Fortsetzung                                  Tagesfrisch aus dem Ei gepellzt 2015


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BREMER AutorInnen VEREINIGUNG, abgekürzt:Bremer Vereinigung, noch abgekürzter: Bremer Verein

31.Oktober 2015

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31.Oktober 2015

MANUELA KIPPENHARDT

NEUE VAHR SÜD  2.0

Das Paradies direkt vor der Haustür, oder: was Sven Regner nicht wissen konnte

Das Bremer Polizeihauptquartier direkt am Eingang zum Stadtteil. Ein Segen. Seit dem die Polizei hier am Ort in der Neuen Vahr Süd ihre Einsatzzentrale hat, früher Straßenbahn- haltestelle Kaserne, ist die Kriminalität quasi auf Null zurückgegangen. Wo früher noch marodierende Jungrockergruppen mit dem Abzeichen "Silverbirds" hinten auf den Nietenjacken das Wohngebiet unsicher machten, da ist jetzt eitel Sonnenschein. Die Menschen in der Neuen Vahr Süd sind glücklich  Auf jeden Fall glücklicher als die da drüben auf der anderen Seite in der Neuen Vahr Nord. Dort soll, so hört man, die Fahrt mit dem Fahrstuhl in den 8.Stock für einige Uneinsichtige bereits im 5.Stock mit schweren Verletz- ungen enden. Was dran ist an dem Gerücht, kann an dieser Stelle nicht haarscharf wiedergegeben werden. Auf jeden Fall weiß man, dass ein ehemaliger Jugendlicher aus dem 8.Stock in der Gustav-Radbruch-Straße in seinen späteren beruflichen Karriereanstreng- ungen bei einem stadtbekannten Geldinstitut bereits im 2.Stock gescheitert ist, weil er wohl zu blöde war, flexibel und kundenorientiert auf die Bedarfe der Partner und gleichzeitigen  Schuldner einzugehen. Das aber, wie gesagt, alles Geschichten von drüben, aus der Neuen Vahr Nord, auf die wir hier ja wohl nicht näher eingehen müssen. Die Neue Vahr Süd jedenfalls gibt sich mit solchen beruflichen Versagern nicht ab, weil hier im Bereich viele überhaupt keine Arbeit haben. Das ist auch gut so, weil sie dann ja eben als Sesselfurzer in den Geldinstituten keinen Schaden anrichten können. Sie sitzen stattdessen mittags in den Kantinen der Berliner Freiheit und reden über den Segen der Arbeitslosigkeit und des Rentnerwesens.  Auch loben sie das Wirken des Beirates, der jahrhundertelang, sozial- demokratisch geführt, für die positive Entwicklung des Wohngebietes viel entschieden und gemacht hat. Immer wieder erwähnen sie an ihren Mittagstischen in der riesigen Halle des Einkaufszentrums gebetsmühlenartig die Vornamen Herbert, Karl-Hermann, Wolfgang, Richard, Helmut und Dieter  - was immer damit gemeint sein mag. Einer rief sogar: "Ach Gott, wie war das schön!" Ja, die Neue Vahr Süd. Das ist schon ein besonderer Stadtteil, da kommt Himmelhöllen echt nicht mit. Hier findet man keine Ponyreitkarussells, sondern eine der wichtigsten Pferde-Rennbahnen der Welt - 4x im Jahr gehen hier Galopper an den Start. Die Menschen aus der Neuen Vahr Süd stehen dann tausendfach auf den Stichwegen hinten in den Reihenhaussiedlungen der Neuen Vahr Süd, die an den Rennplatz direkt angrenzen, und gehen Wetten ein, wer von den Stuten und Hengsten, die durch den Abgrenzungszaun zu erblicken sind, wohl die Rennen machen werden. Es gab in all' den Rennjahren mehrere Wettschlägereinen zwischen den verschiedenen Reihenhausstichweg- anliegern. So soll ein ehemaliger Litauer vom Stichweg Julius-Leber-Straße einem ehemaligen Russen vom Stichweg Carl-Goerdeler-Straße voll was auf die Schnauze gegeben haben, weil dieser lautstark behauptete, dass die von der Julius-Leber-Straße überhaupt keine Ahnung von Pferderennen hätten. "Wir haben schließlich Putin, und der reitet persönlich, sogar mit freiem Oberkörper!"  