gegr. 414 v.Chr.

 

 

IIIIIIIIIIIII   TEXT UND BILD 2016  /   2017    IIIIIIIIIIIII


Nr.9 / 17

Novembersonnenbummelei am Werdersee am Freitag 17.11.17

Novembergedicht

Hans Retep · geb. 1956

 

Dichterregel zu November

Bringt der November reichlich Regen,
macht er’s nur des Reimes wegen.
Bringt er aber Sonnenschein,
zeigt als Monat er viel Mut,
weil er Gutes reimlos tut.


Nr. 8 / 17

Die Reise nach Ritzebüttel zu Ringelnatz und Grass

am 19.Oktober 2016

Mit der Bahn von Bremen nach Ritzebüttel. Schnelle Fahrt bis Bremerhaven. Dann Umsteigen in die Wurster Eisenbahn. Zugsignale an jedem Feldweg, damit  das bäuerliche Vieh nicht über die Schienen läuft. Schönes grünes flaches Land. Frühnebel noch über den Wiesen. Kiebitze und Wiedehopfe kreisen über den Feldern.

Ankunft in Ritzebüttel 12.45. Die Kunst allerdings macht in Ritzebüttel von 13 - 14 Uhr Pause. Elke fährt zufällig mit dem Fahrrad vom Ritzebütteler Markt kommend  vor und begrüßt uns sehr freundlich und herzlich. Sie empfiehlt zur Überbrückung der Ritzebütteler Kunstpause den Besuch des Ritzebütteler Schloßparks. 

Um's Schloß und um's Schloß herum. Die Geschichtsforschung vernachlässigt , stattdessen die von Bremen mitgebrachten Stullen auf einer idyllischen Parkbank verdrückt zusammen mit heimisch vorbereitetem Kaffee. Welcher Amtmann hier auch immer residiert haben mag, auf jeden Fall für Besoldungsgruppe 14 zu groß. 

Angekommen am Hauptziel unserer Reise nach Ritzebüttel. Nett. Nett. Alles im Miniaturformat. Kopf einziehen, Vorsicht Rehe. Unten Utensilien von Ringelnatz in Vitrinen. Viel Seemännisches aus der Seefahrerzeit in Ritzebüttel. Dabei war er hier nie draußen auf Hoher See, sondern hat Minen weggeräumt bei der Kugelbake und draußen in Sahlenburg beim Seeheim. Oben tanzt Grass mit verschiedenen Damen Schieber. Niedlich.

Respekt: Alles bürgerschaftlich aufgebaut und praktiziert, sehr gutes bürgerschaftliches Kunstengagement! upz 

Middag. Hunger nach der Kunst. Am Ende der Ritzebütteler Einkaufsmeile auf dem Weg zur Alten Liebe die "Lütte Fischbude" entdeckt. Heringssalat auf Pumpernickel, Fish'n Chips, Wasser, Kaffee, lecker, preiswert.
Hier kann nur positiv bewertet werden von satten Kunstexperten:  6 von 7 möglichen Gummiadlern!! upz

Nebel an der Ritzebütteler Nordseeküste. Hoch zu Fuss von Kleiner Fischbude hinauf zur "Alten Liebe". Warten auf "Dicke Pötte", die nach Hamburg wollen oder von Hamburg kommen. Nix da. Hamburg scheint von der Aussenwelt abgeschlossen zu sein! Stattdessen das einzige vorbeifahrende Schiff: das Seehundbänkeschiff.upz

Von Alte Liebe ohne dicke Pötte zu Fuß zurück über Fischereihafen mit kleinen Krabbenkuttern bis Bahnhof Ritzebüttel. Was heißt hier Bahnhof? Es wird umgebaut. Durch Wattpfützen und Fahrwasserschlamm musst du dir deinen Weg zum Bahnsteig auf abenteuerliche Weise ertasten, erdenken, erringelnatzen! upz   


