Gesammelte Werke 2021

news21

Ausgabe 2

von Dienstag 19.Januar 2021

 

Parole: DURCHHALTEN

Die vergangenen Tage 

 

Die vergangenen Tage waren geprägt durch die weiteren Verschärfungen der Corona-Schutzmaßnahmen und durch die Amerikanischen Ereignisse. Ängstlich verfolgen wir die verfluchten Zahlen der Statistiker und den Wahnsinn derer, die glauben, keine Mitverantwortung bei der Bewältigung der Pest zu haben. Ängstlich verfolgen wir den politischen Wahnsinn in den Vereinigten Staaten von Amerika und übersehen dabei, dass in vielen anderen Staaten der Welt ähnliche chaotische und bedrohliche politische Verhältnisse an der Tagesordnung sind. Denken wir nur an den politischen Wahnsinn in Weißrussland, in Hongkong, im Jemen und in vielen anderen Ländern. Was bleibt uns? Verbarrikadieren in den eigenen Vier Wänden und das Geschehen in den Medien verfolgen. Morgendliches Radioeinschalten Morgendliche Zeitungslektüre, Mittägliche Versorgungstouren mit den Carsharing-Fahrzeugen, Nachmittägliche Mittagserholungsschläfchen, die Abendlichen Koch- und Fernsehrituale. Pünktlich 19 Uhr heute, pünktlich 19.30 buten & binnen, dann 20 Uhr die Tagesschau. Die Isolation wird im Hinblick auf das familiäre Zusammenleben immer konflikthafter. Es wird Zeit für einen fröhlichen Frühling und für einen sonnigen Sommer – draußen. Ja, da müssen wir durch. Nach Möglichkeit mit heiler Haut.

 

 

 

Annodunnemals 1.Juli 1979 in 3 Akten

Der 1.Juli.

Ein wunderbares Datum. 

1.Akt. 

 

