Ja, ich kucke Fussball-WM 22

Ja, ich kucke
Fussball-WM 22

Persönliche Eindrücke und Empfindungen von meinen Fussballerlebnissen vor dem Telefunken-Fernsehgerät    

Vorbemerkung:
Ja, ich will sie sehen - Die WM-Fußballspiele 22 in Katar. Trotz aller Politischen Widrigkeiten und Widerlichkeiten, die sicherlich in dieser Rubrik hier auch zur Sprache kommen werden. 
Aber - ich kucke und lese wahrscheinlich seit 1950 als ehemaliger kindlicher Kuhwiesenbolzer,  Schüler- und Jugendfussballer und als  Fussballverrückter alles, was rund ist und was auf'm Platz so abläuft. Habe mir dabei im Laufe der Zeit sehr viele gelbe und rote Karten eingehandelt. Bei einigen nationalen, europäischen und internationalen Meisterschaften seit 1958 war ich sogar als Hubschrauberreserve aufgestellt, wurde allerdings nie abgerufen.  Diese WM will ich noch einmal sehen, möglicherweise ist es meine letzte mit meinen 75 Jahren. Wer weiß, was in dieser irren Zeit, die ich mir in meinem pazifistischen Leben seit 1947 so nie habe vorstellen können, alles noch passiert? Mein Hubschrauber ist startbereit. Falls Hansi noch 'nen Linken Läufer benötigt. Notfalls kann ich auch hinten den letzten Mann machen. upz    

Hinter diesem Haus in Bassen an der B75, auf der Kuhweide, zwischen den Kühen und ihren Haufen, haben wir Kinder Fußball gespielt
Hinter diesem Haus in Bassen an der B75, auf der Kuhweide, zwischen den Kühen und ihren Haufen, haben wir Kinder Fußball gespielt

GELB/ROTE FERNSEHKUCKERBEMERKUNGEN ZUM SPIELTAG 5.12.

Das Sturmduo Neumann &  Broich voll auf Seiten von Kroatien, während ganz Japan heult! 
Währenddessen Rethy & Wagner sich selbstvergessen der Sambavorstellung von Brasilien gegen die mutigen Spieler von Südkorea hingaben. Wagner, so war aus der Übertragung und dem Live-Dialog zwischen ihm und Bella herauszuhören, will damals ja selbst einige Jahre in Rio verbracht haben, um dann später zum ruhmreichen SV Werder Bremen zu wechseln. Egal, dieses versuchte "Podcasten" zwischen Hauptmoderator und Nebenmoderator auf "Fussballsprechingniveau"  geht einem doch nun wirklich langsam auf den verschissenen Elfer!  Und Deutschland? Hat wohl Supervision in Frankfurt. Stuhlkreis - nicht Mittelkreis. Wenn solche Fussballsupervisionssitzungen nicht so enden würden, wie die 14-täglichen in der Sozialarbeit nach dem Motto: "War wohl nichts, wir verstehen uns doch gut, wir haben uns doch alle lieb, der Mannschaftsführer hat seine Binde vergessen...", dann wäre viel gewonnen für die nächsten Jahre! Wie sagt doch Erik Meijer immer so schön bei "alle Spiele, alle Tore" im Fernsehen: Druck, Druck, Druck! Als Supervisor in der Sozialarbeit wäre Meijer allerdings ohne jegliche Chance! Ute von den Sozialen Trainingskursen würde doch sofort hinterfragen, was das Gehampel da an der riesigen Leinwand mit den Strichen und Kreisen und den Laufwegen solle. Kann denn nicht, so Ute, einfach mal eine einfache Paddeltour mit geliehenen einfachen Paddelbooten auf dem Torfkanal von Findorff bis Wümmeschleuse reichen und zur Verbesserung der Sozialen Kompetenzen der Probanden und Übeltäter beitragen?    