Nr. 7 / 17

8. September 2017

Rückkehr auf einen fernen Planeten
NEUE VAHR MITTE

Bevor du ankommst mit dem Auto auf dem fernen Planeten – fünfmal rot an fünf Ampeln auf der ehemaligen Franz-Schütte-Allee, die sozialdemokratisch korrekt umbenannt wurde in Richard-Boljahn-Avenue. Fünfmal auch die Tatsache, dass nicht ein einziger Fußgänger oder Radfahrer an den fünf Übergängen zu sehen war. Fünfmal Gelegenheit ein kleines Autofahrernickerchen einzulegen – der berühmte Sekundenschlaf. Auch auf den altehrwürdigen Überführungen über die Avenue nicht ein einziger Mensch zu sehen, stattdessen 2 Füchse, 1 herrenloser Hund, 3 Hühner (von den Füchsen gejagt) und ein Pferd. Auch reichlich Wildwechsel, Hirsche und Wildschweine. Dann Einfahrt in die Parkgarage des Planeten. Das Centrum Berliner Freiheit in Neue Vahr Mitte. Ein wunderbares Parkdeck mit breiten Fahrbahnen und großzügigen Parkflächen, die ein Zusammenstoßen der Fahrertüren verhindern, auch wenn eines dieser überdimensionalen neuen dicken Autodinger, wohl SUV genannt, neben deinem mittelmäßigen 20 Jahre alten Mittelklassegolf parkt. Also, locker heraus aus der rostigen Karosse und hinein ins Vergnügen Einkaufscentrum Berliner Freiheit, Neue Vahr Mitte. Über eine herrliche kilometerlange Rolltreppe ohne Stufen, auf der du dich entscheiden kannst, dich entweder treiben zu lassen oder aber selbst ein paar Schritte zu tun, hinunter in das pulsierende Leben des Planeten Neue Vahr Mitte. Ein buntes Gewirr von Alt und Jung, von Kind und Kegel, von Flott und Rollator, von Menschen wohl aus allen Gegenden des Erdreichs empfängt dich unten. Aus den Straßenbahnen, die direkt vor dem Haupteingang des Centrums halten, strömen Menschen aus den benachbarten Stadtteilen im Bremer Osten, wenn nicht sogar aus Sebaldsbrück, Mahndorf, Arbergen und Hemelingen in das große Foyer der Metropole. Aus den eher gutbürgerlichen Nachbarquartieren Horn und Oberneuland sollen, so erzählte uns später ein profunder Kenner der Neuen Vahr, Harald von und zu Jacobsmühlen, werden eher selten menschliche Exemplare im Centrum gesichtet. Allerdings sollen, so besagter Harald, Füchse und Wildschweine aus den dortigen waldreichen Gebieten über die Golfplätze und Parks in die Neue Vahr einwandern. Auch Waschbären und Wölfe. Was zuerst unten am Fuße der kilometerlangen Rolltreppe ins Auge fällt, ist Kultur. Eine plakative Ausstellung, die sich „60+50+40=150“ nennt, nimmt die Besucher des fernen Planeten sofort in Beschlag. Atemlos betrachten auch wir die Foto- und Schriftdokumente über die Entstehung des Planeten und seine Evolution seit 1957. Tolle Aufnahmen von den Baufortschritten der Sozialwohnungen für die 30 – 40.000 Einwohner damals (wie alles begann usw.). Auch eine gelungene Dokumentation über die damalige Entwicklung der Anbindung des Planeten an das Bremer Bus- und Straßenbahnnetz. Erst die Buslinie 23, dann die Straßenbahnlinie 1. Nette Accessoires wie Haltestelle und Straßenbahnermütze sind diebstahlsicher in Vitrinen ausgestellt. Auch eine Fahrkartenknippszange. Dann noch eine Abteilung Bürgerzentrum Vahr, was immer das sein mag, in der Ausstellung. 1977 – 2017, also 40 Jahre. Die Besucher des Planeten, die extra aus dem fernen Himmelhöllen angereist sind, fragen sich verdutzt: ja – und die Jahre seit Gründung des Planeten im Jahre 57 bis 77, also komplette 20 Jahre, gab’s da nichts Kulturelles und Soziales auf dem Planeten? Was war mit den tausenden von Kindern und Jugendlichen, die damals auf den Planeten siedelten – mit den kulturhungrigen Nachkriegserwachsenen aus allen Provinzen Norddeutschlands? Wurde für die in den ersten zwanzig Jahren denn überhaupt nichts geboten auf dem Neuen Planeten? In der Dokumentation des Bürgerzentrums war davon jedenfalls nicht zu erfahren. Schade. So zogen sich die Besucher aus dem fernen Himmelhöllen enttäuscht an den Mittagstisch einer Fleischerei im Fresscentrum des Kulturcentrums des Planeten zurück und aßen schlecht, aber preisgünstig. Bevor sie die Rückfahrt über die 5 Roten Ampeln antraten, schauten sie sich noch das leere Innere des Bürgerzentrums an, die Fontäne am See, das Hilde-Harder-Haus, das Aalto-Hochhaus und den Fischladen, der keine mehr ist. Der Fischladen, so erzählte Harald von und zu Jacobsmühlen, musste vor Jahren umgewandelt werden in einen Russischen Kiosk, weil ein Großteil der aktuellen Bevölkerung auf dem Planeten mit Rollmops, Flunder und Bratfisch nichts anfangen konnte. Sie verlangten nach Russischer Wurst und nach der Prawda!

Ob wir noch einmal wiederkommen, wissen wir nicht.

 

Uli Pelz

Der Besuch des Planeten fand am 8.September 2017 statt. Mit dabei war: Ines Pelz, frühere Mitarbeiterin in der Kinder- und Jugendarbeit der Heilig-Geist-Gemeinde in der Neuen Vahr Nord


Nr. 6 / 17

Heute, 10.8.17, einmal kein Zucker, auch kein Lankenauer Höft, keine Pusdorfer Zuckerpuppen, und schon gar nicht keine zweistündige Wartezeit auf 2 Tassen Kaffee ohne Zuckerbeilage. Heute einmal ganz besinnlich bei Sommerrestwärme ein cooler zuckerfreier Stadtspaziergang von Lahnstraße über Leibnizplatz und Strandweg bis Cafe Sand und zurück über Kinderwiese und Buntentor. Dabei wieder einige Fotos geknippst. Leckere Currywurst mit Pommes Schranke und gute zwei Tassen Kaffee und 3 Flaschen Wasser im Sand mit prompter Lieferung, Hier sind einige Wanderfotos. upz


Nr. 5 / 17                                                                                  Sonntag 6.8.2017  Lankenauer Höft  Alles Zucker  Flucht nach Gröpelingen rüber

 

 

 

Der Zucker-Ansage-Turm

hier wird z.B. angesagt, ob es noch Kaffee gibt oder nicht

 