Nun gut, ihr unchristliches Verhalten am Pferderennbahnzaun sei ihnen verziehen, schließlich gibt es in der Neuen Vahr Süd noch genügend Christenmenschen, die Sonntag für Sonntag die drei schönen Kirchen des Gebietes bevölkern, 2 evangelische  und eine katholische. Die 2 evangelischen der Neuen Vahr Süd haben sich wegen der ständigen Überfüllungen der Gottesdienste zusammen mit der einen von drüben, von der Neuen Vahr Nord, zu einer Großkirche zusammengeschlos- sen. Sie machen in einer Kirche abwechselnd Gottesdienst und übertragen auf Großlein- wand in die anderen Kirchen. Teilweise sogar Public Viewing auf den Kirchenvorplätzen, wenn innen alles voll ist.  Die katholische Kirche hingegen, früher hieß sie einmal St.Hedwig (die Nähmaschine dreht sich...alter Kinderreim aus der Kindheit der Autorin, wie albern) hat sich für 80.000 Deutsche Mark in der Voreurozeit aus den so genannten WiN-Mitteln (Wohnen in Nachbarschaften) seinerzeit eine riesige Trennungstür finanzieren lassen, um den wilden katholische Jugendbereich von dem frommen Altenbereich abtrennen zu lassen. Ein stadtteilbekannter älterer Bewohner aus der AWO-Altenpflegeanstalt da am Vahrer See nannte die Katholische Kirche immer: "Katholischer Güterbahnhof", womit er wohl zum Ausdruck bringen wollte, dass direkt vor der Kirche keine Personen-Haltestelle anzutereffen war, und dass die Straßenbahnen der Linie 1 immer wie Güterzüge direkt am Kath. Gotteshaus vorbei rauschten. Nun gut, wie auch immer. Die Menschen in der Neuen Vahr Süd können nicht klagen. In ihrem Lebensgebiet wird viel für sie gemacht. Sie haben einen Gummiplatz, der jetzt  Fahrradfahrverkehrsschule genannt wird, sie haben ein Amt für Soziale Dienste,  sie haben die Vahrer Maulwürfe - die früher in der Ludwig-Beck-Str. buddelten (siehe Foto links) - , sie haben reichlich industriell ausgestattete Kinderspielplätze, sie haben Italienische Gärten vor ihren Wohnblocks, die Eigenheimler und Eigentums- wohnnungsbesitzer haben klare Parkreglements und Anspruch auf einen Parkplatz und auf geordnete Garagen und Garagenvorplätze, auf denen das Fremdparken natürlich strengstens verboten ist -  und sie haben den "Treff Waschhaus". Hier treffen sich die Nachbarinnen und Nachbarn zum Erzählkochbuch, zum Stricken, zum Schach und zum Doppelpopp - quatsch, nicht zum Doppelpopp, sondern zum Doppelkopp natürlich. Ganz früher waren hier  sogar einmal die "Schnellen Jungs" untergebracht. Die kamen aber mit dem Tempo der Entwicklungen in der Neuen Vahr Süd nicht mit, so dass sie nach Grolland abziehen mussten, diese Schröders.  Die Menschen hier sind zufrieden. Sie haben schöne komfortable Wohnungen mit Einbauküchen und Bädern. Was will man mehr? Sven Regner hat von all' dem wohl nichts gewußt, sonst hätte er Lehmann ja vielleicht einmal im Cafe Heinemann, im Jugendclub Vahr, im Kiepenkerl  oder bei Schons  einkehren lassen können, um sich volllaufen zu lassen, oder sich, wie es die "Silverbirds" gut konnten, sich mit Hasch oder Heroin vollzudröhnen. Übrigens: die Jungs und Mädels von der  Jungen Gemeinde der Christusgemeinde in der Neuen Vahr Süd waren in Hinsicht Kiepenkerl auch nicht schlecht. Ja, Sven, sorry! 
Manuele Kippenhardt, 31.Oktober 2015, Entschuldigung für die Verspätung

 



