschen und Parkettgetrampel! Einige der Herren sind sogar geschult in lautem Saalrufen wie z.B. Brava, Bravo usw. Andere können sogar das Indianergeheul, das sie mit Hand, Mund und Stimmbändern herausjodeln in den Saal. Diese Bremer Klassik-Kultur-Szene: einfach eine Sinfonie für sich!! 

 

 

 

 

 

Thomas Quasthoff
Thomas Quasthoff

Mittwoch 25. August 2010

Noch einmal: Musikfest Bremen 2010

Gestern Abend: Elias, Oratorium von Felix Mendelssohn Bartholdy

Mahler Chamber Orchestra, Swedish Radio Choir, Thomas Quasthoff u.a.

 

 

Berichte von Katharina Loewe und Josef Fellstein, die gemeinsam im Konzert waren, folgen in Kürze. Sie arbeiten verbissen dran. Die eine hat's so gesehen, der andere hat's so gesehen.

 

 

 

 

 

Farinelli
Farinelli

Sonntag 22.August 2010

 

F&U am Sonntag

 

EVVIVA IL COLTELLINO

Große Nachtmusik beim Musikfest Bremen 2010

 

 

 

 

Es lebe das Messerchen -

Evviva il coltellino

Meine Kulturberaterin und ich waren einmal wieder bei der Großen Nachtmusik zur Eröffnung des Musikfestes Bremen. Es war eine schöne sommerliche Stimmung in der Stadt, da gleichzeitig lange Einkaufsnacht war. Weil es so gerammelt voll war, war es auch ausserordentlich schwierig in den Pausen an gekühlte Getränke heranzukommen. So mussten meine Beraterin und ich in der Pause zwischen den ersten beiden Konzerten auf ein Gläschen lauwarmen Riesling vom Fischgeschäft Nordsee zurückgreifen. Kulturlos? Oder? Immerhin kostengünstiger als an den aufgeblasenen Weinständen, an denen sich kilometerlange dürstelnde Warteschlangen gebildet hatten.  

 

6 Messerchen                                   7 Messerchen                          5 Messerchen

von 7 möglichen                             von 7 möglichen                   von 7 möglichen

 

I SOLISTI DEL VENTO                   FRANCO FAGIOLI                 ORCHESTRE

                                                                & TRIO                                        LES SIÈCLES

                                                                                                                      + RINAT SHAHAM

Belgian Brass                                       Countertenor                            Junges Pariser Orchester 

im Haus der Bürgerschgaft             in der Liebfrauenkirche        mit Mezzosopranistin 

                                                                                                                       in der Glocke  

 

Meine Beraterin und ich hatten von den 7 Kombinationsmöglichkeiten die oben angezeigte in der Reihenfolge von links nach rechts ausgewählt. 

 

Die belgischen Bläser eröffneten unseren Musikabend mit der Bläserserenade B-Dur "Gran Partita" von Wolfgang Amadeus Mozart. 13 hervorragende Ensemblemitglieder spielten nach unserer Meinung sehr sauber und sehr abgestimmt. Einzige kleine Einschränkung: der Raum da oben im Haus der Bürgerschaft ist für musikalische Darbietungen eigentlich nicht geeignet. Offenes Treppenhaus, schallschluckende Teppiche, verwinkelte Fenster - Gift für jede gute Akkustik. Schade, die hätten es verdient gehabt, einen besseren Spielort vorzufinden. Eine sehr gute Gruppe mit schöner Blasmusik.  6 Messerchen.

 

Dann durch das Gewühl der Trinkfreudigen auf dem  Marktplatz und dem Rathausvorplatz hinüber zum Liebfrauenkirchhof. Wie gesagt: alle Aussentrinkplätze besetzt und lange Warteschlangen vor den Getränkeausgabepavillons. Und wie gesagt: Nordee! Riesling! Lauwarm! Das echte Lesmonagefühl wollte dabei nicht aufkommen. Aprospos Lesmona. Ist dieser Aufmarsch bei der Großen Nachtmusik nicht inzwischen so etwas geworden wie Lesmona ohne Picknick? Meine Kulturberaterin und ich befürchten, wenn es zugelassen würde, Essen und Trinken mitzubringen zu den Konzerten, dann würde mindestens die Hälfte der Besucher sicherlich gerne davon Gebrauch machen, inklusive Klappstühlen und Tischen. So wurde beispielsweise im Bläserkonzert leise zwei Reihen hinter uns vom zwangsverpflichteten Vati der Mutti zugewandt gefragt:  Wie lange noch?