Vor 41 Jahren, am 1.Juli 1979, gerieten meine Frau und ich in die Fänge der Justiz. In einem Bremer Gebäude, direkt gegenüber vom Schwimmbad, und ebenso direkt gegenüber vom "Haus des Reichs", unterschrieben wir Arbeitsverträge als "Hausvater" und "Hausmutter". Uns gegenüber saß der ehemalige Leiter des Bremer Gefängnisses. Das Mitglied einer ehrenwerten Bremer Kaufmanns- und Politikerfamilie, es finden sich hier ehemalige Bürgermeister, Diplomaten, Nationalsozialisten, Botschafter, Staatssekretäre und ähnliche wieder,  saß uns streng amtlich gegenüber und fragte nach unseren Kaffeewünschen. Wir saßen in unserer 68er-Kleidung ziemlich langhaarig und aufgeregt am hinteren Ende des bismarckischen Schreibtisches und bestätigten, dass wir gerne ein Tässchen Kaffee trinken würden - bitte mit etwas Sahne, aber ohne Zucker. Der Ehrenwerte beorderte sofort eine adrette Sekretärin mit dem Vollzug des Kaffeekochens und ließ Kaffeegeschirr auftafeln. Sodann begab sich der ehrenwerte hohe Beamte an seinen antiken Aktenschrank, der aussah wie der Schlafzimmerkleiderschrank der Oma meiner Frau aus dem Grafschaftlichen Kreis Hoya, und der wohl mindestens vom 18.Jahrhundert an von ehrenwerten Familienmitgliedern zu anderen ehrenwerten Familienmitgliedern weitervererbt worden war, um eine güldene Mappe herauszuholen, in der sich die vorgefertigten Arbeitsverträge für meine Frau und mich befanden. Bei der ehrenwerten Zeremonie des Mappeholens machte der bereits vor der Pensionierung stehende ältere Ehrenwerte meiner attraktiven jungen Frau schöne verdrehte Augen wie ein Gockel. Vor den Unterschriften und dem Hereinbringen des Kaffees, wurden wir noch einmal über Details der Arbeitsverträge belehrt und informiert. Im Wesentlich hörten wir uns das Lob des "Hauselternprinzips in der Erziehung und Begleitung der herumstrolchenden Jugend" an, das seit 1964 im sogenannten "Bewährungshaus" des im Jahre 1958 gegründeten "Vereins für Bewährungshilfe für Jugendliche und Heranwachsende in Bremen e.V", und dessen Vorsitzender der Ehrenwerte war,  zur Anwendung kam. Darüber hinaus hörten wir uns das Lob der Bremer Justiz an, und das Lob der Bremer Jugendbewährungshilfe, die dieses Erziehungsprinz seit 64 erfolgreich praktiziert habe. Wir, meine Frau und ich, wurden ausgewählt, obwohl wir keine Bewährungshelfer waren, sondern nur einfache Sozialpädagogen, da sich kein Bewährungshelferehepaar mehr fand, das diese doch so schwere undankbare  Arbeit machen wolle, da es immer wieder zu schweren Rückfällen käme, die auf Dauer nicht zumutbar seien, besonders nicht den Kindern der Hauseltern gegenüber. Dass wir ebenfalls Kinder mit in das Arbeitsverhältnis einbringen würden, spielte für den Ehrenwerten keine Rolle. Ebenso wenig wie meine bekannte revolutionäre maoistische Vergangenheit und andere Jugendsünden. Entscheidend, so der Ehrenwerte, für meine Auswahl, sei wohl die Tatsache gewesen, dass ich die 1.Verwaltungsprüfung vorweisen konnte, da in dem Arbeitsverhältnis außer der Bewachung und Erziehung der herumstrolchenden Jugend  viel buchhalterisch einzutragen uns zu verwalten sei. Es gingen immerhin riesige Summen an Bußgeldern bei dem Verein ein, die ordnungsgemäß nachzuweisen und zu verteilen seien. Mit seinem ehrenwerten Tintenfüller unterschrieben wir die Verträge und machten uns, noch bevor der Kaffee mit etwas Sahne aber ohne Zucker kam, auf den Weg durch die Wallanlagen in die Stadt, wo wir uns erst einmal ein Gläschen Rotkäppchen-Sekt  gönnten. Die Vertragsunterzeichnung hat übrigens 24 Jahre und 11 Monate Bestand gehabt - dann war Schicht im Schacht wegen zurückgehender Bußgeldeinnahmen.

 

 

Der 1.Juli.

Ein wunderbares Datum.

2.Akt.  

 