BERUHIGUNGSZONE


                      OKTOBERSTURM

19                             Die letzte Oktoberwoche           26.Okt.2015

Die letzte Oktoberwoche. Zum 12ten Male seit 2003. Die Blätter färben sich gelb und rot. Das Kreditinstitut. 45 Jahre Partner mit guten Gewinnen aus der Partnerschaft. Innerhalb von Stunden und Tagen die Ermordung des leid- enden Partners, Basel II oder III. Jochen K., der Junge aus dem 8.Stock, der ständig den Fahrstuhl blockierte und im Fahrstuhl auch rotzte, sah sich als Kreditinstitutsmensch völlig überfordert. Er pisste sich die Hosen voll. Nicht im Fahrstuhl.Nein. Auf seinem vollgefurzten plattgesessenen Sessel im 3.Stock des Kredit- instituts in der Kastanienstraße. Die rothaarige Senatorin. Sie war wohl gerade beim Frisör. Ihr Untermensch schmiedete einen brutalen Plan. Er war ja eigentlich vom Bau. Das Haus zum Einsturz bringen. Den Baumeister vom Gerüst stürzen. Einen Neubau mit neuen Bauträgern errichten. Die unfähigen Bauhelfer neu einkleiden. Sich selbst als Retter einsalben. Drei Rote Kreuze machen. Den furchtlosen Vollstrecker und seine Gehülfin den Rest machen lassen. Bin zwar nicht tot. Doch der Sturz vom Gerüst war sehr tief. Überall Narben. Uli Pelz     

Die letzte Oktoberwoche. Zum verdammten 12ten Mal

seit 2003. Wie oft will denn noch Oktober werden? Wir wollen dem Oktober gegenüber aber nicht ungerecht sein. Es gibt gute Oktober. Es gibt schlechte Oktober. Die guten: Geburtstage des ältesten Sohnes, Prag 2012, Herbstwanderungen im Harz, Saftiger Zwetschenkuchen mit Sahne, roter Oktoberwein, im Bayernzelt auf Tischen tanzen. Die schlechten Oktober: Fano 2003, Gespräche im 14.Stock des Siemens-Hochhauses, Kränk- ungen im 5.Stock des ehemaligen Vulkan-Werft-Hauptquartiers, Krebs 2012, der Verlust  der Schwester am 24.Oktober 2014 um 22.50 Uhr in Form einer Wut-Email, Hassbilder aus Sachsen. Auch Erstaunen und Wundern im Oktober. Caritas-Mitarbeiter werden Geschäftsführer in der gottverdammten Jus-Gesellschaft mit beschränkten Handelnden. Ehemalige Erzieherinnen werden zu Prokuristinnen ernannt. Und dann dieses furchtbare Logo. Überall sieht man es. In der Straßenbahn. Im Puff. In der 30-Taler-Münz-Wechsel-Stube Im Fussball-Stadion  und sogar im Paderborner Dom. Furchtbar.Kann es nicht entfernt werden? Uli Pelz    


 

 

Oktobersturm     

 

Schwankende Bäume
im Abendrot 
  levrai.de
Lebenssturmträume
vor purpurnem Tod.
  

Blättergeplauder

wirbelnder Hauf 
nachtkalte Schauder
rauschen herauf.

 

Christian Morgenstern

 