Lesmona hin, Lesmona her, jetzt unsere 2. Station: Liebfrauenkirche, Monteverdi, Vivaldi, Händel, leise Laute, leises Cello, leises Spinett, und im Mittelpunkt ein kleiner Sänger im grauen Anzug mit einer gewissen Ähnlichkeit zu Rowan Atkinson - der Countertenor Franco Fagioli aus Argentinien. Weltspitze. Unglaublich, was der Mann an klarer Sopranstimme und manchmal auch Mezzosopranstimme in den Kirchenraum zauberte. Farinelli und alle anderen Castrati ließen grüßen. So schön und so anrührend haben meine Beraterin und ich solche Lieder zuletzt nur auf der CD Sacrificium von Cecilia Bartoli gehört. Das war ein wirklich großartiges musikalisches Erlebnis. 7 Messerchen.


Nachtrag: Heutzutage benutzt man die Messerchen nicht mehr bei der Ausbildung von Countertenören! Damit da nicht etwas in den falschen Hals kommt!  

 

Schlusspunkt: Glocke. Im Foyer endlich einen kühlen Weißen erwischt, doppelt so teuer wie im Fischgeschäft, aber lecker! Viel Prominenz an den Champagnerständen, der Bürgermeister persönlich, Ex-Senatoren mit ihrer Elke an der Seite, Wirtschaftsprominenz, Kulturprominenz. In der zweiten Reihe hinten an den Fenstern eher Zuarbeiter und Möchtegerns. Egal, kommen wir zum Konzert. Das Orchestre les Siècles aus Paris spielt Bizet, Ravel, Chabrier - ebenfalls alles Franzosen. Ein großes junges Orchester. Junge Musiker aus ganz Frankreich sollen hier versammelt sein. Sie legen los und bringen das Publikum nach den ersten beiden Stücken sofort auf die Bravoseite. Beim 2.Stück mußte der Dirigent Francois-Xaver Roth, der, wie meine Beraterin feststellte, eine gewisse Ähnlichkeit mit Jack Nicholsen in dem Film Kuckucksnest haben sollte, was ich allerdings nicht unbedingt bestätigen will, das Bravo ein wenig selbst anklatschen, da wir alle nicht begriffen hatten, dass das Stück schon zu Ende war. Dann ganz in Rot eine schwarzhaarige Schönheit: die israelische Mezzosopranistin Rinat Shaham. Sie singt 3 - 4 Arien aus der Oper Carmen von Georg Bizet. Der Aufzug passte sehr gut, die Stimme ausgezeichnet mit dem gewissen spanischen  Temperament. Alles schöne Opern-Gassenhauer, der rechte Fuß wippte mit. Populäre Musik, die den meisten sofort ins Blut überging. Entsprechend der Bravo-Enthusiasmus, Lesmona ließ schon wieder grüßen. Danach der Höhepunkt dieses Endabschnittes: Der Bolero von Ravel. Hier holten die jungen Musiker alles aus sich heraus, die Steigerung von ganz leise bis ganz laut gelang sehr gut. Sehr gut der Trommler, sehr gut die Bläserpartien. Meine Beraterin und ich sind ja keine Musikexperten, wir hatten dennoch zum Schluß die Frage, ob der Schluß vom Bolero mit so viel Remmi Demmi geboten werden muß, wie das hier geschehen ist. Fazit für den Bolero nach unseren Ohren: Am Anfang schön differenziert, zum Schluß überschlugen sich die Geister.

Wir wollen ja nicht böse sein, aber diese letzte Abschnitt in der Glocke hätte auch gut firmieren können unter der Rubrik: Hitparade der volkstümlichen französischen Klassik. 5 Messerchen von 7

 

Zum Ende der Nacht dann endlich ein schöner trockner Riesling in der Weinaussenausgabestelle des Ratskellers mit den lichtbestrahlten Gebäuden rings um den Marktplatz. Sehr schön!  8 Messerchen von 7 

 


 

 

 

 

09. August 2010


Katharina Loewe (links) kämpft mit den Tränen

Judith Rakers (rechts) ist die neue 3nach9-Moderatorin

Gibt es denn keinen Bremer Lokalpatriotismus mehr?

