Lissabon

Augenblicke Juni 2010

alle Fotos: Ulrich Pelz


 

 

Ein Traumgesicht 

Über sieben Hügeln, denen genauso viele Aussichtspunkte entsprechen und von denen man das wunderbare Panorama genießen kann, liegt die riesige, unregelmäßig bunte Häusermasse zerstreut, die Lissabon bildet. Für den Reisenden, der sich auf dem Seeweg nähert, erhebt sich Lissabon, selbst von weither, wie ein schönes Traumgesicht, gestochen scharf steht es vor einem strahlend blauen Himmel, den die Sonne mit ihrem Gold erheitert. Kuppeln, Denkmäler, das alte Kastell ragen über die Menge der Häuser hinaus wie weit vorgerückte Boten dieses entzückenden Fleckens, dieses gesegneten Landstrichs. 

 

Fernando Pessoa

 

 

 

 

Pessoa 1888 -1935
Pessoa 1888 -1935

 

 

Lissabon war die Stadt, in der Fernando Pessoa den größten Teil seines Lebens verbracht hat und die wie kein zweiter Ort seine Heimat geworden ist. Hier wurde er geboren, hier starb er, hier ist er begraben. In zahlreichen Gedichten, Briefen und Prosastücken hat er die weiße Stadt am Tejo und ihr unvergleichliches Lebensgefühl, die saudade, besungen. Hier sitzt er, in Bronze gegossen, wie immer vor dem Cafe A Brasileira, oben in Chiado.

Pessoa's Lieblingsorte "Cafe A Brasileire" oben im Chiado und unten im "Martinho da Arcada" unter den Arcaden der Praca do Comercio

 

 

 

 

Ein Regentag ist so schön wie ein Sonnentag. Beide sind Wirklichkeit, jeder auf seine Weise.

Alberto Caeiro

(Fernando Pessoa)

 

 

 

 

Portugiesische Musik

 

 

 

 

Lissaboner Straßenbahnbilder

 

 

 

Der Tejo

Aber ich liebe den Tejo, weil eine große Stadt an seinem Ufer liegt. Ich genieße den Himmel, weil ich ihn von dem vierten Stockwerk einer Straße der Unterstadt aus sehe. Nichts können mir Landleben oder Natur geben, das die unregelmäßige Majestät der stillen Stadt unter dem Mondlicht aufwöge, wenn man sie von der Graça oder von São Pedro de Alcântara aus betrachtet. Es gibt für mich keine Blumen, die dem im Sonnenlicht unerhört abwechslungsreichen Farbenspiel von Lissabon gleichkämen.

 

Fernando Pessoa

 


 

 

Rio Tejo

bei Alcantara

mit Schiff und

Ponte 25 de Abril

vom Park an der Avenida de Brasilia

nahe Belem aus gesehen

 

 

Rio Tejo

mit Blick über die Dächer der Alfama und der Baixa vom Castelo de Sao Jorge aus gesehen

 

 

Rio Tejo

mit der Ponte Vasco da Gama (17 km lang ) von Tejo-Ausflugsdampfer aus gesehen

 

 

 

Rio Tejo

mit der Fähre hinüber von Cais do Sodre nach Almada, der "Schäl Sick" von Lissabon. Von hier aus herrliche Blicke auf die Stadt. In einem Hafenlokal im Schatten sitzen und gegrillte Sardinen essen. Sie sind gut, wenn die Fischhaut nicht total schwarz verbrannt wurde.

Portugiesische Fische an Kartoffel und Zitrone
Portugiesische Fische an Kartoffel und Zitrone

Der Tejo ist schöner als der Fluß, der durch mein Dorf fließt,

Nein, der Tejo ist nicht schöner als der Fluß, der durch mein Dorf fließt,

Denn der Tejo ist nicht der Fluß, der durch mein Dorf fließt.

 

Der Tejo trägt große Schiffe

Und auf ihm schwimmt noch immer

Für jene, die stets überall sehen, was dort nicht ist,

Die Erinnerung an die Karavellen.

 

Der Tejo entspringt in Spanien

Und mündet in Portugal ins Meer.