18     Die katholische Übernahme eines Jugendhilfevereins     

Heute am Abend des 16.Septembers 2015 gemailt

an die neue Geschäftsführung der jus gGmbH Bremen:
Sehr geehrter Herr Geschäftsführer der jus gGmbH, ich gratuliere Ihnen herzlich zu Ihrer Berufung in das Amt des Geschäftsführers der jus gGmbH. Ich freue mich, dass die Aufgabe einer erfahrenen Leitungspersönlichkeit, wie Sie sie darstellen, anvertraut wurde. Ich habe mir erlaubt, im Internet ein wenig Ihre bisherigen erfolgreichen Tätigkeiten für die CARITAS Bremen zu recherchieren. Auch habe ich kürzlich bei meinem Kurzbesuch in Osnabrück mit dem dortigen Bischof im herrlichen Domgarten bei schönem Spätsommerwetter über Ihre Verdienste in der Katholischen Gemeinde in Bremen geplaudert. Der Bischof brachte es auf die Formel: "...einen Besseren findet ihr in Bremen nicht...!" So also bin ich mir sicher, dass mein Lebenswerk für den leider nicht mehr existierenden Bremer Verein für Jugendhilfe & Soziale Arbeit e.V.  (24 Jahre und 11 Monate)durch Ihr Wirken und Handeln in Gottes Namen erfolgreich fortgeschrieben wird. Auch gab ihre Excellenz, der Bischof, mir noch mit auf den Weg, wie gut er die Entscheidung im Hinblick auf Ihre Stellvertreterin, die sich ja wohl jetzt Prokuristin nennen darf, findet. Es sei doch mehr als logisch, so der Bischof, dass auch hier eine Katholikin zum Wirken komme, auch wenn sie aus der Diözese Paderborn stamme. Das mache ja nichts, so der Bischof. Als ich dem Bischof beichtete, dass ich von der besagten Prokuristin einmal vor ca. 12 Jahren verraten wurde, beruhigte er mich mit den freundlichen Worten: "Auch Jesus hatte seinerzeit dem Judas verziehen, warum solltest du es ihm, dem Jesus, nicht gleichtun?" Das hat mich sehr nachdenklich gemacht, und ich habe alle Grabsteine der ehemaligen Bischöfe, Geistlichen, Prälaten, Diakone und Prokuristen der Diözese Osnabrück im Domgarten fotografiert. So bleibt mir zum Schluss dieser kleinen Gratulation nur, Ihnen und Ihrer Prokuristin viel Erfolg bei der Führung dieses Kunstgebildes "jus bremen ", das es nach meiner persönlichen Kenntnis der Dinge hätte gar nicht zu gründen gebraucht. Aber, wie der Bischof von Osnabrück, der im übrigen ja auch für die St.Johannis-Schule, die mein Enkelkind hier in Bremen besucht, zuständig ist, schon sagte: "Das Leben ist in seiner Vielfalt unergründlich, der Herr bestimmt unsere Wege, und meistens liegt er richtig" - oder so ähnlich. Auch bitte ich Sie, alle noch verbliebenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu grüßen, die ich damals - bei einigen trotz größter Bedenken - eingestellt habe, und die sich noch ohne Alterskrücken auf den Beinen halten können in der Jugendarbeit (ich persönlich leide an Polyneuropathie und komme nicht mehr auf's Fahrrad). Fachlich hoffe ich für Sie und Ihre Gesellschaft, dass Sie sich mit allen Möglichkeiten den neuen Sozialen Herausforderungen der Jetztzeit stellen und aktiv mitwirken werden an der Gestaltung einer "Neuen Gesellschaft". Dazu bedarf es dann sicherlich auch einer Qualifizierung und Professionalisierung Ihres Auftrittes im Internet und in den Sozialen Medien, in denen ich Sie bisher überhaupt noch nicht gefunden habe. Etwa aus ideologischen, moralischen Gründen? Oder wollen Sie gar nicht erst mitbekommen, welchen Unsinn Typen wie ich im Internet, bei facebook und bei twitter verzapfen? O.k. - kann man sich ersparen! Alles Gute Uli Pelz

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17                          Im August des Jahres 2015         27.Aug.2015

VON DEN ROSSMANNKALENDARISCHEN EMPFINDUNGEN EINES SPÄTSOMMERMONATSBÜRGERS

Krebsgang

Immer ab dem 4.Tag vor dem Kontrolltermin dieses Verselbständigen der Arme und Beine. Von einem Aufrechten Gang kann dann nicht mehr die Rede sein. Metamorphorisch drehen sich die Glieder und neue wachsen hinzu. So findet man sich wieder mit 2 Köpfen,3 Armen und vier Beinen. Die Glieder suchen sich eigene Bewegungsricht- ungen und ignorieren die amtlichen Verkehrs- zeichen. Die Ultraschallärztin wundert sich. Sie schweigt allerdings, weil sie sich auf den Bildschirm und die Geräte konzentrieren muss. Sie selbst hat nur einen Arm, mit dem sie dem Krebsgänger auf dem mit Kleister eingeschmierten Bauch herumfummelt.Sie stammelt Kurzzeichen. 