 

Die Unterzuckerungsrettungshochtürme
hier kannst du hochgehen, wenn du von dem unten fertig bist

 

 

Die alte Honigpumpe des Zuckerwerks

hier kommen IndustriehistorikerInnen stündlich zu ihrem Recht

 

 

Zuckermusik
wenn du nicht in Wacken warst

Zuckerdruck

hier kannst du dich selbst zum Ausdruck bringen

Zuckerflinsen
wenn du weder vegan noch vegetarisch essen möchtest, sondern lieber ungesund zuckerhaltig

 

 

Die netten Zuckerpuppen (frei nach Bill Ramsey)  vom SPD-Politbüro

Woltmershausen / Rablinghausen

Sie haben riesige Seifenblasen geschulzt, die leider nach dem Pusten immer wieder platzten

 

 

 

Das Zuckerkonzept

Der Rahmen? Nein, das Innere!

 

 

 

 

Zuckerwolken

über Lankenauer Höft

 

 

Zucker zum Kaffee? Nein danke, habe Zucker!
...wenn du auf deinen bestellten Kaffee ohne Zucker eine halbe Stunde bis zwei Stunden warten möchtest, dann musst du zum Zuckerfest des Zuckerwerkes auf dem Lankenauer Höft gehen! Sie waren mit ihrem Kaffee sehr bemüht, aber völlig unterzuckert! Echt peinlich!

Zuckerglaube

Da hülft kein Beten und kein Honig, auch der süße Jesus konnte nicht für Kaffee sorgen   

 

 

 

 

Zuckerwasser
Ade nun Lankenau, wir fahren wegen keinem Kaffee rüber.Wir wünschen viel Glück.

Zuckerschiff

...wenn du von Lankenauer Höft die Schnauze voll hast, dann steige auf's Fährschiff rüber auf die andere Seite und bestelle eine schöne Tasse echten Bohnenkaffees


Nr.4 / 17

13.Juli 2017

Sommerspaziergang zwischen Recyklinghof Hohentor und Wochenmarkt Domshof / Sommer in Bremen im Juli 17

 

alle Fotos: Uli Pelz (C)


Nr 3 / 17

9.4.2017

 

 

Nix Fado - Rock'n Roll in der Bremer Glocke
MARIZA aus Lissabon bringt den Konzertsaal zum Kochen.

 

Keine Saudade im Türrahmen mit wehmütigem Ruf nach dem Geliebten auf Hoher See begleitet von den gezupften Klängen der kleinen portugiesischen Gitarre des Lissaboner Gitarristen in der halbdunklen Atmosphäre einer nach gegrillten verbrannten Sardinen riechenden Hafenpinte.
Nein, eine hochprofessionelle Gesangs- und GitarrenShow des MARIZA-Teams verbunden mit einer Lichtshow, die jedem Spitzenrockkonzert hätte gerecht werden können. Natürlich im Vordergrund die zweifellos hohe Gesangskunst der MARIZA - dieser Kunstfigur der Marisa dos Reis Nunes aus Lissabon. Mit dem Programm "MUNDO", das schon seit einiger Zeit auf CD zu hören ist, und einigen älteren Nummern in den Zugaben, riss sie das Publikum in der vollbesetzten Glocke immer wieder von den Stühlen. Dabei ließ sie es an Publikumsanimationen zum Mitmachen nicht fehlen, was den in dieser Hinsicht eher zurückhaltenden Besucher und Berichterstatter doch manchmal eher an einen "Helene-Fischer-Abend" erinnerte. Dazu muss man allerdings bedenken, dass mindestens 3/4 der Zuschauer wohl aus der Norddeutschen Portugiesischen Community stammte. Bei den Portugiesen wird MARIZA inzwischen wie eine Nationalheilige verehrt, als Nachfolgerin der legendären Amalia Rodrigues. MARIZA ist eine Vollblutsängerin mit dieser ungewöhnlichen facettenreichen Stimme, die sich schon seit Jahren nicht mehr auf Fado festlegen will. So sind Afrikanische Lieder zu hören, Kapverdische, Soulmusik, Lyrischer Gesang bis hin zu Modern Jazz  - ein breites Genre-Repertoire, das die Zuhörer von den unbequemen Glocke-Sesseln riss. Der Berichterstatter selbst hüpfte an dem Abend wegen Nacken, Kopf und Rücken nicht so viel rum. Aber alles gut!       

 


Nr.2 / 17

 

16,Februar 2017

Impressionen / Park links der Weser in Bremen / kleine Februar-Walkingtour ohne Stöcke,

aber mit Fotoapparat / auf Anraten der Ärzteschaft

alle Fotos: Uli Pelz (c)

  Resteisesstille               Vogelfluglinie                  Bankesruh

  Huchtinger Kirchenblick  Windspiel                     Ruhebank

  Durchlichtung             Hundeleben                Radikalschnitt

  Fluss  alt / neu            Streckbank                 Flughafeneinfahrt

  Schachbrett an Bank      Wanderkarte               Hebewerk

  Pumpenwarnung          Mallorca                    Grenzfluss

  Siedlung                   Grenzübergang             Der neue Fluss

  in die Pampa               Graugansgäste             wer weiß wohin

  Kunst am Fluss             Brücke nach nirgendwo   Italienische Schwimmer


Nr.1 / 17

 

16.Januar 2017

 

 

