Heute
Der 25.April 1974 in Portugal
Nelkenrevolution
Martin Brink, ein ehemaliger Soldat des Jagdbombergeschwader 36 aus Rheine in Westfalen, dem Ort, aus dem übrigens auch mein ehemaliger betrügerischer Buchhalter Heinrich S. stammte, berichtet in seinem Erinnerungsbuch (Selbstverlag) “ Die Steineiche, die ihr Alter nicht mehr weiß” von seinen Erlebnissen in Portugal 1974. Er war damals als Soldat und Rechnungsführer an den Luftwaffenairport Beja im Alentejo, der von der Deutschen Luftwaffe alternativ genutzt wurde, abgeordnet.
Er schreibt, dass die klimatischen Bedingungen damals anders waren als in
Deutschland. So sollen bereits im März Temperaturen von bis zu 30 Grad nicht ungewöhnlich gewesen sein, und die Sonne, so berichtet er “schien unaufhaltsam”. Weiter heißt es in dem Bericht von Brink: “Zudem waren wir 1974 einer Cholera-Epidemie ausgesetzt, die insbesondere in städtischen Gebieten, wo die sanitären Bedingungen oft unzureichend waren, zum Anstieg von Erkrankungen führte.” Eine weitere Einschränkung, so erinnert sich Brink, war 1974 die Wasserknappheit in Portugal. Damals ein bedeutendes Thema, das stark mit den politischen und wirtschaftlichen Veränderungen des Landes verbunden war, so der Autor. “Infrastrukturen waren veraltet und und es mangelte an Investitionen in die Wasserwirtschaft und bewirtschaftung. So waren die Versorgungszeiten mit Wasser auf die Morgen- und Abendstunden beschränkt. Man musste also tagsüber zum Kochen, Spülen, Waschen und für die Toilette Wasser bevorraten.”
WIKIPEDIA:
“Portugal war unter der Diktatur des António de Oliveira Salazar
das ärmste und rückständigste Land Westeuropas. Die große Masse der Bevölkerung wurde bewusst in Armut und Unwissenheit gehalten, um den Portugiesen die „Übel der Moderne zu ersparen“. Die vierjährige Grundschule für das Volk verstand Salazar als Zugeständnis. Über ein Drittel der Bevölkerung bestand aus Analphabeten. Zudem gab es keine freien Gewerkschaften, sondern nur berufsständische Organisationen, und die Entwicklung von Industrie, Tourismus und Bildungswesen wurde bewusst behindert.”
25 Jahre nach seinem Dienst in Portugal, es muss rechnerisch das Jahr 1999 gewesen sein, besucht Brink noch einmal in Begleitung seiner Frau (oder war jemand anders?) Portugal. Er beschreibt eine unvergessliche Zugfahrt von Lissabon an die Küste Portugals“ Eine Zugfahrt, die uns immer in Erinnerung bleiben sollte. Denn mit Erreichen des Ortes Grandola begannen alle portugiesischen Zuginsassen auf Kommando und wie von einem virtuellen Chorleiter angeleitet, zunächst leise das Befreiungslied “ Grandola, Vila Morena...” anzustimmen, um es immer lauter werdend, mit Inbrunst und der rechten Hand am Herzen weiterzusingen.”
Songtext zu Grândola, Vila Morena
Grândola1, vila morena
Terra da fraternidade
O povo é quem mais ordena
Dentro de ti, ó cidade
Dentro de ti, ó cidade
O povo é quem mais ordena
Terra da fraternidade
Grândola, vila morena
Em cada esquina um amigo
Em cada rosto igualdade
Grândola, vila morena
Terra da fraternidade
Terra da fraternidade
Grândola, vila morena
Em cada rosto igualdade
O povo é quem mais ordena
À sombra duma azinheira
Que já não sabia sua idade
Jurei ter por companheira
Grândola a tua vontade
Grândola a tua vontade
Jurei ter por companheira
À sombra duma azinheira
Que já não sabia sua idade
War was gewesen?