 

Ein Kommentar  zur 3nach9-Moderatorinnenentscheidung

Von Josef Fellstein

 

Das ist einmal wieder typisch bremisch. Da wird eine neue Moderatorin für die Bremer Sendung 3nach9 gesucht, und wer wird genommen? Eine Auswärtige, und dazu auch noch eine Ostwestfälin!

Sind wir denn in Bremen nicht schon gestraft genug durch ostwestfälische Umweltsenatoren, durch ostwestfälische Jugendhelfer und durch ostwestfälische Spielplatztanten? Muss das denn sein, dass unsere einzige überregionale Fernsehsendung nun auch noch von einer Nichtbremerin moderiert wird? Reicht das denn nicht, dass der Chef ein Hamburger ist, der ja eigentlich aus Italien kommt? Warum denn nun auch noch diese zweite Hamburgerin, die ja eigentlich aus Ostwestfalen ist? Das deutet doch alles darauf hin, dass unser Heimatsender Radio Bremen eigentlich schon längst in der Hand des NDR ist. Das ist doch für uns Bremer genauso, als würde das Trainingskonzept und die Mannschaftsaufstellung unseres ruhmreichen SVW aus der Direktionszentrale des HSV gesteuert werden. Gibt es denn keinen Lokalpatriotismus mehr in Bremen und im neuen Funkhaus hinter der Mauer? Wir haben doch genügend eigene qualifizierte Leute in Bremen. Warum wird  nicht eine oder einer von unseren engagierten Grünen aus der Neustadt Senator oder Senatorin? Warum dieser Import aus Ostwestfalen? Unsere Hochschule ist voll mit Bremer Studentinnen und Studenten, die Jobs werden aber an Absolventen aus Lippstadt, Herford, Lemgo, Bad Pyrmont und im Härtefall sogar aus Paderborn vergeben! Muss das denn sein? Die Motivation, gute Leistungen von Bremerinnen und Bremern für Bremen zu erbringen, kann doch bei dieser Personalpolitik nicht wachsen! Für 3nach9 hätten wir doch auch gute eigene Bremer Journalistinnen gehabt. Denken wir doch an die vielen smarten kulturwissenschaftlich ausgebildeten Moderatorinnen z.B. beim Nordwestradio. Gut, das Nordwestradio ist ja eigentlich auch NDR, aber zumindest hat es seinen Sitz hinter der Mauer in Bremen. Oder denken wir an die netten kameraerfahrenen Mädels von buten & binnen, wäre denn da nicht eine dabei, die neben Giovanni aus Hamburg den Bremenpart hätte übernehmen können? Oder denken wir an unsere Kollegin Katharina Loewe, eine waschechte Bremerin, die sich auch um den 3nach9-Job beworben hatte, und die sich im Vorfeld der Entscheidung siegessicher bereits auf ihre erste Sendung mit Giovanni am 3.Septembder mental vorbereitet hatte. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie fertig Katharina nach der Bekanntgabe der Entscheidung für Judith Rakers war. Wir anderen von F & U hatten echt viel zu tun, um sie zu beruhigen (siehe Bild oben). So werden hochqualifizierte junge Nachwuchskräfte aus Bremen in Bremen systematisch ins Abseits gestellt! Hier sollten sich die Politiker und die Medienleute  wirklich einmal überlegen, ob diese Blicke nach Hamburg und nach Ostwestfalen langfristig positiv zur Selbständigkeit Bremens beitragen. Wir sollten uns nicht wundern, wenn wir eines schönen Tages vom Erzbistum Paderborn aus regiert werden. O Gott, o Gott, alleine die Vorstellung! Dann doch lieber von Hamburg aus.