Ein Tod in Sachsen

Noch kurz vor der Abreise auf die Pferdeapfelinsel flattert eine Traueranzeige aus Sachsen ins Haus. Helga, die Frau des Cousins, ist im Alter von 89 J.  gestorben. Eine nette Frau, der wir nach der Wende zwei bis dreimal in Sachsen begegnet sind. Aus der Ferne der Pferdeapfelinsel senden wir die Beileisbekundungen, später senden wir zur Trauerfeier und zur Beisetzung einen Blumengruß mit Schleife. Der Cousin hatte das persönliche Erscheinen erwartet, wie sich in einem späteren Augusttelefonat herausstellte. (siehe: Altwerden, ein Telefonat im August) . 

ARD-Radio-Mariza-Festival

Der portugiesischen Sängerin seit Jahren verfallen. Nun sang sie im Rahmen des ARD-Radio-Festivals im August in Rudolstadt in Thüringen. Im Vorprogramm Pippo Pollina, den wir schon einmal live zusammen mit Konstantin Wecker in der Bremer Glocke erleben durften, Ein braver italienisch-schweizerischer Barde, der unserer kleinen, großen Mariza aus Lissabon allerdings nicht das Wasser reichen kann, zumal er wohl noch ein wenig kleiner ist als die große Sängerin aus Portugal. Ja, ich werde ihr wohl verfallen bleiben. Vorausgesetzt, sie fängt nicht wie Konstantin Wecker, dem ich auch einmal verfallen war, an weltpolitisch zu missionieren. Dann ist Schluß mit Fernliebe! Das Konzert von Mariza im Radio aus Rudolstadt war wieder einmal einfach schön!

Harzeisenbahnpostkarte

Das war die schönste Postkartenüberraschung in diesem August: Eine Postkarte aus dem Harz mit den Abbildungen der schönsten Historischen Eisenbahnen im Harz. Der Dank gilt dem Absender. Er ist Professor. Nein, nicht Professor für die Geschichte der Bergeisenbahnen des Harzes. Nein, er ist Professor für Diakonie. Gott sei Dank gibt es noch Mitmenschen, die die alten Postkartenwerte hochhalten und sogar noch selbst die Briefmarken belecken. Ja, leck'st mi!  - würde der Bayer sagen.

navigare neccesse est

Ehemaliger Marineoffizier, der viele Länder der Welt gesehen hat, trifft auf Artillerie-Kanonier, der nach 14 Monaten Grundwehrdienst in der 3.Instanz als Kriegsdienstverweigerer anerkannt wurde, weil er vor Gericht weinte! Diese Memme!

Diese facebook-Freundschaften führen manchmal zu seltsamen Konstellationen. Über einen kleinen Diskurs übers Segeln anläßlich der Sail in Bremerhaven 2015 begannen der Ex-Marine-Kapitän und der Ex-RaketenArtillerie-Kanonier, der später als anerkannter KDV endete, eine sehr private, persönliche Korrespondenz über PN. Hat bisher sehr viel Spaß gemacht. Danke Hubert. 

Pokal

Der Pokal, so sagt man, habe seine eigenen Gesetze. So haben alle Pokalgesetzestreuen auch dieses Mal wieder das Ausscheiden des ewigen Pokalverlierers erwartet, wurden jedoch von den Würzburger Kickers enttäuscht, die sich in der Verlängerung noch ein / zwei haben reinwürz- burgern lassen.  Hinterher gabs trockene Silvanas im Würgerspital, oder war's das Juliusspital?

Das war knapp  

Im August fallen die morschen Bäume gerne um. Einer suchte sich die Falllinie genau zwischen Gartenperle und Blaueishütte und verursachte lediglich einen Schaden im Garten eines unbe- deutenden Besitzers eines lächerlichen Gartenschuppens. Zum Glück waren die Klein- kinder, die kurz vor dem Baumfall noch lustig im Garten des Besitzers des lächerlichen Gartenschuppens spielten, zum Zeitpunkt des Ereignisses im Hause des einfachen Schuppen- besitzers. Mein Gott, unvorstellbar. Der Besitzer der Blaueishütte macht Schadensersatz geltend.   

Pferdeapfelinsel

Ganz am Rande der von Menschen bewohnten Insel , kurz vor dem unendlichen Weide- und Dünenland in Richtung Osten, hatten wir Quartier in einem Haus mit mehreren Urlaubsparteien, von denen nur etwa die Hälfte es für angemessen hielt zu grüßen - und sei es ein fröhliches "Grüß Gott" gewesen ohne auf das pferdeäpfelige "Moin" zurückgreifen zu müssen. Egal Bajuwaren und Schwaben, es waren wunderbare Sommer-Sonnen-Strandtage auch ohne eure Begrüßungen.