Vor 41 Jahren, am 1.Juli 1979, betrat ich meinen neuen Arbeitsplatz. Ich stand vor der Eingangstür des Hauses an der Ecke Neuenlander Straße / Duckwitzstraße und klingelte. Ein Dackel kam an die Tür und kläffte, eine Hausmutter in weißer Schürze folgte dem Dackel und öffnete, der Hausvater, der einen neuen Job als Bewährungshelfer in Buxtehude vor sich hatte, eilte herbei und stöhnte, was er alles zu tun habe. Er käme gerade aus dem Keller, wo er sich kaputtgelacht habe. Worüber, wurde nicht deutlich. Ein Wohnungswechsel von Hauseltern zu Hauseltern war erst für einen späteren Zeitpunkt vorgesehen, da das neue Reihenhaus in Buxtehude noch nicht bezugsfertig sei.  Und so wurde ich an meinen neuen Arbeitsplatz geführt: an einen spärlichen aus Bußgeldern finanzierten 60er-Mahagonischreibtisch, auf dem ein aufgeschlagenes riesiges  (40 x 100 ) Buchhaltungsjournal lag. Der Dackel winselte zwischen den Beinen herum. Mein Einwand, dass ich eine gewisse Hundeangst habe, wurde lapidar wie immer mit "der macht doch nichts" beantwortet. Der Dackel bellte und sabberte. Die Hausmutter in der weißen Schürze war bemüht etwas Erfrischendes anzubieten, sie brachte eine Flasche Stilles Wasser und ein Glas. Wohl für mich! Nein, Kaffee trinken wir nicht. Nur, wenn Hausausschusssitzung ist, dann trinken wir ein Tässchen mit und essen auch ein Stückchen Butterkuchen - so die Hausmutter. Ob denn auch jugendliche Hausbewohner im Hause seien, fragte ich. Nein, die seien alle entweder zur Arbeit im Hafen oder beim Amt wegen Sozialhilfe. Zwei seien gestern Nacht abgeholt worden von der Polizei, sie haben wohl wieder "Scheiße gebaut", so der zukünftige Bewährungshelfer von Buxtehude. Ob ich denn mich mal im Hause umkucken könne? Nein, heute lieber nicht - da müsse erst alles sauber gemacht werden, die Putzfrau käme erst morgen. Nun gut.  Der Hausvater, er nannte sich auch Geschäftsführer, wies mich ein in die Geheimnisse des gerichtlichen Bußgeldwesens und in die Geheimnisse der Verbuchung. Wichtig auch zu wissen, welche Sparten der Justiz aus den Bußgeldern bedient werden konnten. Die Entscheidungen, so der Hausvater und Geschäftsführer , über die Vergabe habe nicht der Hausvater und Geschäftsführer zu treffen, sondern einzig und allein der Vorstand und die Mitgliederversammlung. Was denn der Hausvater und Geschäftsführer so zu tun habe sonst? Post abwarten, Kontoauszüge von der Kasse abholen, eintragen, mitteilen. Und sonst? Keller! Und wie es so mit dem Erziehungsauftrag sei ? Je nachdem - der eine so, der andere so! Die Einen flutschen, die Anderen wandern wieder ab. Aha!   

Der 1.Juli.

Ein wunderbares Datum. 3.Akt. 

 

Vor 41 Jahren, am 1.Juli 1979, meine erste Hausausschusssitzungsteilnahme. Die mit der weißen Schürze ausgestattete Hausmutter hat alles kaffeetafelmäßig vorbereitet - heute Apfelbutterkuchen. Der Hund winselt danach. Der Jugendrichter kommt wie immer eine halbe Stunde früher - aus ernährungsbedingten Gründen. Er geht an den Tagen der Hausausschusssitzungen und Vorstandssitzungen  aus Sparsamkeitsgründen nicht wie gewohnt in die Gerichtskantine, sondern hungert bis zum Beginn der HA-Sitzung am Nachmittag, um dann rechtzeitig vor Beginn der Sitzungen die Hälfte der von der Hausmutter feierlich angerichteten Kuchenplatte schon einmal zu verzehren. Der Jungstaatsanwalt frotzelte dann bei seinem Eintreffen immer zum Jugendrichter: Na, Herr Vorsitzender, satt geworden? Später dann, beim Eintreffen des stahlharten Altjugendrichters gab es dann nichts mehr zu frotzeln, er forderte den sofortigen Einblick in die Bücher, um keine Zeit zu verschwenden. Schließlich wolle er noch in seinen Schrebergarten. Die mächtige Jugendgerichtshelferin hingegen plädierte für Gelassenheit, denn schließlich sei man ja auf der Flucht vor den Staatsorganen. Der Bewährungshelfer stellte die Frage nach der Protokollführung, um sich daraufhin selbst vorzuschlagen, da er sich damit wie immer  zurückziehen konnte in seinen Steno-Block, weil er nur ungerne debattierte oder gar diskutierte. Ein weiterer älterer Staatsanwalt, oder war er gar Oberstaatsanwalt, der später spöttisch nur noch "Hockerkocher" genannt wurde, wegen seiner Bedenken gegen einen solchen. Fehlte noch der Leiter des Jugendstafvollzuges. Der kam meistens eine Stunde später, wenn nicht gar nicht. Er habe noch Gespräche mit renitenten Insassen, die den Sinn des 