 

 

 

 

1. Juli 2010


Gitarre trifft auf Klavier

oder:

Veteranentreffen mit Seele

Wecker und Wader im Musical-Theater

Gestern in Bremen. Die 12-49jährigen jungen Bremer und Bremerinnen strömen auf die Osterdeichwiesen zur Eröffnung der Breminale 2010. Und genau zum richtigen Zeitpunkt wurde uns Älteren zwischen 50-99 die richtige Alternative zur Breminale geboten: Hannes Wader und Konstantin Wecker gemeinsam im Musical-Theater. Und so strömten wir alten DKP-Maizelt-Veteranen und wir alten Konstantin-Wecker-Süchtigen, die kein Konzert der beiden im Zelt oder in der Glocke verpasst hatten, in die Musical-Halle. Alle waren wir anzutreffen, die in den vergangenen 40 Jahren revolutionäres und linkes Gesangsgut der Barden in uns aufgesogen haben. Wir waren doch alle dabei, als Hannes Wader noch mit Finkenwarder Arbeiterhemd, rotem Halstuch und Schiffermütze im Zelt seine proletarischen Kampflieder trällerte. Waren wir nicht auch dabei, als Konstantin Wecker körperlich schon schwer angeschlagen in der Glocke weintrinkend seine halluzinatorischen Liebeslieder leierte. Haben wir nicht die Plakate der Liedgötter in unseren Arbeitszimmern zu Hause und sogar in unseren Büros aufgehängt? Haben wir nicht alle Platten und alle Bücher der beiden, egal was drin stand und was gesungen wurde, gesammelt und stolz in unsere Ikearegale gestellt. Wie Konstantin sein Haus in der Toskana gebaut hat mit seiner WG, und wie er immer runter gegangen ist ins toskanische Dorf, um mit der einheimischen italienischen Dorfbevölkerung in der Bar Wein zu trinken. Wie süchtig er war nach dem Strand und der Sonne - von dem anderen Zeugs keine Rede. Und die schönen Geschichten vom vernachlässigten Arbeiterkind Hannes, und dann die Geschichten von der Mühle in Schleswig-Holstein und was da im einzelnen so abging. Heute hier, morgen da. Ja, unsere ganze Gemeinde war versammelt. Überragende Farbe war grau, Durchschnittsalter mindestens 65. Egal, ob ehemaliger SPD-Senator, ob ehemaliger Gesamtpersonalratsvorsitzender, egal, ob ehemalige Jugendbildungsreferentin, ob Obergenosse der DKP, ob Grünen-Aktivist oder Behördenleiter usw.usw. - alle waren wir da.  Häufig ein: ach, Du auch hier?  Häufig ein verschämtes Wegkucken, häufig ein Nichtmehrkennen, Nichtmehrgrüssen. All die Jahre sind ja schließlich nicht spurlos an uns vorber gegangen. Uns ist ja genau so gegangen, wie unseren beiden Liedgöttern: Erfolge, Abstürze, politische Wendehalsereien, Gewinn und Verrat - alles lag doch für uns alle - einschließlich unserer Sänger - immer ganz nahe beisammen. 

Also - ein Veteranentreffen mit grossen Solidarisierungseffekten von vorne herein. Auf grosse künstlerische Leistungen kam es doch von Anfang an gar nicht erst an. Bei den ersten Akkorden, die Conni auf dem Klavier oder Hannes auf der Gitarre anschlugen, wussten wir was kommt - und der Applaus brandete sofort auf. Es hätte bei den ersten Akkorden oder bei den ersten Liedversen bleiben können, um auch Zeit zu sparen, wir hätten die Melodien und die Texte selber singen können, so wie es zum Schluss bei " Kumm' bi de Nacht" , von Wader auf plattdeutsch vorgetragen  und von  Wecker auf bayerisch übertragen, dann ja seelenrührig auch geschehen ist. Ach, war das schön. Mir persönlich als altem Jahrgangsgenossen, biographischem Begleiter und Verehrer von Wecker gefiel Wader, den ich früher schon allein wegen seiner DKP-Mitgliedschaft nicht so geschätzt habe, ausserordentlich gut. Sehr professioneller Auftritt, starke Persönlichkeit, unpretentiöse Auftritte und klares Gitarrenspiel mit charismatischer  Stimme. Da war ich schon sehr beeindruckt. Alles in allem: ein lockerer Veteranenabend mit schönen, bekannten Liedern. Gut, dass wir uns einmal wieder gesehen haben! 

