Pfau Pfünf

Kritische, satirische, persiflierende Stellungnahmen und Aufdeckungen von Sozialen Widersprüchen und Sozialpolitischen Skandalen. Kritik der Sozialen Strukturen und der Sozialen Organisationen

 

 

 

 

 

Treffpunkt der Jugend
Treffpunkt der Jugend

Sonntag 10. Oktober 2010

Fenix & Upupa am Sonntag

LANDSCHAFTSGÄRTNERINNEN MACHEN EINEN AUF JUGENDFÖRDERUNG

 

 

Im Haus der Wissenschaft in Bremen

fand am Donnerstag 07. Oktober 2010 eine Fachtagung unter dem Titel:

STADT FÜR ALLE - PLATZ FÜR JUGEND

statt.

 

Unser Jugendhilfekorrespondent hatte sich als Teilnehmer angemeldet und war an dem Fachtag von Anfang bis Ende dabei, obwohl er in der Mittagspause fast am Fischwagen von Schorse auf dem Domshof hängen geblieben wäre, weil Schorse wunderbare Geschichten von zu Hause erzählte. Die Erzählungen auf dem Fachtag fielen dagegen deutlich ab. Wer will denn schon wissen, weshalb neben einem staatlich geförderten Jugendfreizeitheim in Bremen-Nord eine Tischtennisplatte aufgebaut wurde, die aus einem Sonderfonds finanziert wurde? 

 

Mehr Tischtennisplatte siehe einmal ausnahmsweise hier auf  der Internetseite von JUNO - Freie Bürgerschaftliche Jugendhilfe in Bremen / www.junobremen.de

 

 

Links: World-Cafe, Tischdeckenkunst

Mitte: Erika Brodbeck, Dipl.Landschaftsgärtnerin, Palmenexpertin

Rechts: Der Kaffee wahr sehr gut

 

 

 

 

 

Arnold, profillos, gesichtslos
Arnold, profillos, gesichtslos

Dienstag 05. Oktober 2010

Aus der Reihe: Unvergessen

Heute vor 7 Jahren: Oktober 2003

eine Serie von Josef Fellstein

 

OKTOBER 2003 - DER MONAT DES ARNOLD

 

Irgendwo in Deutschland im Jahre 2003, Oktober.

 

Unser Arnold hatte es in seiner beruflichen Laufbahn weit gebracht. Das richtige Parteibuch im Jackett brachte er es als Jurist für Baurecht in dem Ländle seiner Wahl, er kam sicherlich wie viele andere politische Zuwanderer auch aus Ostwestfalen ins Ländle, zum Staatsrat für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales. Als Vertreter der jeweiligen Senatorin, mal war es Hilde, die leider tragisch verunglückte, mal war es Karin, die selber ein Unglück war, hatte er somit viel zu tun und viel zu entscheiden.

 

So kam es vor, dass er beispielsweise morgens noch mit seiner Marionette, der von ihm eingesetzten Chefin der arbeit gmbh, bei einer schönen Tasse Bohnenkaffee die Strategien zur Begünstigung ausgewählter Arbeitsförderungsprojekte im Ländle besprach, dann gegen Mittag zum Empfang der halbstaatlichen Heimstiftung anläßlich der Eröffnung des 121. Stiftungsdorfes eilen musste, um dort den einen oder anderen Happen vom Büfett zu erwischen - und um schließlich am Nachmittag mit dem von ihm eingestellten und, wie sich später herausstellte,  untreuen Verwaltungsdirektor der Krankenanstalten darüber nachzudenken, wie die Krankenzimmer mit unnützem teuren Mobiliar ausgestattet werden können.

 

Leider wusste Arnold zu dem damaligen Zeitpunkt, Oktober 2003, noch nicht, dass er von dem Verwaltungsdirektor in den gleichen Momenten, in denen er eisige Streichkonzerte für die Institutionen der Jugend- und Sozialhilfe dirigierte, von oben bis unten beschissen wurde. Oder wußte er es etwa doch schon? Gab's da schon was?

 

Den Jugendamtsleiter degradierte er nicht erst im Oktober 2003 zum Sparkommisar, der sein Unwesen dann auch gnadenlos auf seine Abteilungen und Mitarbeiter herunterprügelte - alles mit Arnolds Zustimmung. Die Ergebnisse dieser Kinder- und Jugendhilfe wurden einige Jahre später - es war wohl wieder Oktober - dramatisch im Ländle öffentlich. So dramatisch, dass dann endlich auch Arnold und Karin ihre Hüte nehmen mussten. 