Die mitgeführten Kinder im frühpubertären Über- gangsalter respektierten nach anfänglicher Skepsis den von den Alten ausgewählten Jugend- strand. Die Nähe zum Strandkorb eines strand- bekannten Strafanstaltsleiters störte überhaupt nicht. Sie wirbelten Sand auf, sie machten ihre Handstände und zwirbelten ihre Saltos in die Sandburgen der Oldenburger und Gelsenkirchner, zusammen mit den netten vier Kindern aus Mannheim.  Wunderbare meist nonverbale Kinderkommunikation am Lale-Andersen-Strand.  (siehe auch: Die Familie Mannheims)

Ein Telefonat im August

In dem Telefonat mit Sachsen Ende August wurde wieder einmal deutlich, wie alt wir doch alle geworden sind. Anlaß für das Telefonat war der Todesfall der Frau des Cousins, die uns mit 89 Jahren verlassen hat. Irgendwie war der unterschwellige Vorwurf herauszuhören, dass wir nur ein Trauergesteck mit Schleife haben anfertigen lasssen, ohne selbt persönlich zur Trauerfeier zu erscheinen. Der Versuch zu erklären, weshalb wir die Reise von Bremen nach Sachsen nicht haben antreten können und wollen, ist wahrscheinlich gescheitert. So wird wohl peu a peu eine deutsch-deutsche familiäre Periode

väterlicherseits zu Ende gehen, zumal die nachfolgenden Generationen überhaupt kein Interesse an dieser "Nachkriegsverwandtschaft" und "Nachwendeverwandtschaft" haben. So ändert sich alles, die Telefonate werden wohl seltener werden. Und die väterliche sächsische Mundart wird  wohl bald hier in Norddeutschland auch nicht mehr zu hören sein.       

Der Baum ist weg!

Gott sei Dank, der morsche, alte Baum vom Nachbargrundstück, der unsere Reihenhaus- bauten "Gartenperle" und "Blaueishütte" gefährdete, ist umgeschlagen worden. So bleiben uns unsere Reihenhauskulturgüter erhalten, neue Bäume wurden ja bereits vor 3 Jahren gepflanzt !

Die Enkelkinder

Die Enkelkinder schießen besonders im August in die Höhe. An den Sommerstränden und in den Badeanstalten machen sie einen Handstand nach dem anderen und auch FlicFlacs und Überschläge. Ein Wunder, wie biegsam sie noch sind. Das wird sich wohl im September ändern, wenn die Schule wieder beginnt. Dann ist wohl wieder Schluß mit Lustig. Bis zum nächsten Sommer.

Die Familie Mannheims

Urlaubsbekanntschaften entstehen spontan. Meistens über die mitgeführten Kinder oder Enkelkinder, häufig wohl auch an den Tresen der einschlägigen Bars und Discos der Urlaubsorte. In diesem Falle kann uneingeschränkt davon berichtet werden, dass die nette temporäre einwöchige Bekanntschaft über das sofortige Zusammenspiel von zwei 12jährigen Mädchen aus Bremen mit den 4 etwas jüngeren 3 Jungs und 1 Mädchen aus Mannheim zustande kam. Es war einfach schön zu erleben, wie unkompliziert Kinder auch unterschiedlichen Alters aufeinander zugehen können und sich in eine Kommunikations dynamik begeben können.  Der Blick des gelernten "Gruppendynamikers" soll hier gar nicht groß hervorgehoben werden - natürlich spielen sich auch in einer Gruppe von 6 Kindern unterschiedlichen Alters, die eine Woche sehr dicht miteinander kommuniziert, alle Facetten des menschlichen Lebens ab: Sympathie, Neid, Eifersucht, Traurigkeit, Bewunderung, Heimliches, Unheimliches, Sonderbares und noch viel mehr.
Schön das gemeinsame Nudelessen am Abschiedsabend mit der Mannheimer Familie. Einfach nette Leute; wer weiß, ob man sich und wann man sich wiedersieht?   