Kurze Historische Abhandlungen über die Zeiten seit Erfindung der Weltkugel
Heute Thema:
Der 30.März
in der älteren und jüngeren Weltgeschichte
Am 30. März 1912, als der spätere Radebeuler Schneidermeister Herbert Pelz gerade man soeben 4 Jahre alt ist, stirbt der Schriftsteller Karl May ebenda, in Radebeul bei Dresden. May schrieb insgesamt über 70 Bücher, die in 46 Sprachen übersetzt wurden und eine Gesamtauflage von rund 200 Millionen Exemplaren erreichten. Der Radebeuler Schneidermeister versuchte dann in den späteren Jahren, seinen 4 Kindern das Lesen der Karl-May-Bücher beizubringen – allerdings vergeblich. Die literarischen Bildungslücken versuchten die Kinder später durch das Lesen von Tarzan- und Akim-Heften, durch den Besuch von Wildwest-Filmen mit Audy Murphie und John Wayne zusammen mit dem Knecht Alfred in den Achimer Kinos Corso und Odeon, durch das intensive autodidaktische Studium des Schachspiels und des Murmelspiels, sowie durch das Spielen mit den von der Mutter, die ja ebenfalls Schneiderin war, gestrickten und geschneiderten Puppen zu kompensieren. Das alles war wohl Ursache dafür, dass die Kinder des Schneidermeisters und der Schneiderin bildungsmäßig eher auf Mittelschulniveau blieben und den Gang auf die Gymnasien und hin zum Abitur verpassten. Sie lasen dann später doch Karl May und fanden so den 2.Bildungsweg zu Akademischen, oder sagen wir mal zu Halbakademischen Berufen.
Am 30. März 1990 weist die Staatssicherheit der DDR die schnelle Vernichtung von Akten über Spionage im Westen an. Zwischen 1949 und 1989 hatte das MfS rund 12.000 Bürger aus der Bundesrepublik als Spione angeworben. Einer der bekanntesten war der "Kanzleramtsspion" Günter Guillaume. Die Auslandsspionage gehörte zur Hauptverwaltung Aufklärung (HVA). Die Spionage-Abteilung löst sich nach dem Mauerfall selbst auf und fast alle Akten werden vernichtet. Wochenlang laufen Reißwolf und Papiermühlen auf Hochtouren. Gleichzeitig zerreißen Stasi-Mitarbeiter die übrigen Akten bis zur Unkenntlichkeit.
Seit Anfang der 1990er-Jahre werden die zerrissenen Akten rekonstruiert, die von DDR-Bürgern bei der Erstürmung der Stasi-Zentralen sichergestellt wurden. Übernommen hatte das zunächst das Stasi-Unterlagen-Archiv, seit 2021 werden die Akten im Bundesarchiv in Koblenz gelagert. Das Material füllt insgesamt 16.000 Säcke."
Quelle: MDR / Fernsehen / Geschichte
30.März 1991: Ausgrabungen im Schmachtenhagener Forst
Am 30. März 1991 finden Soldaten der NVA bei Ausgrabungen im Schmachtenhagener Forst in Brandenburg ein Massengrab. Darin vermutet man die Überreste von ungefähr eintausend Häftlingen des ehemaligen sowjetischen Speziallagers Sachsenhausen. Das Lager war während des Zweiten Weltkrieges eines der vielen Konzentrationslager in Deutschland gewesen.
Am 30. März 2012 gewinnen die Paarläufer Aljona Savchenko und Robin Szolkowy zum vierten Mal einen WM-Titel im Eiskunstlauf.
Ja, und? War sonst noch was gewesen ? Gab es z.B. Geburtstage, die eine weltgeschichtliche Relevanz hatten? Ja, gab es, hier die Liste der Geburtstagskinder am 30.März:
1671: Christine Luise von Oettingen-Oettingen, Herzogin von Braunschweig-Wolfenbüttel und Fürstin von Blankenburg
1757: Sophie Piper, schwedische Hofdame 1798: Luise Hensel, deutsche Dichterin
1818: Friedrich Wilhelm Raiffeisen, deutscher Sozialreformer und Kommunalbeamter, Namensgeber der
genossenschaftlichen Raiffeisenorganisation
1853: Vincent van Gogh, niederländischer Maler und Zeichner, Mitbegründer der modernen Malerei 1856: Dora Hitz, deutsche Malerin 1865: Alma Sorben-Rottock, deutsche Malerin
1891: Josefa Berens-Totenohl, deutsche Schriftstellerin, Malerin und Lehrerin 1900: Santos Urdinarán, uruguayischer Fußballspieler 1905: Albert Pierrepoint, britischer
Henker 1917: Els Aarne, estnische Komponistin 1924: Traute Richter, deutsche Schauspielerin
1927: Egon Günther, deutscher Filmregisseur und Schriftsteller 1941: Kurt Pfammatter, Schweizer Eishockeyspieler
1942: María del Carmen Aquino, uruguayische Schriftstellerin und Journalistin 1947: Jürgen Fliege, deutscher evangelischer Theologe, Publizist und Talkshowmoderator ...