 

Und im Oktober 2003, um darauf zurück zu kommen, in dem Monat also, hatte Arnold wohl soviel um die Ohren in den höheren Sphären seines Machtapparates, dass die drei Gespräche im Laufe des Oktober 2003 mit dem Sozialverein, der wegen einer unausgewogenen und unzureichenden Förderung durch die Arnold'sche Zentrale in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten war, ihm quasi am Machtarsch vorbei gegangen sind. Im Monat Oktober 2003 ließ Arnold den Sozialverein eiskalt in die Insolvenz stolpern, um, wie man später hörte, den Trägermarkt um ein weiteres Opfer zu bereinigen.

 

Das war eine große Leistung von Arnold im Oktober 2003, die sich allerdings relativierte durch die Tatsache, dass alles auch hätte ganz anders gelöst werden können, zum Beispiel mit einer Arnold'schen Bürgschaft (hätte ja nicht HREmäßig sein müssen!)  - zumal die Tätigkeiten des Sozialvereins später mit fast dem gleichen Personal in anderer Trägerform bis heute fortgesetzt wurden.

 

Ins Arnold'sche Gras beißen musste lediglich ein so genannter Geschäftsführer, der dann später von Spürmann dem Volltrecker, der wiederum eng zusammenarbeitete mit der verräterischen Barbara und dem geizigen Pfau, nach 24 Jahren und 11 Monaten Sozialdienst für den Sozialverein und für das Sozialländle in die Arbeitslosigkeit geschickt wurde.

 

Der Oktober 2003 - das war ein bedeutender Monat für unseren Arnold und für alle anderen Hohlkreuzlerinnen und Schisshäsinnen im hanseatischen Ländle.  

So oder so oder so ähnlich könnte unser Arnold aussehen

 

 

 

 

 

 

Sonntag 26. September 2010

F&U am Sonntag

HEIERMANN VON DER LEYERMANN

Oh, kuck mal an, doch soviel!

 

Meldung von heute: Die Regierungskoalition will die  Hartz-IV-Regelsätze um üppige 5 € erhöhen!  Die Sätze für Kinder werden nicht erhöht!

 

Jetzt kommt es ganz Dicke für die Hartz-IV-Bezieher und Bezieherinnen. 5 € mehr im Monat! Der reine Luxus! Was sie sich davon alles zusätzlich leisten können, hat einmal unser Armutsredakteur aufgelistet:

 

5 x Pissengehen auf der Bahnhofstoilette

oder

5 x 1 Hamburger einfach bei McDonalds

oder

5 x Dosensuppe 1 Portion ohne Fleischeinlage

oder

5 x Bildzeitung

oder

5 x Einkaufen in der Abteilung "Alles 1 Euro"

oder

5 x einem Bettler in der Stadt "'ne Mark geben"

oder

5 x günstig in der Teestube der Straffälligenhilfe  essen

oder

5 x Telefonieren mit den Kindern

oder

5 x die Heizung kurzfristig ein wenig höher einstellen

oder

5 x 1 Reihe Lotto spielen

 

Ist das denn nix?

 

 

 

 

 

Montag 23. August / Dienstag 24. August 2010

 

PFAU, PFISCH UND PFEI IM RADIO

von Katharina Loewe

 

 

 

Katharina Loewe hat Radio gehört

Sonntag versaut

 

 

 

 

Nichts Böses ahnend

kam ich Sonntagfrüh gerade vom Gottesdienst nach Hause zurück, als auch schon das Telefon klingelte. Mein Herausgeber war dran. Er bat mich,  sofort das Radio einzuschalten und mir eine Sendung anzuhören und darüber zu schreiben. Er selbst sei nicht in der Lage dazu, da er gerade sein Frühstück zurückbefördert habe von innen nach aussen, als er hörte, wer in die Sendung eingeladen worden sei. Ob das denn sein müsse, wollte ich mich vor der Aufgabe noch drücken. Ich erklärte, dass ich gerade eine schöne Predigt gehört hätte über das Thema "Liebe den Nächsten", und nun solle ich mir eine Sendung anhören mit Pfau, Pfisch und Pfei. Wie das denn zusammenpasse? Ob er mir auch noch meinen Sonntag versauen wolle? Nun gut, gegen die Arbeitsaufträge von Herausgebern kann man ja so wie so nichts machen, also hörte ich mir die Sendung an.