 

 

 

 

 

 

 

3. Mai 2010


Tanz in den Mai und Walpurgisnacht bei Heike und Marlene, oder: Frida Kahlo lässt grüßen

Katharina Loewe war bei einer Weiberfete eingeladen

 

Heike und Marlene sind zwei nette Freundinnen. Sie wohnen als 2er-WG in einer schönen großen Wohnung am Buntentorsteinweg, Höhe Deichschart. In diesem Jahr hatten sie zum Tanz in den Mai und zur Walpurgisnacht zu sich in die Wohnung eingeladen mit Überraschungsprogramm. Männer mussten, wie immer in unserem Freundinnenkreis, leider draußen bleiben. Jede der Eingeladenen sollte etwas Leckeres zu Essen mitbringen. Darüber hinaus war gewünscht von Heike und Marlene, dass alle, wie immer zur Walpurgisnacht, als Hexen geschminkt und verkleidet erscheinen. Auch war draußen etwas geplant, deshalb sollte nach Wetterlage auch entsprechende wetterfeste Kleidung mitgebracht werden. Und ein reitbarer Besen. Gesagt, getan. Ich bereitete einen herrlichen Nudelsalat zu, holte fetzige alte Klamotten aus dem Schrank und schminkte mich – dabei glaubte ich sehr originell zu sein – hexig fridakahlomäßig. Ist ja schließlich ihr 100.Geburtstag in diesem Jahr. Das wird, so dachte ich, bestimmt kulturellen Eindruck bei den Anderen hinterlassen und zu guten Gesprächen animieren. Als Besen nahm ich den alten Weidenrutenbesen aus dem Schuppen mit. Ich also los zu Heike und Marlene, wie immer zu spät. Bei meiner Ankunft war die ganze Wohnung schon voll, einige der Freundinnen aßen bereits. Mein Nudelsalat wurde mir quasi aus den Händen gerissen. Andere verkleidete Hexen tanzten bereits stampfende Hexentänze auf dem edlen, freigeräumten  Laminattanzboden, dass es nur so schepperte. Und, o Gott, bei näherem Hinschauen in die Hexengesichter meiner Freundinnen: sie hatten sich in diesem Jahr fast alle fridakahlomäßig angemalt. Peinlich, Peinlich. Ich verkrümelte mich erst einmal in die Küche, um anzukommen. In der Küche hatten es sich 3 weitere Fridas bei kühlem Weißwein gemütlich gemacht, und sie luden mich ein, ein Gläschen mitzutrinken. Wir bestätigten uns gegenseitig, wie nett doch alles ist und wie sensibel sich alle als Hexen zurechtgemacht hätten. Darüber, dass wir alle gleich aussahen, wurde allerdings kein Wort verloren. Und so wurden aus dem einen Gläschen dann weitere bis zum Höhepunkt des Abends. Gegen halb zwölf riefen Heike und Marlene zur Überraschungsevent auf. Wir alle sollten unsere Besen greifen und uns für eine kleine Outdooraktion fertig machen. Wir verließen das Haus in Hexenformation von ca. 16 – 20 Frida-Kahlo-Hexen, durchquerten den Deichschart und überquerten die Deichschartbrücke in Richtung Krähenberg, auf dem bereits ein kleines Walpurgisnachtfeuer brannte. Nun waren wir nicht mehr zu halten und umtanzten fast ekstatisch das Feuer auf unseren Besen reitend immer und immer wieder. Dabei wurden geheimnisvolle Hexenlieder intoniert, die Heike und Marlene vorher einstudiert hatten. Es war einfach schön, so aus sich heraus kommen zu können und einmal „die Sau“ raus zulassen. Der absolute Höhepunkt sollte aber noch kommen. Und Sie werden es nicht glauben, liebe F&U-Leserinnen und Leser, Heike und Marlene wollten uns den Hexenflug über den Werdersee vorführen. Bei aller Walpurgisnachtekstase, so dachten wir anderen Fridas, das ist doch nun wirklich Spökenkiekerei, das geht doch nicht, und wir wollten die Beiden von ihrem Vorhaben abbringen. Aber vergebens! Sie forderten uns auf eine engumschlungene Walpurgisgasse aus unseren Körpern zu bilden, aus der heraus sie jetzt den Abflug starten würden. Und tatsächlich, das Feuer lodert vor sich hin, wir bildeten die Abfluggasse und sangen leise mythische Töne: Heike und Marlene, ihre Fluggeräte unter die Beine geklemmt, nahmen ca. 11 Meter Anlauf und hoben auf dem Scheitel des Krähenberges ab in die Lüfte Richtung Werdersee und Habenhausen. Wir trauten unseren Augen nicht und sahen die beiden Freundinnen entschweben Richtung Erdbeerbrücke. Wie wir später erfuhren, sollen sie kurz hinter der Erdbeerbrücke in Höhe Schulz auf dem Dach eines Haake-Beck-Bierstandes gelandet sein, der zum Zeitpunkt der Landung rund herum vollgestellt gewesen sein soll von Bier und Korn trinkenden Habenhausenern. Sie sollen reichlich verdutzt gewesen sein, als unsere beiden Freundinnen vom Dach rutschten. Näheres soll Fellstein wissen.