Bremer Spitzen am 16.Januar 2017 bei herrlichem Winterlicht

alle Fotos: Uli Pelz


Nr. 7 / 16

26.10.2016

Quartierszentrum Huckelriede

Eröffnungsfeierlichkeiten am 25.10. um einen Tag verpasst, egal

Gummiadler und Jute statt Plastik

Schöner Herbstspaziergang samt Gattin am Südlichen Ufer des Werdersees in Bremen Neustadt / Huckelriede. Geparkt auf dem Rewe-Parkplatz am Deichschart; locker vorbei am bras-Kiosk, wo die Chefin sich gerade eine drehte außerhalb der Bude. Weiter Richtung Roland-Klinik. Mehrere Habenhausener FahrradfahrerInnen mit überhöhter Geschwindigkeit knallen an dir auf dem Fussgängerstreifen knapp vorbei. Einer rief noch: "Hast du kein Fahrrad, du Wicht?" Rund um die Roland-Klinik ein Gehumpel, ein Gerauche, ein Rollatorgefahre. Selbst die Ärzte in ihren weißen Kitteln ziehen ihre linken Beine nach auf dem Weg zur Werdersee-Aussichts-Plattform. Einer zog sogar beim Beinnachziehen kräftig eine überdimensionale Zigarette ein. Muss er ja wissen als Arzt. Eine medizinisch-technische Assistentin rief aus dem Fenster: Herr Doktor, Herr Doktor, Notfall. Weiter auf dem Niedersachsendamm Richtung neues Quartierszentrum Huckelriede. Und angekommen dort, trauen wir unseren Augen nicht. Ein wunderschönes Gebäude in Klinkerbauweise. Die Luftballons von der gestrigen Eröffnungszeromonie hängen noch an den Geländern. Gut, dass wir heute erst kommen. Diese Eröffnungen mit Senatorinnen und  ehemaligen Staatsräten und der gesamten Sozialmischpoke Bremens gehören eigentlich nicht zu unseren Kulturinteressen.  Kein Mensch zu sehen, die Eingangstür zum Zentrum offen. Wir gehen rein ins Foyer und staunen. Das sieht alles außerordentlich gut aus und verspricht optisch eine wunderbare Zukunft des Zentrums. Gehofft, dass Luka um die Ecke kuckt. Aber nix. Sie ist wohl noch in Rotterdam in der Garage. Schöner Kaffeeautomat im Foyer, schöne Tassen, aber kein Personal. Mist. Kaffee dann wohl erst wieder zu Hause. Melitta. Filter.

 

Einige Fotos geknippst. Alle Fotos : Uli Pelz (c) 

Nr. 6 / 16

4.9.16

So geht Sommerfest für Kinder

Ohne jedweden weiteren Kommentar. Ein Kindersommerfest mit Schnulzenmusik der 50er/60er Jahre in Verbindung mit Kaffee aus der Thermoskanne und Zwetschenkuchen mit Sahne auf Papptellern und mit Plastikgeschirr bedarf doch wohl keines weiteren Kommentars
Ohne jedweden weiteren Kommentar. Ein Kindersommerfest mit Schnulzenmusik der 50er/60er Jahre in Verbindung mit Kaffee aus der Thermoskanne und Zwetschenkuchen mit Sahne auf Papptellern und mit Plastikgeschirr bedarf doch wohl keines weiteren Kommentars

alle Fotorechte: Uli Pelz     (C)

 


Nummer 5/16

12.Juli 2016

Vor der

BREMINALE
Fotoimpressionen zwischen Haus der Kirche - Cafe Sand - und Haus der Guten Absichten

an der Weser in Bremen

 

Ehrentribüne

 

Weitblick

 

 

Ebbe

 

 

Flut

 

 

Ferry

Mikado

Leihwagen

Nudelwagen

 

 

Sansibar

 

 

Unbezahlbar

 

Middag

 

 

alles im Rahmen

 

Franzose

 

Wir geben alles

 

 

Wohnzimmerbier

 

 

Kabelsalat

 

 

Wasserkraftwerk

 

 

 

Wasserpreisliste

 

 

Bauspielplatz

 

Fahnenmeer

 

 

 

Direktion



Nummer 4/16

17.04.2016

Kleiner Sonntagsabstecher in den Rhododendronpark

und Botanischen Garten in Bremen am 17.04.2016

Kleine Fotoeindrücke / alle Fotos und alle Fotobearbeitungen von Uli Pelz

Nummer 3/16

11.03.2016

Himmelhöllener Volxgazette 2010 - 2016

vormals

Fenix & Upupa Nett-Wild-Zeitung          JUNOjournal 13        Alter-Vogel-Bote   Pusdorfer VogelGazette  

im verstaubten März-Archiv Staub aufgewirbelt

Die Weser, Schiffsanbindeklotz, 2010
Die Weser, Schiffsanbindeklotz, 2010

März 2010

Sparvorschläge

4. Verkleinerung des Bremischen Staatsgebietes, Verkauf von Randstadtteilen an potente niedersächsische Nachbargemeinden. So könnte z.B. das gesamte Osterholz an Oyten gehen, oder Mahndorf an Achim. Genau so könnte Huchting und Grolland zurück ins Oldenburgische gehen. Und warum nicht das Gebiet Wolfskuhle, Kattenesch, Kattenturm an Stuhr abgeben - da wären einige nachbarschaftliche Konflikte auf einen Schlag gelöst. Der Flughafen könnte da mit ins Paket. Und dann Bremen-Nord. Das ist doch nur Ballast für Bremen, zumal die Bremennorder ja ohnehin kein "Bremengefühl" haben. Weg damit, OHZ würde sich freuen - Vegesack könnte die neue Hauptstadt des Landkreises werden. Mit der Abgabe der Randstadtteile - über Woltmershausen und Rablinghausen könnte man ja auch noch reden - würde Bremen sich auch der meisten sozialen Probleme entledigen und enorme soziale Kosten einsparen. Die Redaktion von F&U könnte sich sogar eine Reduzierung des Stadtgebietes auf die jetzigen "Umweltzonen" vorstellen unter Einschluß des Weser-Stadions. Der SVW muß bei Bremen bleiben!   