 

Und ich muss gestehen: ich war erschüttert, schlimmer hätte es nicht kommen können. Was hat das Radio sich da geleistet? Das Radio, das so einen hohen kulturellen, politischen, sozialen und intellektuellen Level für sich in Anspruch nimmt, und diesen in der Regel ja auch erreicht. Das Radio, das so wunderbare Weltmusik sendet, das Radio, das mich morgens bereits mit den besten und schlauesten Berichterstattungen und Kommentaren über das nationale und internationale Weltgeschehen versorgt, das Radio, das regelmässig intelligente Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur, Literatur und Geisteswissenschaften präsentiert - über Eugen Drewermann wollen wir an dieser Stelle nicht reden, das ist ein eigenes Kapitel - , das Radio also mit dem höchsten intellektuellen Anspruch aller Sender in Norddeutschland, wenn nicht sogar in ganz Deutschland und darüber hinaus, bietet uns am wertvollen Sonntagmorgen zur besten Hörerzeit zwischen 11 und 12, kurz vor Beginn des immer wieder herrlichen Sonntagskonzertes, 3.Wahl - nämlich Pfau und Pfisch garniert mit Pfei.

 

Das Thema der Sendung war Jugendkriminalität und Jugendgewalt. Also ein äußerst sensibles Thema. Ausgangspunkt für die Sendung wieder einmal ein Buch. In diesem Falle das Buch, das die so tragisch zu Tode gekommene Berliner Jugendrichterin ihrer Nachwelt als Geschenk hinterlassen hat. Das Ende der Geduld. Eine äußerst populistische Abrechnung mit dem gesamten Jugendgerichtswesen in Berlin und in Deutschland und eine Aufforderung zu veränderten Massnahmen gegenüber gewalttätigen Jugendlichen. Besonders gegenüber Jugendlichen mit dem so genannten Migrationshintergrund, und hier besonders gegenüber Jugendlichen mit türkischem oder arabischem Hintergrund.

 

Eigentlich wäre es Aufgabe unseres Bildungsradios  gewesen, die populistischen, verallgemeinernden Thesen des Buches zu widerlegen und eine fachlich qualifizierte Expertenrunde dazu zu Wort kommen zu lassen. Für diesen Part wurde als Alibi-Experte Pfei dazu gerufen, der ja, wie sich dann im Gespräch herausstellte, gar nicht Pfei aus Hannover war, sondern nur sein Double. Das Double von Pfei bekam dann aber auch keine Chance, auch nur halbwegs die notwendigen wissenschaftlichen Gegenargumente gegen die populistischen Strömungen der Sendung an den Hörer zu bringen. Egal mit welchen Zahlen das Double operierte, Pfau und Pfisch erzählten als Praktiker des Jugendhilfewesens und des Jugendgerichtswesens frei Schnauze aus ihrer Berufswelt. Und das nicht etwa auf einem akademischen, abstahierenden Niveau, sondern aus dem Nähkästchen. Dabei scheute Pfau z.B. auch nicht davor zurück - selbst nicht in der Lage 3 bis 4 Gedanken in einem zusammenhängenden Satz zu vereinigen - den Fussballspieler Mesut Özil, der gerade von Bremen nach Madrid gewechselt ist, in einem Atemzug mit gewaltbereiten und gewalttätigen Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu erwähnen. Ein Erziehungsanstaltshelfer, der selbst nicht fachgerecht lesen und schreiben kann, macht sich lustig über das Sprach- und Schreibversagen von jungen Menschen. Echt peinlich ey.