 

 


19. April 2010


Die Oper als Doofenschule

Der bestrafte Wüstling Pieter Breughel der Jüngere
Der bestrafte Wüstling Pieter Breughel der Jüngere

Katharina Loewe war wieder einmal in der Oper und hat sich im Theater am Goetheplatz Don Giovanni von Wolfgang Amadeus Mozart angesehen. Was sie dort gesehen hat und wie sie den Opernabend erlebt hat, das beschreibt sie in dem nachfolgenden Bericht. Immerhin hatte sie sich für den Opernbesuch neu eingekleidet und extra ein operntaugliches neues Abendkleid gekauft.

Mozart
Mozart

Don Giovanni, Mozart, Pelz und andere

von Katharina Loewe

 

Mein Gott, hatte ich Lampenfieber vor meinem Auftritt in meinem neuen Abendkleid letzten Freitag im Theater am Goetheplatz. Würde es auch genug Beachtung finden, immerhin hat es ja 189 Euro gekostet. Würde ich mithalten können mit den Garderoben der feinen Damen und Herren im Opernfoyer? War ich elegant genug und opernwürdig? Es wurde ja schließlich nicht irgend etwas Beliebiges gespielt,sondern Mozarts Don Giovanni - eine der besten Opern der Welt, wie man nachlesen kann. Da will man ja nicht als Provinznudel auffallen in Sachen Opernkleidung. Meine Begleitung hatte sich entsprechend heraus geputzt. Mein letzter Opernbesuch lag einige Zeit zurück. Ich war nicht mehr auf dem neuesten Stand, was Opernauftritte betrifft. Also mit Herzklopfen hinein in die Opernarena Theater am Goetheplatz, Don Giovanni, Mozart.

 

Dann die enttäuschende Overture im Foyer. Nix Eleganz und feine Opernwelt. Kein Schwein, geschweige denn Mann, drehte sich nach mir und meinem Dunkelblauen um, meine ebenso neuen Stöckelschuhe klapperten völlig unbeobachtet über den Theaterflur. Meine langsamen körperschwingenden Flanierbewegungen verpufften im Getümmel von ländlichen Abonnementsbesuchern, die wohl, wie ich, lange nicht mehr im Theater waren. Aufgeregt zur Garderobe, aufgeregt schnell noch einmal auf Klo, aufgeregt in den Handtaschen nach den Taschentüchern wühlend, aufgeregt den lahmenden Mann in den Ärmel genommen und zum Platze führend. Alle nur mit sich selbst beschäftigt, pärchenweise. Kein Blick für die Umwelt. Überwiegend ältere Paare, ordentlich gekleidet, zum Teil in Schlips und Kragen - könnte auch die Jahreshauptversammlung des Landvolkes gewesen sein. Und dazwischen hüpften ein paar Junge herum, wahrscheinlich Studenten der Musik. Ganz locker. Turnschuhe, Ringelpullover, Rucksäcke, Schlabberlook. Das soll Oper sein?     

 

Dann das Stück. Das fing ja auch gut an: der Sänger vom Leporello saß in Rom fest wegen des isländischen Vulkans und musste durch einen Ersatzsänger von der Hamburger Staatsoper ersetzt werden. Das war schon einmal symbolisch für die gesamte Aufführung. Irgenwie kam das alles nach 2.Wahl oder nach 3.Aufguss rüber.