 

Torfhafen Bremen-Findorff
Torfhafen Bremen-Findorff

GELB/ROTE FERNSEHKUCKERBEMERKUNGEN ZUM SPIELTAG 4.12. können erst morgen, am Tag des Geburtstages von Jürgen, veröffentlicht werden, weil ersteinmal die Argumente und Polemiken des Besagten gegen Frankreich mit ins Kalkül gezogen werden müssen. Besonders im Hinblick auf den Polnischen Star Lewandowski gibt es in diesem Zusammenhang noch erheblichen Klärungsbedarf . England hingegen besingt  Sweet Caroline, meine englische Cousine, wohnhaft kurz vor London, Sie therapiert Hunde, die einen anne Macke haben. Hat bei mir nicht hingehauen, wegen Sabber!   


GELB/ROTE FERNSEHKUCKERBEMERKUNGEN ZUM SPIELTAG 3.12.
Die Frage ist doch: Soll man nach dem verheerenden Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft weiter kucken? Balla Rethy vom Fernsehen und sein Co-Referent sagen eindeutig: Na klar müsst Ihr weiterkucken, schließlich sitzen wir hier ja nicht umsonst vor den Mikrofonen und Monitoren, Wir haben Vertrag, und wir wollen den auch erfüllen bis zum bitteren Ende! Was sollen wir denn zu Hause? Hier in Katar ist es doch schön warm und die Kamele rennen um die Wette! 


Zwei Wettrennen heute:  Niederlande-USA 3:1 und Argentinien-Australien 2:1 

AchtelSpiele  1/2 Zeit

"Clowns nicht im Circus - nein, auf der Zuschauertribüne" 

GELB/ROTE FERNSEHKUCKERBEMERKUNGEN ZUM SPIELTAG 29.11.22

und

GELB/ROTE FERNSEHKUCKERBEMERKUNGEN ZUM SPIELTAG 30.11.22

und

GELB/ROTE FERNSEHKUCKERBEMERKUNGEN ZUM SPIELTAG 01.12.22

 

fürs  ACHTELFINALE  bisher auf dem Turnierbogen eingetragen: Niederlande (hat Katar endgültig in die Wüste geschickt),  Senegal ( hat das sympathische Ecuador zurück in die Höhen der Anden geschickt),  England ( hat das ebenfalls großbritannische Wales zurück in die britannische Provinz geschickt),  USA ( hat die sympathischen iranischen Spieler in die Heimat zurück geschickt, ohne zu wissen, was  dort auf sie zukommt).  Sedlaczek  und  Schweinsteiger waren sehr gut am Mikro! 

Auf dem Turnierbogen heuet, am 30.11, eingetragen:   Argentinien ( hat der Polnischen Elf um Lewandowski herum den Messi gemacht).   Frankreich (peinliche Vorstellung wie früher Deutschland gegen Österreich in Spanien). Australien ( ist doch schön, dass sie dabei sind. Sie sind ja sonst so känguruhgebeutelt durch Hochwasser und furchtbare menschenfressende Krokodile) . Polen (ja, was?  Sie bekommen zwar von Messi & Co voll eingeschenkt, sind aber tabellenmathematisch voll pirrogisch in der nächsten Runde). Schwarze Madonna: Morgen dann unsere Deutsche Wundermannschaft. Da hilft ja wohl kein Beten und Wimmern - da muss gefüllkrugt oder gemüllert werden. Volle Kanne!  Oh, armes Costa Rico. Auf dem Turnierbogen nach den gestrigen Spielen eingetragen: Japan (hat Deutschland beschissen durch Ball vor dem Siegtreffer im Aus), Spanien (hat Deutschland beschissen durch passives Spiel), Marokko (hat der Fussballwelt gezeigt, wie flott und geschickt in Nordafrika gespielt wird), Kroatien (hat Belgien niedergerungen und sich für mich zum Geheimfavoriten hochgespielt. Klasse Team!)  Heute, 2.12. noch: 

Kamerun-Brasilien 1:0     Serbien-Schweiz 2:3     Südkorea-Portugal 2:1 
trotz tollem Spiel ausgeschieden Ghana-Uruguay 0:2 -
Bella Rethy & Sandro Wagner am Mikro. Gesabbel.

  
Und Deutschland???, Ja, was? So ist Turniersport. Man muss von Anfang an Japan sein!      