 

März 2011

ZUCKERPANIK

Eine Selbstbemitleidung von Ulrich Pelz (dm 2)

 

Was müssen wir Zuckermenschen denn noch alles über uns ergehen lassen? Reicht es denn nicht aus, dass wir an jedem Stück herrlicher Schwarzwälder Kirschtorte vorbeischauen müssen; ist denn nicht ausreichend, dass wir auf dem Bremer Weihnachtsmarkt die Einladung zum Glühwein ausschlagen müssen, um stattdessen literweise Vilsa-Brunnen ohne Kohlensäure in uns hineinzuschütten. Was verlangt ihr denn von uns Süßen noch? Warum dreht ihr Filme über uns, wie den gestern Abend im NDR III-Fernsehen, die den angeblichen Nichtzuckermenschen und uns Zuckerbetroffenen weißmachen wollen, dass wir Hoffnungslosen kurz vor dem Gang in die ewigen Zuckerrübenfelder sind?

Und über allem lassen dann die Filmkünstler diesen moralinsauren Belehrungsblick der Nocheinmaldavongekommenen kreisen. Selbst schuld, wenn ihr euch täglich mehrmals wie die Heroinjunkis spritzen müsst!  Da können wir doch nichts für, wenn ihr löffelweise Medikamente schlucken müsst und euch ständig die Finger blutig pieken müsst! Was haben wir damit zu tun, wenn ihr reihenweise wegen Unterzuckerung unter den Tisch kippt und dann auch noch bewußtlos werdet? Ihr seid es doch, die zu übergewichtig seid und zu wenig Sport betreibt. Ihr freßt doch die dicken Schweinshaxen und die fetten Torten. Warum lauft ihr nicht wie der Mann, den wir euch hier im Film zeigen, regelmäßig und täglich mehrere Kilometer mit eurem Hund durch den Wald und werdet dünn? Warum habt ihr keinen zertifizierten Riechhund, der euch am Knie kratzt, wenn eure Zuckerwerte schlecht sind? Und dann noch Onkel Doktor in Schlips und Kragen und mit hochgeschlossenem weißen Onkeldoktorkittel! Diabetologe! Die üblichen Panikattacken gegenüber den Patienten: Hochdruck, Herz, Bein ab, Gefässe, Insulinproduktion, Leber, Galle, dod, mausedod - wie Briol sagen würde.

Dabei wäre es für uns - und auch für die Sauren- doch so einfach! Gebt uns doch endlich die eine einzige Pille, die wir benötigen, damit unsere Bauchspeicheldrüsen ordentlich arbeiten. Die Pille gibt es ja bereits, sie wird nur noch verschlossen gehalten in den Geheimlaboren der Pharmazie. Wenn sie diese kleine Pille nämlich herausrücken würden, dann würden riesige Arzeneimittelindustriezweige zusammenbrechen, die den wenigen geldsüchtigen und geldabhängigen Kapitaleignern (im Verhältnis gesehen zu den Millionen von insulinabhängigen Diabetikern, Dunkelfeld noch gar nicht mitgerechnet) ihre süßen Einkünfte vermiesen würden. Wir bräuchten kein künstliches Insulin mehr, wir bräuchten keine Spritzen mehr und keine automatischen externen Insulinpumpen. Die unendliche Vielzahl von Messinstrumenten und Piksern würden nicht mehr mehrmals täglich gebraucht. Die Pille ist ja wohl längst entwickelt. Die Uni Bremen soll hier unter anderen in der Forschung mit führend sein. Ja, dannn kommt das Argument: bis ein Medikament auf den Markt darf dauert es eben manchmal 5 - 15 Jahre. Diese 5 - 15 Jahre sind doch längst vorüber! Gebt die Dinger endlich raus!. Damit wir Süßen wieder ohne rot zu werden in einen echten Berliner beißen können, oder noch viel biologischer: damit wir endlich wieder in einen saftigen Apfel beißen dürfen und beim Geburtstag der Oma nicht unsere trockenen, staubigen Diabetikerkekse auf den Tisch bringen müssen, sondern auch ein Stück von dieser schönen saftigen, sahnigen, zuckrigen Schwarzwälder Kirschtorte abbekommen. Und hinterher bringt  Oma dann die 2 Flaschen von diesem  lieblichen "Niersteiner Bauchspeicheldrüsenglück rose" auf den Tisch, und wir können uns ohne Diabetikerskrupel einem Gläschen davon widmen.  Mahlzeit und Prost zusammen! 

