DIE

HIMMELLLENERVOLXGAZZETTE

  Das provinzielle vorstädtische Wochen-Magazin

 

freitag  24  mai  19 

ulrich.pelz@gmx.de

pelz.uli@t-online.de 

 



SAMMELSURIUM 2019

Die monatliche Textsammelbewegung

 

 

aktuell bis 22.05.19  -  aktuell bis 22.05.19 

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2019  News  24  Mai

teilweise frisch, teilweise von gestern, teilweise Verfallsdatum abgelaufen 

Herzlich Willkommen

auf unserer

Volxnahen Himmlischen Höllenseite

Uli Pelz

Herausgeber

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Redaktion
Josef Fellstein (Lokales und stellv.Chefredakteur), Katharina Loewe (Frauenfragen und Kultur),

Ivan Bellmann (Feuilleton  und Sex und kommissarisch auch Sport, weil ja Juskowiak weg ist ) Horst Buchholz ( Demographischer Wandel und Golden City),

Rita Meyer (Redaktions-Sekretariat), Valentin von Henckelsiefen, genannt PERSIL ( Garten und Versuchsküche) 

Mai 2019 Im Garten

SCHLACHTZEILEN

 

Was soll ich schon machen? Ich war eben noch kurz in Nachbars Garten und habe Schnittblumen für den Muttertag besorgt. upz

 

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Mal 'ne echt blöde Frage: Gibs denn auch Rossbratwürstchen?

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Bremer Flachbauer, Kleingärtner und Pseudoarchitekten zerreißen sich bereits kurz nach Eröffnung das Maul

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 HALLO JUNGWÄHLER

AM 26.Mai IST IEDER WAHL IN BREMEN

GEHT HIN

IHR HABT WIEDER 5 STIMMEN

wählt aber bitte anständig!

Bitte nicht diesen braunen SUMPF

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 ...aber 'n Flyer mit Meier ist doch auch gut! Ich sach ja gar nichts!

 

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Die Hosen werden gebügelt, die Blusen geplättet. 70.Geburtstag.
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Wir von der HiHöVoGa haben schon seit Jahren die Schnauze voll von dieser sinnlosen Feuerwerksorgie
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Was ich mache? Bewundere mein neu organisiertes Büro. Die Bücher von Ransmayr stehen jetzt zusammen. Atlas eines alternden Mannes

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AKTUELLES  VOM TAGE

HIMMEL & HÖLLE

POLITIK UND KULTUR


SPORT-BEWEGUNG-GEIST

ZUFÄLLIGES

NATUR UND GRÜNZEUG



******Aus der LESEMAPPE der HIMMELHÖLLENER******

Neue Vahr Nord  //  Gustav-Radbruch-Str. 17
Neue Vahr Nord // Gustav-Radbruch-Str. 17

esel & ohrig 

18. August 2010

HOCHHAUS HORIZONTAL

oder: Hilfe, meine Nachbarinnen grüßen mich nicht!

 

Das achtstöckige Hochhaus, in dem ich nunmehr seit 27 Jahren lebe, ist flachgelegt. Unsere Hausgemeinschaft, sagen wir einmal: unsere Horizontale Siedlungsgemeinschaft, besteht aus 16 Parteien. Unser Fahrstuhl ist die verkehrsberuhigte Wohnstraße in der Mitte zwischen den Parteien links und rechts. Hinten haben wir Gärten. Die einen östlich ausgerichtet, die anderen dem entsprechend westlich. Ich lebe gartenmäßig westlich, arbeitszimmermäßig aber östlich, also zum Fahrstuhl, zur Straße hin. Über die Straße hinweg können wir uns gegenseitig in die Fenster schauen und gut wahrnehmen, was in den Hauseingängen, Garagen und Vorgärten so vor sich geht.

Das ist der Vorteil gegenüber einer vertikalen Wohnweise. Hier kann man z.B. aus der Wohnung des 2.Stockes nicht wahrnehmen, was im 7. passiert, es sei denn, es handelt sich um Verbrechen. Dann rast die Polizei mit ihren Einsatzkommandos das Treppenhaus hinauf und man wird zwangsläufig aufmerksam gemacht auf das nachbarschaftliche Geschehen im 7.Stock.

In unserer Horizontalen Siedlungsgemeinschaft geschehen keine Verbrechen, dennoch wissen wir immer, was in der Reihe oder gegenüber so vor sich geht. Auch haben wir Siedlungskommunikatoren, die mal hier mal da Informationen über die Straße hinweg austauschen. Sie sind über alles informiert und betätigen sich als Informationsboten. Auch dieses ist in der vertikalen Lebensweise komplizierter, da du ja immer über das Treppenhaus treppauf treppab müsstest, oder dich ständig im Fahrstuhl aufhalten. Gut, neuerdings, wo es verpönt ist, in den Wohnungen zu rauchen, stehen jetzt die Kommunikatoren der Vertikalen Wohnweise unten am Gemeinschaftsmüllhaus und tauschen während der Rauchvorgänge wichtige Hausinformationen aus.