"Lebbe geht weider"
Dragoslav Stepanović


28.11.22
Kamerun 3 : 3  Serbien

Südkorea  2 : 3  Ghana

Brasilien  1 : 0  Schweiz

Portugal  2 : 0  Uruguay

GELB/ROTE FERNSEHKUCKERBEMERKUNGEN ZUM SPIELTAG 28.11.22

Gestern soll bei der Fernseh-Übertragung des Deutschlandspiels gegen Spanien (1 : 1 ) ein Co-Kommentator irgendetwas Unrühmliches über die Oberbekleidung Katarischer Männer von sich abgelassen haben. Irgendwie Bademantel oder so. Ich hab's gar nicht so richtig wahrgenommen, weil mir der gesamte "Co-Kommentarismus" bei Fußballübertragungen in den verschiedenen Sendern sowieso peripher am Bademantel vorbei geht. Zum Teil wirklich unerträglich. Unprofessionell! Störendes Gelaber während der Übertragungen! Weshalb machen die Fernsehanstalten das? Will die Masse der Fernsehzuschauer*innen das hören und sehen? Oder geht es wie in Katar nur um Verträge, Honorare, Gelder, Penunzen, Kamele und weiße Bademäntel ?  

Bremer Fussballverrückte beim Training des Heimatvereins und beim Betrachten der Fussballkünste des späteren Co-Kommentators
Bremer Fussballverrückte beim Training des Heimatvereins und beim Betrachten der Fussballkünste des späteren Co-Kommentators

GELB/ROTE FERNSEHKUCKERBEMERKUNGEN

 ZUM SPIELTAG 27.11.22

Oliver hat ja als Trainer von der Fortuna Düsseldorf  bereits damals im Trainingslager auf der Insel Langeoog im Jahre 2014 in seiner wunderbaren offenbächerschen -hessischen Mundart die Ergebnisse des heutigen Spieltages bei der WM in Katar vorausgesagt:   

 

JAPAN - COSTA RICA  0 : 1

BELGIEN - MAROKKO  0 : 2
KROATIEN - KANADA  4 : 1
SPANIEN - DEUTSCHLAND  1 : 1
Siehste Olli, Volltreffer, 100 Punkte,  geht doch!      
 

 


 GELB/ROTE FERNSEHKUCKERBEMERKUNGEN ZUM SPIELTAG 25.11.22 / 26.11-33.

 

Die Katarischen Wüstenwasserstandsmeldungen der letzten beiden Tage: 
katar~null~senegal~drei~niederlande~eins~equador~eins~wales~null~iran~zwei~england~null~usa~null~tunesien~null~australien~eins~frankreich~zwei~dänemark~eins~polen~zwei~saudiaribien~null~argentinien~zwei~mexico~null~diewupperbeiwuppertal~vier~wupp~wupp~wupp~geheimkonferenz~wieso~"mecker"?~ upz    

 

gabs heute, am 26.11.22, als Curry-Wurst nach den geheimen Habenhausener Wasserstandsanalysen
gabs heute, am 26.11.22, als Curry-Wurst nach den geheimen Habenhausener Wasserstandsanalysen

 GELB/ROTE FERNSEHKUCKERBEMERKUNGEN ZUM SPIELTAG 25.11.22

Der heutige Spieltagsbericht wird aus hygienischen und psychischen Gründen mit dem Spieltagsbericht  vom 26.11. zusammengelegt. Es macht doch wenig Sinn sich über NullzuNullSpiele zu echauffieren. Lasst uns doch ersteinmal  das Schwäbische Spätzle-Linsen-Speck-Schweinefilet-Essen verdauen! Das pupt. upz 



GELB/ROTE FERNSEHKUCKERBEMERKUNGEN ZUM SPIELTAG 24.11.22

Außer diesen von t-online übernommenen Ergebnissen vom Spieltag kann heute nichts Bedeutendes berichtet werden.  Es sei denn, jemand habe Interesse an Geschichten vom Verrat. 