 

März 2012

LAUES LÜFTCHEN IM BÜRGERPARK

 

Halb Bremen war heute Mitttag wohl im Bürgerpark unterwegs. Kaum, dass der meteorologische Frühling angesagt ist, hält es den Bremer nicht mehr in seiner Winterstube. Mit Kind und Kegel geht es dann raus in den Bürgerpark. Die Zaubernuss blüht, und schon strömen von allen Seiten des Bürgerparks, von der Findorffer Seite, von der Schwachhausener Seite und vom Stern aus, die Bürger in ihren Park. Deshalb ist er ja vor 150 Jahren auch angelegt worden, und deshalb werden in jedem Jahr von Februar bis Mai die schrecklichen Bürgerpark-Tombola-Losbuden in die Innenstadt gestellt. Für diesen Moment offensichtlich, wenn das Blaue Band wieder flattert durch die Lüfte, und wenn aus den Gastroküchen altfettigriechende Ablüfte die herrliche frische Luft verdrängen. 

Und wer nicht alles unterwegs war: Bremer Altsenatoren mit ihren Gattinnen, ehemalige Bremer Jugendrichter in Begleitung ihrer gesamten bourgeoisen Großfamilie, eine völlig fertige Volksläuferin mit spindeldürren Beinen und  mit der Nr. 635 vorne dran, zwei händchenhaltende feminine Päärchen am Hirschgehege, Bentheimer Bunte Schweine in der Suhle, ein deprimierter Fussballspieler des ruhmreichen SV Werder Bremen beim privaten Lauftraining, ein ehemaliger Jugendgerichtshelfer und Norddeutscher Kriminologe samt Familienanhang und Ukulele, drei kichernde junge Bremer BürgerschaftsabgeordnetInnen von der Fraktion DIE GRÜNEN vor der geschlossenen Minigolf-Bude, eine verspätete Kohl-und-Pinkel-Fahrt (wahrscheinlich Studenten)mit Alkoholhandwagen und mit einem etwas verlodderten älteren Herrn mit langen grauen Haaren in ihrer Mitte (wahrscheinlich der Professor), die Leiterin der Bremer Gleichbehandlungsstelle Mensch/Tier Frau Dr. Selma von den Hollen mit drei freilaufenden Lassie-Hunden, jede Menge Radfahrerinnen und Radfahrer in hautengen mehr oder weniger geschmackvollen Radrennfahreranzügen, ein versprengter Wintersportler mit Langlaufskiern unter'm Arm sowie eine Gruppe von frustierten Jugendhelferinnen und Jugendhelfern, gerade zu Fuß zurückkehrend vom Uni-Sonntags-Kongress " Jugendhilfe unter Bedingungen spätkapitalistischer Verwertungsprozesse und frühbarocker unsozialer  Tarifsysteme". Dr.Hoppemann, der frühere Staatsrat im Jugendressort, fuhr herrschaftlich grüßend auf seinem Edelfahrrad an der Grupppe vorbei und rief ihnen noch freundlich zu: "Schönen Sonntag noch und nicht immer nur fordern, fordern, fordern - Auch mal an die Alten denken". Tja!

 

 

März 2013

BALLSAISON

oder: ...man kann ja nicht auf allen Hochzeiten tanzen...

Betrachtungen des Nichttänzers Josef Fellstein

 

Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendeine Einladung zu irgendeinem Ball in die Redaktion flattert. Einladungen zu Berufsständischen Bällen wie zum Ärzteball oder zum Juristenball sind darunter. Einladungen zu Vereinsbällen wie zum Turnvereinsball oder zum Jugendhilfevereinsball oder zum Kaninchenzüchtervereinsball geben sich die Ehre. Dann noch Einladungen zu Verbandsbällen, wie zum Beispiel zum Ball des Verbandes Deutscher Reihenhausbesitzer, oder zum Traditionsball des Verbandes Niedersächsischer Weidebauern (auch genannt: Melkerball), nicht zu vergessen die jährliche Einladung zum "Frühlingsball" des Bremischen Verbandes der Heimatvertriebenenvereine. Gerne lesen wir auch die Einladungen zu den diversen Handwerkerinnungsbällen. Dabei freuen wir uns immer besonders auf die Einladung zum Bäckerball, weil es dort immer reichlich Sahnetorten und Butterkuchen zu essen gibt. Aber auch bei den Einladungen der Dachdeckerinnung, der Malerinnung und der Klempner- und Installateurinnung und anderer gehen nicht ungelesen an uns vorbei. Nun gut, wir können ja nicht "auf allen Hochzeiten" tanzen und müssen deshalb schon eine Auswahl treffen, an welchem Ball wir teilnehmen wollen und an welchem nicht. So gehen wir zum Beispiel nicht gerne zum Juristenball, weil uns die stundenlangen Walzer-Tanz-Vorführungen der jungen juristischen Novizen und Novizinnen vor der Eröffnung des Buffets nerven. Gerade einmal so eben das Juristische Staatsexamen geschafft, glauben die Jungsjuristen gleich einmal eine flotte Walzersohle aufs Parkett legen zu dürfen. Und nach den Walzervorführungen dann schmeißen sich die dünnen Novizinnen, ohne etwas vom Bufett genommen zu haben,  an die Präsidenten und Juristischen Althirsche ran wegen der schönen Posten bei Gericht und in den Kanzleien. Das alles mitansehen zu müssen ist nicht besonders schön. Auch will man ja bei so einer eigentlich gutgedachten Festverannstaltung  nicht unbedingt diesem 3.klassigen Rechtsanwalt übern Weg laufen, der dir als Insolvenzverwalter deine berufliche Zukunft im besten Alter von Mitte 50  nach über 24 Jahren Betriebszugehörigkeit zerstört hat. Das muss ja nicht sein. Nein, der Juristenball ist für mich persönlich nicht der richtige Ball, zumal ich ja im Altag bereits ausreichend von netten Juristen und Juristinnen umzingelt bin. Eine davon, aus unserer Straße hier, ist sogar Parlamentsabgeordnete - das will ja wohl was heißen.  Da halte ich mich doch lieber am Grillbufett beim Sportvereinsball wohlfeil oder beim Melkerball, wo es eben nicht nur Milch zu trinken gibt. Schön sind auch immer die Heimatvertriebenenbälle, besonders dann, wenn Ännchen von Tharau oder das Lied der Schlesier angestimmt wird.