Neff-Kundendienst

Gut, aber schweineteuer! Dafür gibt es wahrscheinlich mindestens schon eine halbe neue Geschirrspülmaschine! Wenn nicht sogar eine dreiviertel! Alles nur wegen E 15. Unser Neff-Auto.

Osnabrück

Eine Stadt entdeckt. Siehe kleine Fotoreportage unten: Zwischenstopp - Oh, Osnabrück - Nr.16

Hochkultur im Radio

Live-Übertragung des Eröffnungszeremoniells des Bremer Musikfestes 2015 am 29.August auf der Welle Nordwestradio. Eine Weile dem Sende-Hick-Hack zugehört: "Wo isser denn..." - "nein, sie sind noch nicht soweit" - "da geht ja gerade die Kultursenatorin vorbei" - "was spielen wir jetzt? Erst einmal eine Aufnahme vom letzten Jahr1" - " sind wir schon auf Sendung - Wolfgang sag'was ?" - "weshalb spielen sie überwiegend gerne barfuß...?"  - und dann der Sendehöhepunkt: Einer der drei Musik- und Kulturwissenschaftler, die die Sendung versuchten zu moderieren ergoß sich selbstverliebt zu der Radioaussage hin: "Liebe Hörer und Hörerinnen des Nordwestradios, wir machen diese Sendung ja, damit die Hörer und Hörerinnen, die sonst keinen Zugang zur Hochkultur haben, diese auch einmal erleben dürfen und vielleicht somit einen Zugang zu ihr finden!" In dem Moment habe ich abgeschaltet und 'ne Mariza-CD aufgelegt. Furchtbar abgehoben diese Radio-Kultur-Leute. Weshalb eigentlich? Diese Klassik-Gottesdienste im Radio und im Fernsehen mit den falschen Predigern, reine Hölle! Dagegen ist Orpheus in der Unterwelt reiner Himmel!  

Frauentreff

Im August fand hinten auch noch ein ostfrie- sisches Frauentreffen statt. Sie rauchten und  machten ein Lagerfeuer, auch sangen sie.


Bremisch-Mannheimische Ferienmannschaft Langeoog  (Pferdeapfelinsel)  August / 2015
Bremisch-Mannheimische Ferienmannschaft Langeoog (Pferdeapfelinsel) August / 2015

ZWISCHENSTOPP

16                                     Oh,Osnabrück                   26.Aug.2015

oder: die Entdeckung einer immer dran vorbeigefahrenen interessanten Stadt am Sechsundzwanzigsten Achten ZweitausendFuffzehn mit dem Niedersachsenticket, gehalten an allen Milchkannen zwischen Bremen und Osnabrück, aber gut angekommen und gut zurück

alle Fotos: Uli Pelz

Die Stadt von hinten links rum betreten über Schlossgarten

Ruhe,Kontemplation,Augenweide,

Der Himmel ist nah, die Hölle...??

Die Zeit seit 1648 ist nicht stehen geblie- ben. 10 vor 3 im

Rathaus 

Justus Möser,Osnabrücker, Ju- rist,Staatsmann,Literat,Historiker

Grünkohl und Mangold und Spargel mitten in der Stadt


War das der letzte schöne Sommertag? Das Licht und der Grün- glanz im Domgarten  lassen darauf schliessen

Blick aus dem Rathausfenster. Historisch oder aufgeschönt? Konnte nicht geklärt werden. 

Hier sollte zu Mittag gespeist werden. Es sollte nur eine einfache Currywurst mit Pommes Schranke sein, dazu einen kleinen grünen Salat. Macht leider erst abends auf. Schade.

Der Dom. Selten so eine schöne Kirche in Europa gesehen. Auch als Atheist gehst du hinein mit einem gewissen Respekt, weil der Bischof  ja auch für "uns Katho- liken" in Bremen zuständig ist.

Das Friedens- rathaus. Beein- druckend. Du mußt hinein gehen!

Hier wurde Weltgeschichte  geschrieben.  Kann nicht Putin einmal hierher kommen?

Nur 3 von 7 möglichen Gummi- adlern. Pflaumenkuchen i.O. Auf 2 Tassen Kaffee 15 min. gewartet

Ein Mönch sagte zum Fotografen: "Bruder, Du musst den Innenhof vom Kreuzgang aus fotografieren". So Gott wiil.