Donnerstag, 24.11.
Schweiz
1
0
Kamerun
Uruguay
0
0
Südkorea
Portugal
3
2
Ghana
Brasilien
2
0
Serbien

FIFA - nicht Schnauze halten - mal echt losbrüllen - auch ohne Binde
FIFA - nicht Schnauze halten - mal echt losbrüllen - auch ohne Binde

GELB/ROTE FERNSEHKUCKERBEMERKUNGEN ZUM SPIELTAG 23.11.22
Deutsche Gurken-Kürbis-Kartoffel-Gemüse-Mannschaft verliert gegen eifriges Sushi-Kollektiv 

1 : 2
Unsere Gratulation geht an Japan
und sonst:
Spanien-Costa Rica 7:0  / Belgien-Canada 1:0  / Marokko-Kroatien 0:0

Mein heutiger Tagesfavorit für den WM-Titel:
Spanien. Die spielen intelligenten schnellen Angriffsfussball! 

Canada beeindruckt auch: Die spielen Fußball wie Eishockey. Kein Rumgeschiebe hinten.
Nur schnell nach vorne  


22.11.22

Argentinien - Saudi-Arabien  1 : 2
Dänemark - Tunesien  0 : 0
Mexico - Polen  0 : 0 
Frankreich - Australien  4 : 1 

 

GELB/ROTE FERNSEHKUCKERBEMERKUNGEN ZUM SPIELTAG 22.11.22
Don't krei Argentina. Evita Peron dreht sich im Grabe um. Messi sah ziemlich alt aus. Bemerkenswert ist, dass die so genannten Außenseiter mit den WM-Platzhirschen gut mithalten können. So auch Dänemark - Tunesien. Nix mit Danisch Deinameit. Eher Poelser mit alles drauf. Senf, Mayo, Ketchup, Gurken. Super Abwehrarbeit der Nordafrikaner. Lewandowski von Polen will sein Trikot nicht hergeben, Zapata zieht an dem Textil, Lewa fliegt um, bekommt einen unverdienten Elfer, schießt selber, genau in die Arme des feurigen Mexikanischen Torwarts. Was wohl Daria aus Danzig dazu sagt, die ja Lewandowski noch mehr verehrt als Jaroslaw Kaczynski. Wer soll Frankreich stoppen? Genial, wie die spielen. Sarkozy und Bruni saßen auf der Tribüne und knutschten bei jedem Französischen  Treffer. Muss das sein?   


 

t-online 21.11.22

Auszug aus einem Kommentar von Andreas Becker

 

Es ist eine Entscheidung, die für Aufsehen sorgt: Auch die deutsche Nationalmannschaft verzichtet bei der WM auf das Tragen der "One Love"-Binde. Ein Kommentar.

 

Jetzt sind sie alle eingeknickt, umgefallen wie die Fliegen – eine Nation nach der anderen. Erst England, die Niederlande, dann Deutschland und der Rest der moralischen Zehn, die geplant hatten, bei der WM in Katar mit der "One Love"-Binde aufzulaufen. Es sollte eine Aktion für Gleichberechtigung und Meinungsfreiheit sein. Nach der Fifa-Drohung, das Tragen der Binde zu sanktionieren, ist davon nichts mehr zu spüren – die Aktion abgeblasen. Jämmerlich!

In einem Statement des niederländischen Verbandes heißt es: "Dass die Fifa uns auf dem Platz bestrafen will, ist einmalig und geht gegen den Geist des Sports, der Millionen verbindet." Und dann aber: "Wir stehen zur 'One Love'-Botschaft und werden diese weiter verbreiten, aber unsere oberste Priorität ist es, Spiele zu gewinnen. Da möchte man nicht, dass der Kapitän das Spiel mit einer Gelben Karte beginnt." Absurd. Sportlicher Erfolg geht also über den Kampf für Menschenrechte. 


 

 

 

 

USA - WALES  1 : 1

SENEGAL - NIEDERLANDE  0 : 2

ENGLAND -IRAN  6 : 2

KATAR - ECUADOR  0 : 2

 

 

* Bin begeistert von der Schnelligkeit und dem Spielwitz der Amerikanischen Fußballer. Ich habe den Eindruck, dass sie alle vom Amerikanischen Football oder vom Baseball kommen, wo viel und schnell gelaufen werden muss. Bale von Wales kippte um. 