Jugendstrafvollzuges infrage stellten, führen müssen. Der Hausvater legte die Belegungsstatistik des Hauses vor und berichtete namentlich über die Verhaltensweisen der "Hausbewohner". Er nahm Ratschläge der Juristen an, wie in schwierigen Fällen zu reagieren sei. Notfalls sofortiger Anruf, damit schnell richterlich oder staatsanwaltlich gehandelt werden könne. Danach dann die detaillierte Buchprüfung und Belegprüfung  in Soll und Haben. Selbst das Viertelpfund Zwiebelmett für den Frühstückstisch der Hauseltern war vor den Prüfungen nicht sicher. Daraus ergab sich eine heftige Debatte um die besten Fleischer in Bremen und um die Preisdifferenzen im Zwiebelmettsektor. Die Hausmutter schenkte Kaffee nach und fragte, ob noch mehr Apfelbutterkuchen aufgeschnitten werden müsse. Und ob noch Stilles Wasser gewünscht werde.

Parkplatz Haltestelle  Deich  See

 

Rings um den See herum werden die ersten Vorbereitungen für die bevorstehende Frost- und Eislaufsaison getroffen. Holzbuden werden aufgebaut mit Ausgabeluken und Abstandsvorrichtungen. Es wird wohl wieder fuseliger Glühwein fließen und verbrannte Grillwurst wird die Luft des schönen Freizeitgebietes verpesten,

 

Auf dem Deich direkt in Blickhöhe zelebriert die Polizei mit dreißig Polizeischülern gruppendisziplinarische Übungen. In Reih und Glied aufstellen, korrektes Grüßen der Gruppenführer, zackiges Marschieren im Gleichschritt ohne Gesang, Deeskalationstraining mit Knüppel und Schutzschild – zum Schluss Corpsgeistübungen.

 

An der Haltestelle kein Schwein  Keine Schwarzfahrer, keine unauffälligen Kontrolleursgruppen, keine Reinigungsbrigade, nichts. Die leeren Bahnen rauschen durch, sie bimmeln lediglich einige Querläufer und Querläuferinnen weg. Eine davon trug ein Pappschild vor sich her mit Aufschrift: „Die BSAG tut allen weh“

 

Der Parkplatz wird zum Treffpunkt von frustrierten Gewohnheits-kohlundpinkelfahrerInnen. In Dreiergruppen mit Maske versorgen sie sich im Markt mit den nötigen Getränken, laden ihre Bollerwagen damit voll, um dann im Kreisverkehr mit den anderen Dreiergruppen den Parkplatz trinkend und grölend zu umwandern

 

 

Die Verlegung der Geschäftsstelle in ein Haus in der Rückertstraße, in dem sich im Keller ein Puff befand

Neustadt.Phantastische Orte.Überall. 

Es wird im Laufe des Jahres 21 erzählt werden über:

  • einen GSG 9-Einsatz zu RAF-Zeiten im Hause der Hausmutter in der Neuenlander Straße / Ecke Essener Straße 
  • Knipp mit Gurke bei Fiddi Martens und seiner Frau Meta, direkt da beim späteren Amt für Soziales / Süd 
  • die Hausmutter mit der weißen Schürze beim Einschenken des Kaffees für den Herrn Jugendrichter 
  • Soffi, die dem DDR-Sozialismus nahe stand und Roth-Händle-Zigaretten rauchte 
  • die Gaststätte "Blondi" und ihren Wirt Walter, der eigentlich Libero beim ATS Buntentor war
  • den Chef  des Fischgeschäftes in der Pappelstraße, der den Kunden nichtendenwollende Fischvorträge hielt 
  • das Büromaterialgeschäft und die Druckerei  an der Ecke zur Hohentorheerstraße  und die nette Frau von Puck
  • den Einfall des "GEIZIGEN PFAUES" mit seinem Gefolge aus dem "Viertel" in die Neustadt
  • den Kolonialwarenhändler Schulz und seinen Sohn Schulz jun. in ihren blütenweißen Kaufmannskitteln
  • den älteren Nachbarn, der im Vorübergehen verächtlich seine Zigarrenreste in den Vorgarten rotzte 
  • den Kindergarten Delmestraße und die Grundschule Oderstraße und ihre Erzieherinnen
  •  eine erfolglose Trainertätigkeit des Hausvaters im F-Jugend-Bereich  des Polizei-Sport-Vereins Bremen
  •  Rohe Zwiebelberge und mindestens 3 kostenlose Ouzo beim "Griechen" an der Ecke Pappel/Langemarck
  •  die Ungarische Frau, die wie Marika Röck die Szene im Jugendheim beherrschte und auf dem Hockerkocher tanzte
  • den Kollegen mit der Vollkornkiste und der manuellen Kornmühle, der später Professor in Hamburg wurde
  • die Reisen des Hausvaters in die fernen Gefilde der beruflichen Fortbildung und der Referententätigkeiten    
  • Dauerduscher, Brandstifter, Gewalttäter, Rechtsanwaltssöhne, Vergewaltiger, einfache Dussels und Tischler
  • Endlose Vorstandssitzungen, sinnlose Hausausschusssitzungen, Hockerkocher und die Nöte der Feinblechner
  • die Verlegung der Geschäftsstelle in ein Haus in der Rückertstraße, in dem sich im Keller ein Puff befand
  • Erwin, den Betrüger, der einen dicken Mercedes in einer Hinterhof-Garage im Buntentorsteinweg stehen hatte 
  • Daria, der aus Polen stammenden Buchhalterin, die auf die Schliche des Erwin kam und Bigos kochte für alle
  • die Friedrich-Ebert-Straße + die Schnellen Jungs + die Maulwürfe und die Wohnungen für die Drogenabhängigen
  • den Spielplatz Ecke Buntentorsteinweg / Osterstraße und den dortigen Lagerraum, der auch als Partyraum diente
  • medizinische Institutionen im Bereich des Buntentorsteinweges. Hals, Nase, Darm, Herz, Nerven, Muskelfasern
  • zwei Damen vom Schnürschuh mit Ottersberger Ausbildung, die mit den Gestrauchelten Theater spielten
  • den Chinesen in der Kornstraße. Schnell zubereitet, schnell abgeholt, schnell ins Büro, schnell reingewürgt
  • die Haushaltshilfe Maggi aus der Gellertstraße,  die ihr Fahrrad nie losließ, und die den verrückten Olli adoptierte
  • eine Landschaftsmalerin aus Ostwestfalen, die mit einem Fahrrad am offenen Fenster in der Rückertstr. vorfuhr 
  • die Einführung der elektronischen Verwaltung und die damit verbundenen Probleme im alltäglichen Ablauf
  • das Wesen der Sozialarbeit in der Neustadt, eine synergetische Klausurtagung und das bittere Ende im "Falstaff"
  • die Dreharbeiten zu einem Fernsehfilm im Nachbargarten mit bekannten Schauspielerinnen und Schauspielern
  • den Kauf eines Gebäudes im Randgebiet der Neustadt, Grolland, mit Mitteln der Deutschen Fernsehlotterie
  • den Umzug eines Jugendhilfevereins in die ehemaligen Geschäftsräume des Autoversicherers HUK, Westerstraße
  •  den weltweit 1. Versuch einer räumlichen Synergie von Leitung + Sozialpäd.Praxis. Das Neustädter Modell 
  • die Skandalweihnachtsfeier im Hause Westerstr.93, 5.Stock. Geschäftsführer legt gesamte Baufirma unten lahm
  • das frühere Fischrestaurant im Hotel Westfalia, in dem sich der 1.Vorsitzende gerne mittags freihalten ließ
  • die regelmäßigen Visitationen des Vorstandes mit den unschönen Quartalsbilanzen im Hause Pappelstr.100... 
  • ...und über  die grauen Anzugsuniformen der Sparkassenlakaien mit ihren roten Schlipsen mit Sparkassensymbol
  • den Besuch von Wirtschaftsprüfern und Sparkassenlakaien in der Westerstraße zum Butterkuchenfressen 
  • den Versuch eine Neustädter VereinsAkademie im 5.Stock zu gründen. Mit Hilfe eines Bremer Uni-Proffs     
  • die moderne Buchhaltung eines innovativen Jugendhilfevereins und die Überforderungen der Buchhalterin damit 
  • die kontemplativen Betrachtungen der jungen Mauersegler bei ihren Flügen über das Beck's-Brauerei-Gelände
  • die "SCHNELLEN BUBEN", die in Wirklichkeit ziemlich lahmarschig waren
  • Hannes, den Ewigen
  • Kalle, der plötzlich starb und auf dem Huckelrieder Friedhof beigesetzt wurde
  • das Photostudio am Buntentorsteinweg
  • den Delmemarkt mit seinen ganz besonderen Marktmenschen
  • Judith in der Rüdesheimer Straße
  • das Eiscafe TIZIANO in der Pappelstraße
  • einen Selbstmord in der Rheinstraße
  • Robert und Marlene aus der Donaustraße
  • GluckGluck und andere Heiße Scheiße am Buntentorsteinweg
  • die Bachstraße, in der der ABM-Martin wohnte und geförderte Arbeitsplätze über den Gartenzaun vergab
  •  das Haus in der Friedrich-Ebert-Straße und über die Kaukasische Flügelnuss bei der Stadtbibliothek
  • den Flug der jungen Mauersegler über das Gebiet der Beck's Brauerei 
  •  die Ereignisse im 5.Stock des Gebäudes Westerstr.93 nach dem Auszug der HUK-Kfz-Versicherung  
  • Feste und Feiern und den Ausschluss der gesamten Baufirma aus ihrem Stammhaus
  • die Gründungsversuche einer Fortbildungs-Akademie für Sozial Tätige 
  • die Versuche, einen Universitätsprofessor mit sinnvoller Arbeit zu beglücken