Bei uns in der Horizontalen Siedlungsgemeinschaft haben wir zudem den Vorteil des demographischen Wandels. Unsere Rentner und Freigestellten, alles Männer, halten sich in ihren Blaumännern und Latzhosen überwiegend vorne zur Straße hin auf, da ja hinten im schmalen Garten alles schnell erledigt ist – es sei denn, ein neuer Geräteschuppen muss gebaut werden oder ein Gewächshaus für die Tomaten. Dauernd die Kürbisse bei ihrem Wachstum zu beobachten ist auf Dauer auch öde, also ab auf die andere Seite, zum Fahrstuhl, zur Straße. Hier rufen wir uns dann lauthals quer über die Straße verschiedene Dinge bezüglich des Wetters, bezüglich des Fußballsportes, bezüglich der Nachbarinnen usw. zu, was natürlich alle anderen, die nicht draußen stehen und rufen, mitbekommen. Soll ja auch.

Was so schön ist an unserer Horizontalen Lebensweise ist die enge Kommunikationsdichte. In der Vertikalen Lebensweise kann man leicht vereinsamen. Du hängst lustlos in der Mitte herum, gehst nicht raus, und du weißt nicht, was oben und unten passiert. Es sei denn, es geschieht einmal wieder ein Verbrechen im 3., dann guckst du natürlich automatisch im Treppenhaus neugierig vom 4. runter in den 3., wer nun wieder hat dran glauben müssen. Dann kommt sogar die Polizei zu dir rein in die Wohnung, um dich als Zeugen zu befragen, ob du etwas gehört hast, gesehen hast, gerochen hast und so weiter. Dann stehst du mitten im Geschehen.

Das ist bei uns Horizontalen alles nicht nötig. 1. weil keine Verbrechen geschehen, 2. weil wir überwiegend draußen stehen und alles mitbekommen. Und weil wir 3. alles gebildete, zivilisierte, teilweise sogar promovierte Menschen sind, die wissen, was sich gehört, und was nicht. Wir haben sogar Ärzte unter uns, Psychologen, Soziologen, Personalentwickler, Geschäftsführer, Fernsehleute. Nur vom Feinsten. Da ist es doch klar, und das unterscheidet uns doch von der anonymen rustikalen Vertikalen Lebensweise, dass hier bei uns geschliffene und zivilisierte Umgangsformen an der Tagesordnung sind. Man begegnet sich respektvoll, man kommuniziert locker über die Gartengrenzen hinweg, man begegnet sich bei gemeinsamem Essen & Trinken und organisiert das gemeinsame Spiel der Kinder, sofern noch welche da sind.

Und vor allem: man grüßt sich freundlich, wenn man sich begegnet. Das ist doch selbstverständlich unter Akademikern und sonstigen gebildeten Menschen. Nicht wie in der Vertikalen Lebensweise, wo der 3.Stock nicht weiß, wer da gerade aus der Wohnung im 5. gekommen ist und grußlos hastig an dir im Treppenhaus vorbei gerannt ist. Etwa wieder ein Verbrechen? Nein, bei uns in der Horizontalen geht uns immer ein nachbarschaftliches Guten Morgen, Moin, Guten Tag oder n’Abend über die Lippen! Manchmal sogar ein herzliches: Alles klar, oder: Na, geht’s gut und so ähnlich. Dadurch drücken wir unser Horizontales Gemeinschaftsgefühl mit Herz und Seele aus.

Gut: die Ausnahmen bestätigen die Regel. Es gibt auch in unserer gediegenen Horizontalen Siedlungsgemeinschaft immer einmal Ausnahmen. So frage ich persönlich mich seit 2 – 3 Jahren, weshalb 3 – 5 meiner Nachbarinnen mich nicht grüßen, obwohl ich hier zu den Straßenältesten zähle!

Eine persönliche Ansprache und Nachfrage war bisher nicht möglich, da sich noch keine Gelegenheit dazu ergeben hat. So kann ich nur spekulieren.