GELB/ROTE FERNSEHKUCKERBEMERKUNGEN

ZUM SPIELTAG 21.11.22

* Die bezahlten katarischen Claqueure verließen frühzeitig das Stadion, um als Erste in der Kneipe zu sein. Ein schönes kühles Budweiser bei der Hitze muss sein. Vielleicht ja auch zwei oder drei.

 

* Die iranischen Spieler haben die Hymne nicht mitgesungen. Das wird wohl Ärger geben mit den Ajatollahs. Vielleicht wollen sie auch gar nicht mehr zurück in den Gottesstaat? 

 

* Mit den Afrikanischen Mannschaften ist zu rechnen. Tolles Spiel der Senegalesen. Oranje wie immer. Herr Luis van Gaal tobt auf der Bank. Claasen, früher Werder, wird eingewechselt und schießt das unhaltbare Zweinull . Mejer ruft: Druck, Druck



facebook 19.11.22

CLUB 22 BASSEN  · 

KEIN RUDELGUCKEN IN BASSEN

Moin zusammen. Wir haben zurzeit viel Traffic auf dieser Seite. Ich vermute, dass der eine oder die andere sich informieren möchte, ob wir - wie seit 2006 - bei allen Fußball-WMs und -EMs in der Scheune von Blocks Huus in Bassen die Spiele der deutschen Nationalmannschaft auf der Großbildwand übertragen.

Das machen wir aus vielerlei Gründen nicht. Wir trinken statt dessen Glühwein, essen Stollen, freuen uns auf den Bassener Weihnachtsmarkt am ersten Advent an gleicher Stelle und schmücken dann den Weihnachtsbaum.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten

 

 

WESER-KURIER BREMEN 18.11.2022

Kritische Worte der Senatorin

 

Vogt: "Die komplette WM-Vergabe war absurd"

Sie kennt sich aus im Fußball und findet deutliche Worte: Die Bremer Wirtschaftssenatorin bezieht im Interview Stellung zu Katar, zur Abgehobenheit des Profifußballs und zu einem Verkauf des Weserstadions...

 

Von Jean-Julien Beer

 

 

Frau Vogt, Sie sind ein großer Fußballfan. Werden Sie die Spiele der Katar-WM im Fernsehen anschauen?

 

Kristina Vogt: Ich schaue die WM-Spiele nicht. Und zwar nicht nur aus Zeitgründen. Es geht mir bei dieser Haltung nicht nur um Katar. Ich habe schon seit vielen Jahren weniger Interesse an den internationalen Turnieren der Fifa und der Uefa. Es ist alles langweiliger geworden. Und beim Austragungsort Katar werde ich mir erst recht keine Mühe geben, Zeit für die Spiele freizuschaufeln – selbst wenn Werders Niclas Füllkrug nun dabei ist.

 

Wir erlebten gerade eine dramatische Weltklimakonferenz in Ägypten und kühlen nun in der Wüste Fußballstadien auf 19 Grad runter. Das wirkt, als lebe der Fußball in einer eigenen Welt…

 

Ich würde sagen, dass der Profifußball schon sehr lange in einer eigenen Welt lebt. Er hat sich total entfernt von all denen, die diesen Sport eigentlich tragen, nämlich von den Fans. In der Bundesliga werden zweistellige Millionengehälter verdient, in anderen europäischen Ländern hören wir sogar von dreistelligen Millionenbeträgen. Da muss man schlicht sagen: Das hat nichts mehr mit der normalen Welt zu tun. Und was die ökologischen Standards und die Menschenrechte betrifft, was beides in Katar berührt ist, spüren wir jetzt alle: Die komplette WM-Vergabe an Katar war absurd. Es ist skandalös, eine WM in ein Land zu geben, in dem die Gastarbeiter auf den Stadionbaustellen sterben und in dem die Menschenrechte nicht geachtet werden. Aus rein ökologischer Sicht müsste man mit Blick auf Nachhaltigkeit auch andere Sportarten kritisch sehen: Schneekanonen für den Wintersport oder der ganze Formel-1-Zirkus. Da würde ich den Fußball noch nicht mal an der Spitze sehen.