  und vieles andere mehr...

Kuriositäten aus den Sozialen und anderen Medien

Bilder und Beiträge von gottesdienstlichen und kirchlichen Veranstaltungen nehmen im Spektrum der postings einen immer breiteren Raum ein. Dabei gibt es sogar Missionare und Prediger, die meinen, mehrmals pro Tag ihre Heils-Botschaften verkünden zu müssen. Nun gut, für die Gläubigen, die aus den bekannten Gründen zurzeit die Kirchenschiffe nicht persönlich betreten dürfen, vielleicht ein Trost, den Paster bei Youtube im Talar sehen zu können. Für uns anderen Nutzer allerdings, die keinen Wert auf die Verkündigungen legen, ergibt sich die Frage, ob wir die religiösen Beiträge nicht genau so wegdrücken sollten, wie die unzähligen sexistischen und pornografischen. 

 

Der Sport und seine Auswirkungen    

 Ein älterer Faustballer der Klasse Ü 70  (knappe 80) überraschte mit einem Kurzbesuch. Er referierte über den Sinn des Faustballspiels im Alter. Es gehe im Grunde gar nicht um Schmetterbälle und überraschende Schläge, sondern um die Sportgemeinschaft, den Geist des Sportlichen und die daraus entstehenden lebenslangen persönlichen Männerfreundschaften. Selbstverständlich stehe auch die körperliche Fitness im Mittelpunkt - Faustballer bekämen einfach keine Alterskrankheiten, sie bekämen schon gar nicht Prostatitis wie all die anderen alten Krücken.  Die müssten doch schon im jungen Alter Einlagen tragen, um nicht alles zu verpissen. Alles klar.     