Es werden wohl meine vielen ausländerfeindlichen, integrationsfeindlichen und polenfeindlichen Äußerungen und Randbemerkungen sein, die meine polnische Nachbarin zwei Eingänge weiter davon abhalten, mich zu grüßen, geschweige denn nachbarschaftlichen Kontakt aufzunehmen. Von nachbarschaftlicher Integration oder sogar von Assimilation kann keine Rede sein. Wenn sie wüsste, dass ich bei der VHS den 5-tägigen Kursus: Polen, Land und Leute, bei Filomena mitgemacht habe, und wenn sie wüsste, dass ich sogar Bigos kochen kann, und wenn sie wüsste, dass ich in meiner aktiven beruflichen Zeit als Geschäftsführer schon kurz nach der Wende 4 nette polnische Mitarbeiterinnen beschäftigt habe, würde sie sich dann anders mir gegenüber verhalten? Ich hoffe weiter, zumal ich weiß, dass es lustige Leute sind. Das beweisen sie immer, wenn sie hinten im Garten ihre Feiern haben – unter sich, es wird nur polnisch gesprochen. Na ja, sagen wir Ostpreußen, da kannst du wohl nüscht nich machen. Vielleicht ist es ja auch so, dass sie in Stettin, oder in Danzig, oder in Breslau, wo auch immer sie herkommen mögen, vorher vertikal gewohnt haben, und dass sie sich erst einmal mit den Gegebenheiten des Horizontalen Wohnens in Horizontalen Siedlungsgemeinschaften vertraut machen müssen. Das kann Jahre dauern. Kann auch sein, dass sie einfach nur katholisch ist, und dass sie zu Fremden, besonders zu fremden Männern noch nicht einmal Blickkontakt aufnehmen darf. Wer weiß?

Es werden wohl meine chauvinistischen, frauenfeindlichen und sexistischen Äußerungen und Randbemerkungen sein, die meine beiden Nachbarinnen aus der gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaft von gegenüber davon abhalten, mich zu grüßen. Andere Männer aus der Straße grüßen sie ja und kommunizieren mit ihnen öffentlich. Warum mich nicht? Ist es nur, weil ich von der anderen Seite bin; ist es, weil ich alt und übergewichtig bin; oder hat es mit der Lächerlichkeit und Gebrechlichkeit meines alten, ungepflegten Autos zu tun? Ich kann es mir nicht erklären! Ich habe schon meinen ehemaligen Sozialarbeiterkollegen von Rat & Tat angesprochen. Er sagte mir, ich solle mich deshalb nicht grämen, das sei normal. Dahinter könnte sich Angst verbergen oder die bei seinem Klientel noch weit verbreitete Annahme, dass die heterosexuelle Welt immer noch mit Vorurteilen und Verurteilungen den Schwulen und Lesben gegenübersteht. Das legt sich mit der Zeit, so sagte er. Wenn sie erkennen, dass du ein toleranter und aufgeklärter Mensch bist, dann ändert sich das, so der Kollege. Er gab mir den guten Rat mit auf den Weg, weiterhin um Freundlichkeit den Nachbarinnen gegenüber bemüht zu sein, und ihnen zu zeigen, dass man von ihnen weiterhin die Rückgabe dieser Freundlichkeit erwartet. Das sind Lernprozesse, so sagte er. Das kommt schon noch! Immerhin, so der Kollege weiter, sind die gesellschaftlichen und rechtlichen Prozesse und Ergebnisse im Hinblick auf die Tolerierung und Gleichstellung der Schwulen und Lesben in Deutschland noch relativ jung. Da hätten wir alle noch viel zu lernen. Schau‘ dir Russland an, wo nationalchauvinistische Faschisten nach wie vor gegen die Schwulen und Lesben vorgehen. Oder, so mein Berater weiter, schau‘ dir Polen an, wo die katholische Staatskirche es sich nach wie vor erlauben kann Schwule und Lesben zu verachten und zu diskriminieren! Na ja, denn bin ich ja beruhigt. Danke Kollege. Sei gegrüßt!

Was bedeutet das nun für mich und für unsere herrliche Horizontale Siedlungsgemeinschaft?

Ich fahre jetzt erst einmal nach Köln und besuche meine früheren schwulen Kollegen aus der Verbandsarbeit. Die herrliche Horizontale Siedlungsgemeinschaft will ich aber trotz der tröstenden Worte meines ehemaligen Kollegen von Rat & Tat über kurz oder lang verlassen. Möglicherweise werde ich wohl wieder dort landen, wo ich herkomme. Bei den Vertikalen. Gustav-Radbruch-Str. 17., 6.Stock, Neue Vahr Nord.

Uli Pelz

 

 

 

 




Herzliche Glückwünsche               Herzliche Glückwünsche

Geburtstag

24. Mai 2019 

keine Meldungen / keine Einladungen / keine Erdbeertorte mit Sahne



 

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im 7-Tages-Rythmus 

JAHRGANG 2019   - 24. Mai  2019

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