 

 

Glauben Sie, dass die Fußballwelt und die Fifa aus dieser skandalösen WM-Vergabe gelernt haben?

 

Ich bin mir da ehrlich gesagt nicht so sicher – auch wenn der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Bernd Neuendorf, vor Kurzem gesagt hat, die Vergabekriterien der Fifa für künftige Weltmeisterschaften würden sich mehr an Standards wie Nachhaltigkeit und Menschenrechten orientieren. Aber real passiert dann doch recht wenig, fürchte ich. Am Ende ist das ein großes Business. Wenn ein Fifa-Präsident sogar nach Katar zieht und eine so große Nähe zu den WM-Ausrichtern hat, dann höre ich die Worte von Neuendorf zwar gerne, habe aber Zweifel, ob wirklich Taten folgen.

 

Die katarische Führung hat uns Deutschen Doppelmoral vorgeworfen. Einerseits bitten wir im Emirat dringend um Gas, andererseits prangern wir die WM an. Ist das Doppelmoral?

 

Auch wenn man gewisse Dinge in der Politik pragmatisch angehen muss, ist das ein schwieriges Thema. Natürlich haben wir ein Problem mit unserer bisherigen Energiepolitik. Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist bewusst verzögert worden, aus politischen Gründen oder von den Bundesländern im Süden der Republik. Welche Folgen die Abhängigkeit von russischem Gas hat, erleben wir jetzt alle. Trotzdem muss man aufpassen, mit wem man jetzt Verträge macht. Das gilt nicht nur für Katar. Auch ein Bundeswirtschaftsminister, der sonst ganz stark moralische Ansprüche für sich geltend macht, muss sich in dieser Frage bewerten lassen. Die Situation ist für uns in Europa und speziell in Deutschland nicht einfach durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und die Folgen der falsch gesetzten Energieziele. Trotzdem muss man sich gewisse Grenzen setzen, die man nicht überschreiten will. Auch wenn das schwer ist. Ein Geschmäckle hat es natürlich, wenn wir in Katar um Energie bitten. Aber vielleicht kommt man im Moment nicht aus der Nummer raus, das gehört zur Wahrheit dazu. Man muss aber darauf achten, dass man sich nicht wieder einseitig in geopolitische Abhängigkeiten begibt, die man gar nicht will.

 

In der Bundesliga gab es Diskussionen, wegen der Auslandsvermarktung den deutschen Supercup in Saudi-Arabien auszutragen. Schlagen da zwei Herzen in Ihrer Brust: Die Wirtschaftssenatorin findet es spannend, der Fußballfan grausam?

 

Zwei Herzen schlagen da überhaupt nicht. Die spanische und die italienische Liga haben dort schon ihren Supercup ausgetragen. Ob man das gut findet, sei dahingestellt, Saudi-Arabien ist ein problematisches Land, nicht nur im Inneren, Saudi-Arabien führt auch Kriege. Ich finde es aber schwierig, immer auf die gesamte arabische Halbinsel zu schauen und zu sagen: Wir sind die Guten und ihr nicht. Denn das stimmt nicht immer. Bei uns ist auch nicht alles Gold, was glänzt – und es gibt arabische Länder, die versuchen, sich anderen Standards zu nähern. Dubai zum Beispiel hat beim Bau der Expo gezeigt, dass man eben nicht so agiert wie Katar. Aber mal weg von der arabischen Welt: Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich mir das Supercupfinale anschauen würde, auch wenn es in Timbuktu oder sonst irgendwo ausgetragen würde – weil ja doch immer Bayern München gewinnt. 



Wie alles anfing....