 

 

Aus dem Sozialwesen

nix los 

Aus dem Justizwesen

nix los, außer ein paar Urteilen Lebenslänglich

 

 

Und sonst? 

news21

Ausgabe 1

Dienstag 5.Januar 2021

 

Hurra, wir leben noch

NEBEL ÜBER DEM WERDERSEE
NEBEL ÜBER DEM WERDERSEE

Rückblick auf die vergangenen Tage

 

 

Nebel. Nebel, wo du auch hingeschaut hast hier am See. Ständiges Tuten der Nebelhörner, damit wir nicht denken, wir seien verloren. Aus dem kalten Nebel traten manchmal Gestalten hervor: Atemlose Läufer in kurzen Hosen, Rennradfahrende Radrennfahrer ohne Beleuchtung, Alleinerziehende Mütter mit Babys im Kinderwagen und weiteren weinenden Kindern am Kinderwagen, jede Menge Lastenräder unbestimmter Länge, mal mit Lasten mal ohne, Paare unterschiedlicher Zusammensetzung im Zweiergang und gebührendem Abstand zu dem Vorgängerpaar. Der Schimmel trat hervor, ebenso wie der abgesattelte Hauptmann. Trübe Tage zum Jahreswechsel. Nur wenig Beleuchtung in der Silvesternacht, nicht einmal Taschenlampen blitzten auf. So vergingen die Tage mit Skispringen. Vier-Schanzen-Tournee. Von morgens bis abends verfolgten wir jeden einzelnen Sprung mit Weitenkontrolle bis zur grünen Linie am Fernsehapparat. Dabei konnten wir feststellen, dass die Grüne Linie regelmäßig von dem Nationalen Kampfrichter des sich gerade im Sprung befindlichen Nationalspringers zu dessen Gunsten verschoben wurde. So ist zu erklären, weshalb unsere Nationalhelden Geiger und Eisenbichler nach anfänglicher Führung in der Gesamtwertung nach dem dritten Sprungtag zurückgefallen sind. Zu vermuten ist, dass die polnischen Kampfrichter hier an der Grünen Linie herumgefummelt und geschoben haben. Es können auch die Norweger gewesen sein. Von den Österreichern und Japanern ganz zu schweigen. Über Bremer Fussball soll an dieser Stelle auch geschwiegen werden. Bringt doch nichts. 

Parkplatz. Haltestelle. Deich. See.

 

Auf dem Parkplatz versammelten sich jüngst ca. 15 Leugner mit Pappplakaten, auf denen zu lesen war: „Freier Einkauf für Freie Bürger, weg mit der Maskenpflicht“. Der Filialleiter kam heraus und verteilte kostenlos Gehirnnahrung in Form von Obst und Gemüse an die Leugner. Eine Leugnerin verlangte nach Fleisch, Vitamin D.

 

An der Haltestelle rottete sich ein Familien-Clan zusammen, um unerkannt und ohne gültige Fahrausweise mit der S-Bahn nach Huckelriede zu fahren, und um dort einem anderen Clan zu zeigen wo hier im Gebiet der Hammer hängt und wie die spitzen Messer glänzen. Die Clan-Kinder spielten derweil Schienenbalancieren.

 

Auf dem Deich stehen die Hundeführer und Hundeführerinnen. Sie haben ihre Lieblinge von den Leinen gelassen, damit diese in aller Hunderuhe ihre Geschäfte auf den Deichwiesen erledigen können, und um danach den Enten hinterher jagen zu können. Der Deichhauptmann auf dem Schimmel schaut dem Hündischen zu

 

Im See schwimmen die Brassen. Sie tauchen so tief wie möglich, um den Zugriffen der Kormorane zu entgehen. Dabei übersehen sie, dass die Kormorane bis zu 500m tief nach ihrer Beute tauchen können. An Land stehen diverse Angler ohne Angelschein. Sie schauen sich um, ob jemand von der Fischereiaufsicht zu sehen ist

 

 

Neustadt.Phantastische Orte.Überall. 