Weder die als so herrlich gepriesene Mozartmusik noch die Handlung und schon gar nicht die Ausführenden kamen mit dem Esprit rüber, der für dieses lange, wenn nicht überlange Stück notwendig gewesen wäre, um echte Opernfreude und musikalische Glückseeeligkeit aufkeimen zu lassen. Alles sah irgendwie nach Routine und arbeitsvertraglicher Pflichterfüllung aus. Meinem Begleiter jedenfalls mußte ich mehrere Male leichte Seitenhiebe verpassen, damit er ins Geschehen zurück kehrte. Und dann diese auf Modern getrimmte Handlung (Uraufführung 1786). Schrecklich. Ein Mantel- und Degenstück aus dem Spätbarock mit den entsprechenden Moralvorstellungen und Geisteshaltungen 1:1 transportiert in ein Pelzmantel- und Ballermannstück des 21.Jahrhunderts. Schrecklich. Menschen im Hotel, die sich die Frauen nach Belieben greifen, die morden, die rachesüchtig sind, die skrupellos sind, die mal hier mal da, die die Kleider tauschen. Es sieht  teilweise so albern und lächerlich aus. Und wenn man dann noch die zum Glück in italienisch gesungenen Texte in der deutschen Übersetzung oben auf dem elektronischen Laufband verfolgt, dann kommt man sich vor wie in der "Doofenschule". Schade, auch die schönen Arien verpufften im Getümmel dieser Inszenierung, abgesungen - mehr nicht. Die Emotionen, die oben vorgespielt wurden, kamen unten im Zuschauerraum nicht an - jedenfalls bei mir nicht, und bei meinem Begleiter schon gar nicht, denn ich mußte ihm, als im zweiten Akt zum Schluß der Wüstling Don Giovanni dem Tode durch Erschießen zugeführt wurde, zweimal kräftig in die Seite knuffen. Erst beim anschließenden Rotwein (nach 3 ein Viertel Stunden) im Theaterrestaurant wurde er wieder ein wenig wach. Typisch Mann!  In der Oper einschlafen, aber danach den Don Giovanni machen. Das haben wir Frauen ja so gerne!

 

Die Frage übrigens, was diese PELZ-Schilder in dem Stück für eine Bedeutung hatten, ist geklärt: Sie haben keinerlei Beziehung zu Pelz, den wir ja von dieser Zeitung her kennen, sondern sie sollten allen Doofen im Zuschauerraum verdeutlichen, dass es sich um Pelzmäntel handelte, die die männlichen Protagonisten dort trugen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

12. März 2010


"Scheiße gebaut" - Lars im Nordwest-Radio

von Katharina Loewe

nix wie raus
nix wie raus

Gesprächszeit von 9 - 10 morgens im Nordwest-Radio, Frequenz 88,3.

Einmal gesendet, dann mindestens 7 - 13 Wiederholungen im Laufe des Jahres. In der Regel werden wichtige und berühmte Leute vors Mikrofon geholt: zuletzt Dr. Drewermann, Dr. Glaeske, Dr. Hüther, Dr. Sommer, Dr. Braungart, Dr. Loske, Dr.Martin Walser als alterspotenter Literat, Dr. Senta Berger als allgegenwärtige Fernsehtante (Nachfolgerin von Inge Meysel) und viele andere Prominente mehr. Und nun heute Lars von der Hoppenbank. Inzwischen 40 Jahre alt, 14 Jahre Knasterfahrung und mehrere Jahre Heime, Erziehungshilfen, Straffälligenhilfen, Jugendgerichtshilfen, Bewährungshilfen. Das war doch einmal echt erfrischend, wie unprätentiös und unkünstlich hier jemand in dieser Sendereihe zu Wort kam. Einfach aus dem Leben erzählt, so wie es war und wie es ist. Grandios auch die Frageweise des Moderators. Nicht das verkrampfte Bemühen um ausdifferenzierte Artikulationen, wie es sonst in dieser Reihe üblich ist, sondern frei von der Leber erzählt und berichtet. Dabei auch keine Scheu davor, das bei ehemaligen und aktiven Straffälligen so beliebte "Scheiße gebaut" mehrfach zu verwenden. "Scheiße gebaut" ist das Synonym für "Pech gehabt", oder auch für "ich hab's getan - aber leider erwischt", oder auch für "ich habe gegen Gesetze verstoßen". Bleibt zu wünschen, daß Lars, wie er sich in der Sendung nannte, den Weg, den er eingeschlagen hat, weiter gehen wird. Kein Scheiße bauen mehr, keine Drogen, nie wieder Knast. Alles Gute dafür.