1958 WM-Endspiel

Schweden - Brasilien 2 : 5

 

 

Auszug aus:  Herbert Familiensaga Fragmente 1944 - 1963

den vollständigen Text hier lesen 

 

"Während die Engländer sich also mit Kohl und Pinkel vergnügten und die Tante aus dem Osten sich dem Konsumvergleich in der Stadt hingab, schauten die Kinder das Endspiel Schweden-Brasilien unten in der Siedlung bei der ersten Flüchtlingsfamilie, die sich einen Fernseher leisten konnte. Die Fernsehstube war bis auf den letzten Platz gefüllt mit Einheimischen, Ostpreußen, Bessarabiern, Rumänen, Schlesiern und Übersiedlern aus der Sowjetisch Besetzten Zone. Die Übersiedlung war ja bis August 1961 noch möglich. Die Flüchtlings- und Nachkriegskinder drängelten sich am offenen Stubenfenster, um das Spiel in Schwarz-Weiß staunend zu verfolgen. Schweden. Brasilien. Keines der Kinder wusste genau, wo das lag auf der Weltkugel, aber sie drängelten und schubsten und knufften sich am offenen Fenster um die beste Sicht auf den Fernsehschirm, so als würden sie selbst auf dem Platz stehen. Das 1.Nachkriegskind des Schneidermeisters Herbert Senior und seiner Frau Hilda aus Domnau in Ostpreußen, die ja selbst Herrenschneiderin war, das ja nun im Gegensatz zu den anderen Siedlungskindern auf die Mittelschule geschickt wurde, wurde wegen seines höheren Bildungsstandes jetzt von den anderen Kindern bevorzugt behandelt und durfte bei dem Endspiel ganz vorne im Fensterrahmen stehen.  Dabei bekam es natürlich umso mehr Schläge und Tritte der hinter ihm stehenden oder über ihm postierten zappelnden und quatschenden  Zuschauer ab. Das 1.Nachkriegskind jedenfalls war trotz aller Knüffe und Rempeleien von der Übertragung des Spiels dermaßen fasziniert, dass es innerlich beschloss, sich fortan ab jetzt bis in alle Ewigkeit alle Fußballspiele, die im Fernsehen gezeigt werden, anzuschauen. Dieser Vorsatz des 1.Nachkriegskindes sollte sich, wie wir heute wissen, im Laufe der Jahre tatsächlich realisieren, was aber leider zu der unerfreulichen Tatsache einer weiteren psychopathologischen Störung des 1.Nachkriegskindes neben den bereits bekannten körperlichen und nervlichen Störungen führen sollte: FFK, die Fussballfernsehkkrankheit. Es kann ohne Bedenken verraten werden, weil es ja ohnehin schon alle wissen, dass das 1.Nachkriegskind später im hohen Alter nicht eine Fußballübertragung im Fernsehen auslässt. Das hat sich leider bei dem ehemaligen 1.Nachkriegskind krankhaft entwickelt und geht so weit, dass es sich heutzutage z.B. im 3.Programm das Spiel der 3.Liga Osnabrück gegen Bielefeld an einem Montagabend live anschaut! Wie auch immer: damals nach der Übertragung Schweden gegen Brasilien, das im Übrigen ja 5:2 für Brasilien durch je zwei Tore von Pele und Vava und eines durch Zagallo endete, was die meisten der Kinder, die keine höhere Bildung hatten, ja gar nicht richtig mitbekommen hatten, rannten alle sofort auf die Kuhweide von Krohme, auf der gerade keine Kühe standen, dafür aber jede Menge angetrocknete Kuhscheißhaufen, um das Endspiel nachzuspielen. Dabei wollten natürlich alle Pele, was übersetzt ja so viel heißt wie Fell oder Pelz, sein, was natürlich nicht ging. So musste erst einmal bestimmt werden, wer Pele ist. So fiel die Bestimmung einmal wieder natürlich auf Stutzke mit der großen Fresse, der zwischen zwei Kuhhaufen stehend reklamierte: „Ich bin der beste Spieler und schieße immer die meisten Tore, also bin ich Pele“ Dagegen war nichts zu machen, so dass das 1.Nachkriegskind trotz seiner höheren Bildung sich mit Vava zufriedengeben musste. Zur Strafe dafür flog Pele während des Endspiels dann einmal voll auf die Fresse und landete direkt mit dem kompletten Gesicht in einem angetrockneten Kuhhaufen, woraufhin er dem 1.Nachkriegskind, genannt Vava, das sich vor Lachen nicht halten konnte, und das ja ohnehin bisher schon viele Schläge, Unfälle und Behinderungen einstecken musste, einen fiesen Schlag mit dem Knie in den Unterleib verpasste. Damit war das Endspiel dann beendet."