Josef Fellstein

Dienstag 11. März 2014

Von Pferdeschwänzen und Rentierpullovern,

oder: ein Amtsgerichtsdirektor a.D. ißt fröhlich

eine italienische Speise

 

Heute bei schönstem Frühjahresmitttagswetter Stadtspaziergang von Stefanie-Brücke bis Büchner-Buchhandlung.
Dabei Begegnungen mit Personen mit hoher Bedeutung für mich:
- mit der neuen Ansagerin vom nordwestradio, die mir neuerdings den Morgen versaut
- mit einer mir bekannten Radikal-Radfahrerin, die wie irre über den Marktplatz preschte und mich noch an der Achillessehne erwischte
- mit einer blonden Pferdeschwanzträgerin, deren Abbild ich bereits vor mehr als 50 Jahren als ungebildeter Mittelschüler im Kunst-Museum sah
- mit einer haarfarbneutralen Nichtpferdeschwanzträgerin, die mir bisher unbekannt war, und die mir besser gefiehl als die Pferdeschwanzträgerin
- mit meiner Schwester, die lange nichts von sich hören hat lassen
- mit einer Buchhändlerin, die mich bei Eintritt in den Buchladen fixierte, und die mir auf den Kopf zusagte, welche Bücher ich kaufen werde: Petrowskaja, Esther - Stanisic, Vor dem Fest - Grote, Wolfsburg - Ransmayer, Aufsätze
- mit dem Freund meines jüngsten Sohnes, der ein Sushi-Geschäft betreibt, und der mir liebenswürdigerweise nachsah, dass ich keinen rohen Fisch essen mag, allein schon wegen Fukushima
- mit dem früheren Bremer Amtsgerichtsdirektor, der fröhlich italienisch zu Mittag aß, und dabei nicht ahnen konnte, dass er im Jahre 2003 als Insolvenzrichter existenzielle Entscheidungen mich betreffend getroffen hatte. An seinem Tisch saß noch ein weltbekannter Rechtswissenschaftler
- mit einem früheren hochqualifizierten Mitarbeiter, dem ich annodunnemals wegen besonderer Leistungen in der Jugendpflege einen 6-wöchigen Sonderurlaub auf den Lofoten in Norwegen verordnete. Er trägt bis heute aus Dankbarkeit diesen Norwegerpullover mit den Hirschen oder Rentieren vorne drauf, auch hat er immer einen gefrorenen Stockfisch bei sich.

Im Übrigen wunderbar zu Mittag gegessen in der Italienischen Tratoria GIAN BASTIANO am Ulrichplatz in Bremen (Viertel). Tolle Pizzen. Schöne Salate.
ALTER-VOGEL-BOTE
HERAUSGEBER. Ulrich Pelz

 

März 2015

In meiner kunst- und kulturorientierten Familie (Heimat-Bilder-Maler, Klavierlehrerinnen, Opernsängerinnen, Super-8-Filmschaffende, Rock-Musiker, Theaterpädagogen, Second-Hand-Malerinnen, Möchtegernschriftsteller, Dadaisten, Trompeterinnen usw.usw.) war es schon immer üblich, die vorgeburtlichen Nachkommen, seien sie kunst- und kulturinteressiert - oder auch nicht, noch im Mutterleibe, oder kurz nach der Entbindung, an die "Schönen Künste" heranzuführen. Das wäre doch auch ein Modell für die Kunsthalle Bremen und anderer Kunsttempel in der Republik. Ich schlage ein Projekt "Kaiser.Schnitt.Kunst" vor. Uli Pelz, Kunstbanause, spielt weder Ukulele noch kuckt er sich Ölbilder von seiner Schwester in deren Wohnzimmer an. Echt traurig, echt ungebildet, echt Mittelschule Achim ! Uli Pelz


Nummer  2/16

07.02.2016

Neues aus Himmelhöllen

 

Rüstiger-Rentner-Puff

Echt-Geile-Wagen-Besitzer

Industrielle Lebensmittelfertigprodukte

Innovationszentrum Vorortentwicklung

Foto: Uli Pelz, Fabrik der Künste, Hamburg, Karikaturenausstellung, 7.2.2014
Foto: Uli Pelz, Fabrik der Künste, Hamburg, Karikaturenausstellung, 7.2.2014

In Himmelhöllen soll jetzt im Rahmen des Demo-

graphischen Wandels doch wohl kein

"Rüstiger-Rentner-Puff"

gebaut werden, sondern doch wohl eher ein Psycho- und Neuropathologisches Zentrum für altersunabhängige Narcissten und Selbstlöffler mit angeschlossenem Sonnenstudio und Medizinischem Kaufhaus. Für den Puff gab es keine Mehrheit im Beirat. Die SPD-Fraktion war geschlossen dagegen mit dem Argument: "Das hatten wir hier noch nie, also brauchen wir es auch nicht! Ausserdem haben wir den Puff nicht auf der Agenda 2025. Der Puff müsste erst durch die Landes- und Bundesgremien". Ausserdem, so hört man, wollen einige Alt-Genossen die Lage vor Ort erst persönlich ejakulieren.