Links geht die CDU-Fraktion hoch Rechts die Genossen. Genossen?

Er war bei dem Westfälischen Frieden auch dabei. Ein gewis- ser Balthasar Schneider aus Colmar. Etwa ein Vorfahre eines gewissen Ralph Schneider aus Bremen? Das wäre ja der absolute Friedenshammer! 

Heger Tor. Kunst am Ein- gang zur Alt- Stadt


Osnabrück aktuell.

Der syrische Autor Ali Ahmad Said, bekannt unter dem Namen Adonis, erhält den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis 2015. Der Sonderpreis geht an die Bürgermeisterin von Lampedusa, Giusi Nicolini.

(Quelle: NOZ 28.8.15)



Uli Pelz 28.8.2015


15                               Die Hälfte vom Nichts             03.Juli 2015

in Kürze, vielleicht noch heute , wenn nicht gestern, wahrscheinlich erst morgen

ein lyrischer Versuch  unterlegt mit Fotos, aufgenommen im Bürgerpark Bremen am 29.06.2015

einen Tag vor dem letzten Tag des ersten halben Jahres 

Wie aber geht man. Über die Brücke. Ins Licht. Oder bleiben wir Schatten.

 Sommerweiß.Im Grüngewimmel. Spinnenfäd und Läuselack.War was.

 Die Hälfte vom Nichts. Spiegelt sich. In sich selbst. Ein Boot naht. Nur wo.

 Die Ruhe in sich.Nochmal Schwein gehabt. Später 2 Hälften. Am Haken.

 Saugut. Die Tage zwischen den Wochen. Zwischen den Halbmonden.

Ach, wäre doch. Das andere Halbe schon. Wüsste so gerne was kommt.

Einfach so. Stehen bleiben. Ist ja Qual. Nichts Halbes und nichts Ganzes. 

Wie aus dem Nichts. Hoffnungsgelb aus der Tiefe. Halb unten.Halb oben.

Wartezeit. Leere. In der einen Hälfte des Kopfes. In der anderen Weißnich.

Vergangen. Nicht vergessen. Aber Stein. Möchtest Du auch so. Nein.

Nur nicht fallen. Nicht ins Nichts. So sicher am Schnörkelgeländer entlang.    

Und an dem hinteren Ende der einen Hälfte vom Nichts dann doch noch einmal: Conrad Ferdinand. Frisches Wasser. Fallend gießt es voll. Marmor.

Uli Pelz (auch alle Fotos)

04.07.2015


14                      Ich bin gerne in Fischerhude          17.Juni 2015

Heute, am 17.Juni 2015, gepostet auf der facebook-Seite Ulrich Pelz



"Ich bin gerne in Fischerhude"
Anna Maria Mühe, soeben in der Sendung 3 nach 1 auf nwr.
Nettes Gespräch, nette Person.

Ich kenne, oder besser gesagt: ich kannte dort in der Bredenau in Fischerhude auch eine nette Person, eine nette junge Frau, mit ihrem wohl inzwischen erwachsenem Kind und mit ihrem schönen Hund, der ja nicht beißt. Zuletzt war ich dort vor Jahren eingeladen zu der "Jugendweihe" der damals noch nicht ganz erwachsenen Tochter. Der Opa der "Jugendgeweihten" hielt die Ansprache. DDR ick hör Dir trapsen. Egal, ich bin traurig, dass ich dort wohl nicht mehr hinkommen werde, um der netten Anna Maria Mühe mal über'n Weg zu laufen. Bin familienkollektiv verstoßen von der jungen, netten Frau und ihrem Familienvorstand. Schade, Kiki!

Ich bin noch nicht einmal sicher, ob die nette, junge Frau mit ihrer Tochter und dem Hund dort noch wohnt - zuletzt vor ca 100 Jahren war die Rede von einer Übersiedlung zu dem neuen Lebensgefährten nach Schaphusen in der Gemeinde Oyten nahe Bassen, meinem Kindheitsort.

Uli Pelz, übergesiedelt nach Himmelhöllen
Herausgeber der HIMMELHÖLLENER VOLXGAZETTE
http://www.ulrich-pelz.de

Schwarzwälder Jugendtorte
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