 

Die ernsthaften Diskussionen über das Jugendstrafrecht und die richtigen Strategien finden seit 60 Jahren auf hohem Niveau in verschiedenen Verbänden, Organisationen und Vereinigungen statt. Es gibt außerordentlich hervorragende regelmässige Publikationen, die sich mit der Thematik befassen. Auch in Bremen haben wir Spezialisten in Wissenschaft und Forschung, in der Jugendgerichtsbarkeit, in der Jugendhilfe, in den Wohlfahrtverbänden und bei den so genannten Freien Trägern, die sich der Thematik seit Jahren und Jahrzehnten innovativ und qualifiziert stellen. Das hätte unser Radio wissen können und wissen müssen. Dann wäre bei der Sendung auch etwas ganz Anderes herausgekommen als dieses praktizistische, unreflektierte Geschwafel von harter Hand, von gebetsmühlenartigen Verweisungen auf die Verantwortung von Kindergärten und Schulen, von männlichkeitsorientierten Erziehungsidealen bei den Türken, von den Pappenheimern und ähnlichen Bildern. Kein Wort über die unterversorgten Armutslebenslagen, aus denen die Täter erwachsen; kein Wort über die Spaltung der Gesellschaft, kein Wort über den Sozialabbau und die Verkümmerung der Jugendhilfe. Alles nur auf der Erscheinungsebene abgehandelt. Alles ganz schlimm. Auch diese Sendung. Das macht doch sogar BILD-TV besser! 

 

Katharina Loewe

 

 

 

 

 

3. Mai 2010


Klassenkampf statt Kassenklampf
Klassenkampf statt Kassenklampf

1. Mai-Demonstration auf dem Domshof in Bremen

Ulrich Pelz war seit langer Zeit einmal wieder da

 

Fehlte nur noch das kleine Riesenrad und der Happy Sailor und der Kleine Freimarkt wäre perfekt gewesen. Ein buntes Gemisch  aus Champignonbrutzelbude, DKP-Stand (ich wusste gar nicht, dass es diese West-SED noch gibt), aus GRÜNEN-Spielplatz, VERDI-Luftballonaufpusterei, HOLländischer Pufferbraterei, LINKEN-Propagandastand (besetzt mit dem Öffentlichkeitsgeneralsekretär aus Kattenturm), BRATwurstpavillon, SPD-Informationspavillon (die Vorsitzende des Ortsvereins Woltmershausen gab sich persönlich die Ehre), DGB-Bühne, TIBET-Informationstisch, KUHLE WAMPE-Motorrad-Club, SOZIALISTISCHE ALTERNATIVE-Fahrrad-Anhänger, BECKS-Bierwagen, IG-Metall-Zelt und andere Kleinpavillons erwarten den arbeitskampfbereiten Genossen auf dem Domshof eine halbe Stunde vor Eintreffen des Demonstrationszuges. Einige Kampf-Genossinnen und Kampf-Genossen halten sich bereits an den ersten Bieren  und Bratwürsten fest, andere an den Champignons oder an den niederländischen Poffertjes. Wo ist die einstimmende Musik der früheren Jahre? Keine Blasmusik, keine Arbeiterlieder, kein Spielmannszug, nix. Wo sind wir denn hier? Vor der überdimensionierten DGB-Bühne sind kleine Partytische aufgestellt, an denen sich die Biertrinker und Bratwurstesser bereits festhalten.

Dann: De Zoch kütt. Karneval der politischen Eitelkeiten. Nicht Musik erschallt, keine Schalmeien, keine Trompeten – stattdessen: Lautsprecher übertönen sich gegenseitig, teilweise mit barocken postkommunistischen Parolen. Viele bunte Fahnen und Spruchbänder. Völlig ungeordnet, chaotisch. Fahrräder werden mit geschoben, gnatschende Kinder auf den Schultern ernstblickender GEW-Aktivisten, Handwagen, Offene Lastwagen ähnlich Love-Parade. An der Ecke ein Chor: die Internationale. Am Alex hat sich eine VERDI-Gruppe, die den Zoch vor Eintreffen auf dem Platz schnell verlassen hat, eine Tischreihe gesichert und schon einmal Bier bestellt. Auf dem DKP/UZ-Wagen wird auch lauthals gesungen, ich glaube vernommen zu haben: Auferstanden als Ruinen und der Zukunft zugewandt, oder so ähnlich. Waren da im Vorbeifahren nicht auch die alten Plakate von Stalin und Ulbricht oben auf dem Wagen zu sehen? Ich kann mich auch getäuscht haben. Es werden wohl Marx und Engels gewesen sein.

Dann fängt die Rede der DGB-Lautsprecherin an. Schnell weg hier. Noch eine schöne Tasse Bohnenkaffee im Classico, dann ab nach Hause und in Ruhe Schalke 02 gegen Werder anschauen. Da spielen Profis, die wissen, wie man eine Großveranstaltung organisiert.

 

 

 

 

 

 


09. April 2010


Fellstein fotographiert