Das Gebäude an der Ecke Essener Straße / Neuenlander Straße in der Bremer Neustadt, das in den 60er Jahren gegen den Widerstand der dortigen Anwohner errichtet wurde, und das in den 70er Jahren Schauplatz eines GSG-9-Einsatzes wegen RAF-Verdachts war, soll nunmehr endgültig abgerissen werden. Und zwar, laut Gerichtsbeschluss, wegen der Verunzierung der Fassade. Unbekannte „Künstler“ haben dort vor Jahren eine Außendekoration angebracht, die assoziieren soll, dass dort in dem Hause Retter des Sozialen Untergangs am Werke seien. Nach genauerem Hinsehen hat sich nun herausgestellt, dass in dem Hause lediglich schlecht ausgebildete Sozialhelfer mit Abneigungen gegen berufliche Weiterqualifizierungen am Werke sind. Das Gericht sah dieses als Täuschung der Öffentlichkeit an und als Soziale Hochstapelei. Da es zu schwierig sei, das „Soziale Aushängeschild“ an der Fassade des Hauses wieder zu entfernen, wurde vom Gericht der Beschluss gefasst, das inzwischen marode 60 Jahre alte Gebäude zu entfernen und durch ein neues zu ersetzen.  Die dortigen MitarbeiterInnen, die inzwischen ebenfalls das 60.Lebensjahr und mehr erreicht haben dürften, riefen nach dem Betriebsrat und traten in den sofortigen Hungerstreik. Mein lieber Hockerkocher – da ist was los!

 

 

Kuriositäten aus den Sozialen und anderen Medien

Bilder und Videos, immer wieder tierisch schön in den sogenannten Sozialen Medien: wie eine Katze aus einem Abflussrohr gerettet wird – wie ein Tiger eine Löwin zur Strecke bringt und flach legt – wie eine Dogge seine Herrin beleckt – wie ein menschliches Krokodilopfer noch einmal aus dem Maule des Reptils herausgezogen werden konnte – wie eine Würgeschlange den Hals eines Schlangenbesitzers zärtlich umwickelt – wie ein Esel stundenlang vor sich hin steht – wie ein Pinscher fröhlich pinschert – und viele andere tierisch furchtbare Szenen millionenfach mehr. Was soll das? Fehlt nur noch, dass ein kotzendes Pferd vor der Apotheke gezeigt wird 

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Der Sport und seine Auswirkungen 

Ein Triathlet hat sich vor einigen Tagen beim Sylvestertriathlon im See verschwommen und entstieg demselben pudelnass mit der Frage, wo denn nun sein Fahrrad sei. Ein Zuschauer von der anderen Seite des Sees: „Dein Rad ist weg, du musst laufen!“

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 Aus dem Sozialwesen 

Die Chefin mehrerer Jugendfreizeitheime in Bremen ist glücklich. Die Heime sind aus den bekannten Gründen geschlossen. So muss sie nicht prüfen und evaluieren, was dort sonst so sozialpädagogisch abläuft. Alles schön, alles gut. 

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 Aus dem Justizwesen 

In der Verhandlungspause des Jugendgerichtes sitzen der Richter und der Jugendgerichtshelfer gemeinsam am Mittagstisch der Justizkantine. Linseneintopf mit Einlage. Der Richter zum Jugendgerichtshelfer: Ich beabsichtige 9 Monate auf Bewährung. Daraufhin der Jugendgerichtshelfer zum Richter: Das ist doch viel zu wenig. Dieser Strolch muss hinter Gittern. Ich halte 2 Jahre ohne für die richtige Entscheidung! Nach diesem Statement verfiel der JGH in ein Linseneintopfkoma und schlief direkt vor den Augen des Richters am Kantinentische ein. So geht Jugendstrafverfahren!

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 Und sonst?

 

Nix!