Das wissen alle.

Aber wenige wissen von dem Fluß in meinem Dorf,

Wohin er fließt

Und woher er kommt.

Und darum, weil er weniger Leuten gehört,

Ist er freier und größer, der Fluß meines Dorfes.

 

Über den Tejo geht es hinaus in die Welt.

Jenseits von ihm liegt Amerika

Und das Glück der Leute, die es dort finden.

 

Niemand hat jemals überlegt, was wohl

Jenseits des Flusses in meinem Dorf liegt.

 

Der Fluß in meinem Dorf läßt an nichts denken.

Wer an seinem Ufer steht, steht nur an seinem Ufer.

 

aus: Der Hüter der Herden 

Alberto Caeiro

(Fernando Pessoa)

 

 

 

Lissaboner Feuerwehr-Parade

am 31.05.2010

in Belem

auf der Prachtstrasse

vor dem Kloster Jeronimo,

auf der bereits zu Königs Zeiten

und später zu Salazars Zeiten

grosse Paraden stattgefunden haben

 

 

 

 

Alfama

in der Alfama
in der Alfama

Quando Lisboa anoitece  I  Como veleiro sem vela  I  Alfama toda parece  I  Uma casa sem janelas  I  Aonde o povo arrefece  I  E numa agua furtada  I  Num espaco roubado a magoa   I  Que Alfama fica fechada  I  Em quatro paredes de agua  I  Quatro paredes de pranto  I  Quatro muros de ansiedade  I  Que a noite fazem o canto  I  Que se  acende na cidade  I  Fechada em seu desencanto  I  Alfama cheira a saudade  I  Alfama nao cheira a fado  I  Cheira a povo, a solidao  I  Cheira a silencio magoado  I  Sabe a tristeza com pao  I  Alfama nao cheira a fado  I  Mas nao tem outra cancao  I  Alfama nao cheira a fado  I  Mas nao tem outra cancao

"Alle Dinge, die wir sehen, müssen wir wirklich zum erstenmal sehen, weil es ja tatsächlich das erste Mal ist, dass wir sie sehen.

Und dann ist jede gelbe Blume eine neue gelbe Blume, auch wenn es dieselbe von gestern ist ... Schade, dass wir nicht Augen haben, um das zu begreifen, denn dann wären wir wirklich glücklich"

(Pessoa)

 

 

 


Belem

der portugiesische Name von Bethlehem

Entdeckerdenkmal in Belem am Tejo
Entdeckerdenkmal in Belem am Tejo

Der Stadtteil Belem bzw. seine historischen Bauten gelten als Sinnbild für Portugals Glanz und Macht in der Vergangenheit.
Der portugiesische Staatspräsident hat seinen Amtssitz im Palácio de Belém. Staatsempfänge und ähnliche repräsentative internationale Veranstaltungen finden in diesem Vorort statt; Portugals Beitritt zu EU wurde symbolträchtig im Kloster von Belém besiegelt.

Im 13.Jht existierte an dieser Stelle nur ein kleiner Hafen "Restelo", eingezwängt zwischen zwei Flüssen, "Restelo" - so heißt heute noch der Stadtteil nördlich von Belém. Erst mit der Verabschiedung und glücklichen Rückkehr der Seefahrer, eng verbunden mit dem Bau des Torre und des Klosters, nahm das Fischerdorf seinen Aufschwung und wurde zu "Belém". Der Bauwut der Könige schlossen sich die aristokratischen Familien des Landes an und ließen im 16.und 17.Jht dort ihre Paläste bauen.

 

Kloster Jeronimo

 

Zentrales Bauwerk in Belem

 

hier liegt der König Manuel I begraben

 

und Vasco da Gama

 

 

 

 

 

 

Torre de Belem

 

Einfahrt nach Lissabon

 

von hier aus haben die Portugiesen die Welt erobert - entdeckt, wie die Portugiesen sagen

 

Pasteis de Belem

 

der Cafe - Mythos in Belem

 

hier werden busweise Touristen ausgespuckt,

die nach diesen kleinen, süßen Dingern verlangen