 

 

In Himmelhöllen soll jetzt, wie man hört, das Erwärmen oder Aufkochen, sowie das Kaltessen aus der Dose, von Industriellen Lebensmittelfertigprodukten
auf die Wochentage Mo, Di, Mi, Do durch Verordnung der Ortsamtspräsidentin begrenzt werden. Für den Freitag soll ein "Fischzwang" im Gespräch sein oder gar nix. Für die beiden Wochenendtage erarbeitet eine interfrak- tionelle Arbeitsgruppe eine " Verordnung zur Förderung  

des Allgemeinen Wohlbefindens der Himmelhöllener Bevölkerung durch den Konsum von veganen, bestenfalls vegetarischen Speisen am Samstag +Sonntag". Auch sollen, so die Ortsamtspräsidentin, durch die Verord- nungen besonders die  in den Reihenhaussiedlungen auftretenden Geruchsbelästigungen durch aus den Abzugshauben ausströmende Fertiggase abgestellt werden. Die GRÜNEN fordern eine 1jährige Kochpause.

In Himmelhöllen soll jetzt Tempo 30 komplett wieder abgeschafft werden. Die Lobby der

"Echt-Geile-Wagen-Besitzer" in Himmelhöllen hat sich wohl beim Amt für Straßenverkehr durchgesetzt. In einer E-Mail an die Amtsleitung des ASV argumentierten sie, dass sie "keinen Bock mehr darauf hätten, von spielenden Kindern, fahruntüchtigen Radfahrerinnen und kinderwagenschiebenden Müttern in ihrem Geilen Fahrfluss behindert zu werden". Das Amt soll geantwortet haben, dass das Problem bekannt sei, und dass an einer volxnahen Lösung gearbeitet werde. Man prüfe, ob Fahrzeuge, die nicht mindestens 80 bringen, aus dem Himmelhöllener Straßenverkehr ausgeschlossen werden können!

 

 

In Himmelhöllen soll jetzt , wie aus gut informierten Kreisen zu erfahren war, ein weltweit einmaliges
Innovationszentrum Vorortentwicklung

entstehen. Mit Mitteln der UN,der EU,des Bundes und des Freistaates Bayern soll eine Institution mit ca. 100 MitarbeiterInnen (überwiegend WissenschaftlerInnen) entstehen, die sich vorrangig mit den Fragen der Entprovinzialisierung, der Entvervolxtümelung, der Eindämmung des Lokal- und Nationalchauvinismus und mit Konzepten und Methoden zur finalen Beseitigung von Rassismus und unaufgeklärter Verdummung in Stadt und Land, regional, überregional, national und international, beschäftigen soll. Auch sollen Landschaftspfleger und Stadtplaner in den Innovationskontext eingebunden werden. PolitikerInnen sollen hier, wie man hört, wegen Inkompetenz ersteinmal draußen bleiben.  



Nummer 1/16

22.01.2916

Überflüssige Beobachtungen beim Rückrundenstart der Fussballbundesliga

Unsportliche Nebenschauplätze, aufgemacht von Uli Pelz

 

MÄNNER

Ein Mann singt, irgendetwas mit Perle. Erwachsene Männer in farbigen Trikots führen Kinder an der Hand in die Arena. Ein Bremer schießt von der Fahne an der Ecke aus den Ball hinein. Ein Mann in Dortmunder Kleidung rennt hin und her und trillert manchmal auf seiner Trillerpfeife. Auf der Grünfläche weiße Linien und Markierungen, deren Bedeutung nur Eingeweihte kennen. Der gelbschwarze Mann spritzt Tortensahne aus einer Spraydose auf die Grünfläche. Menschenmassen schwenken Fahnen. Unberechtigter Elfer. Flotter Dreier in Block 17, Plätze 25,26,27. Ein Mann in Winterkleidung, aber ohne Handschuhe und ohne Mütze, reibt sich die Hände warm. 100 Männer mit Gartenbaugeräten in der Hand betreten die Grünfläche und bohren Löcher in den gefrorenen Boden. Drei Männer mit Sprechgeräten am Tresen. Keine Getränke. Es wurde nichts bestellt. Ein Mann ganz in Gelb macht gymnastische Übungen, jetzt Yoga. Der Pflegesohn von Oliver Reck spricht mit Uwe Seeler.

Er schießt ins Netz, oder war’s Badbuber selbst? Ein Mann liegt auf‘m Grün, flach. Abgefälscht! Drinne! An der Mittellinie ein übergroßes Straßenschild: Der Hamburger Weg.

Ein Mann aus Chile mit Vollkörperbemalung wird auf die Grünfläche gelassen, er baut sofort sein Tipi auf und macht Lagerfeuer. Ein Mann ohne Haare gestikuliert am Rande.