 

höre auch: http://www.radiobremen.de/nordwestradio/sendungen/gespraechszeit/lars102.html


 

 

 

 

11. März 2010

Kulturverfall in der Bremer Internet-Kommunikation

von Katharina Loewe

E-Mail-Meer
E-Mail-Meer

Es rauscht im Bremer Äther. Eine Unzahl von E-Mails, elektronischen Kommentaren und Anzeigen fliegen unkontrolliert und chaotisch durch die Gegend. Die Absender und Absenderinnen der Botschaften  können ungezügelt mit allem um sich werfen, was die Tastaturen so hergeben. Als Empfängerinnen und Empfänger der Botschaften anderer widerum sind sie deren Wurfgeschossen ebenfalls wehrlos ausgesetzt.  Die Akteure sind nicht zu identifizieren, da sie sich leicht hinter Pseudonymen,  Niknames und künstlichen Adressen verstecken können. Sie nennen sich Hans-Hermann, Zorro, der Heinz, die schlaue Erika, Wuppi usw.usw. In der Regel vernichten sich die Akteure nach ein, zwei Aktionen dann wieder selbst, indem sie sich selbst weglöschen und sich im gleichen Moment mit neuen Etiketten neu erfinden. Andere kultivieren ihre falsche Identität und terrorisieren damit nicht nur das Bremer Netz, sondern das weltweite. Eine dialogische Kommunikation, ein Austausch von Für und Wider, ein Hin und Her von Meinungen oder Argumenten findet nicht statt. Ein Aufbau kommunikativer Beziehung, Begegnung findet schon gar nicht statt, ganz zu schweigen von Sympathie oder gar Freundschaft. Stattdessen:  beleidigen, niedermachen, lächerlich machen, verachten, entwürdigen. Könnte man über den Äther Messer werfen oder hinter Hecken versteckt schießen, würde es nicht nur psychische Opfer geben, sondern auch körperliche. Es ist unerträglich. Leider ist wohl kein Kraut dagegen gewachsen bis auf die Möglichkeit, sie einfach weg zu drücken, sie zu löschen oder sie kurzfristig mit Auftrittsverbot zu belegen, das aber meistens nicht länger hält als 10 Minuten - denn dann sind sie mit neuen Namen und Adressen wieder auf "Sendung" und treiben ihr Unwesen wie gehabt weiter. Bestes Beispiel dafür ist das Forum bremen.online. Hier toben sich regelmäßig Leute aus, die nicht verstanden haben, dass auch die Internet-Kommunikation den Regeln des fairen und anständigen  Umgangs miteinander unterliegen. Ich plädiere für eine weitere Verschärfung der Zugangsmöglichkeiten zu solchen Foren wie bei bremen.online, zumal diese öffentlich und staatlich gewollt für alle aus Steuermitteln, also aus Mitteln, die wir alle aufbringen, gefördert werden. Bei den privaten kann man sich ja locker ausklinken, oder gar nicht erst reingehen, wenn man erkennt, dass es dort auch unkontrolliert und menschenfeindlich zugeht. 

Und was ist mit diesen E-Mail-Fluten? Gut wir haben Spam und Junk, wo ja bereits einiges landet. Aber was machen wir gegen diese Anjas, Patricias und Maltes, die dir schreiben, sich bei dir bewerben, die sich anmelden möchten, die dir einmal ihre Meinung sagen wollen, die deine Einträge kommentieren möchten, die dir sagen wollen, wie blöd du bist, die dir vielleicht auch etwas Sympathisches mitteilen möchten - und die es einfach nicht hinbekommen, ihren wirklichen Namen zu benennen, ihre Adresse und Telefonnummer mitzuteilen, ihr Studienfach oder ihren Beruf zu benennen, ihren Familienstand einfach zu benennen und sonstige Mitteilungen von sich zu geben. Es ist eine Katastrophe. Man hat nur noch mit gesichtslosen und eigentlich leblosen E-Mail-Wesen zu tun, die manchmal sogar auch noch den Anspruch formulieren, dass man ihnen antwortet. 

Da bleibe ich ganz cool und gehe auf solche E-Mails nicht ein. Da gibt es nur eins: E-Mail-Müll-Eimer.