1949: Lene Lovich, US-amerikanische Sängerin und Songschreiberin 1952: Mikko Huhtala, finnischer Ringer 1957: Jelena Wladimirowna Kondakowa, russische Kosmonautin 1961: Carsten Meyer-Heder, deutscher Politiker und IT-Unternehmer
1964: Tracy Chapman, US-amerikanische Sängerin und Songschreiberin 1964: Rüdiger Hoffmann, deutscher Kabarettist und Musiker 1968: Céline Dion, frankokanadische Popsängerin 1977: Natallja Laurynenka, belarussische Ruderin 1982: Tom Sack, deutscher Kunstfälscher 1988: Danijar Jermekowitsch Achmetow, kasachischer Eishockeyspieler
1997: Vera Tschurtschenthaler, italienische Skirennläuferin 2001: Giovanni Franzoni, italienischer Skirennläufer
Quelle: WIKIPEDIA
Heute
März 1947
Als im März 1947 Marschall Chiang Kai-shek das Amt des chinesischen Ministerpräsidenten übernommen hatte, und es erstmals erlaubt war, zwischen der amerikanischen und der britischen Zone interzonale Telefongespräche zu führen, und als in der UdSSR Nikolai A. Bulganin das Verteidigungsministerium von Josef W. Stalin übernommen hatte, und außerdem in Leipzig die Ausstellung „Bücherei der Emigration“ in der Leipziger Deutschen Bücherei eröffnet worden war, und darüber hinaus in der UNO der sowjetische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Andrei A. Gromyko, den USA vorgeworfen hatte, einen Monopolanspruch auf Atomkraft erhoben zu haben, und als in Bremen von der Bremer Bürgerschaft ein Gesetz über die Errichtung einer Landeszentralbank von Bremen erlassen worden war, und, kaum zu glauben,
In Italien erstmals seit 23 Jahren in Venedig wieder der traditionelle Karneval gefeiert worden war - die faschistische Regierung von Benito Mussolini hatte ihn verboten – und als in Berlin im Rahmen des 1. Deutschen Frauenkongresses für Frieden der Demokratische Frauenbund gegründet worden war und die parteilose Annemarie Durand-Wever zur 1. Vorsitzenden gewählt worden war, und die Mannschaft des SC Riessersee gegen die Vertretung von Berlin-Eichkamp 10:1 im Endspiel um die inoffizielle Deutsche Eishockey-Meisterschaft gewonnen hatte, und als in Bayern aus dem Armeelager Pocking 6.000 Flugzeugreifen durch die Militärregierung Bayern für landwirtschaftliche Anhänger freigegeben worden war, und als in Bayern der bayerische Unterrichtsminister Aloys Hundhammer für die Prügelstrafe in den Volksschulen eingetreten war, und in weiten Teilen Europas das einsetzende Tauwetter zu schweren Überschwemmungen geführt hat, von denen Deutschland besonders betroffen war, und wenn auch nebensächlich, in Württemberg-Baden einstimmig Wilhelm Simpfendörfer erneut zum Parteivorsitzenden der CDU in Württemberg-Baden gewählt worden war, und als in Frankfurt am Main für den Wiederaufbau der Frankfurter Paulskirche der erste Spatenstich erfolgt war, und darüber hinaus Papst Pius XII. anlässlich des 1400. Todestages von Benedikt von Nursia die Bedeutung des Heiligen in der Enzyklika „Fulgens radiatur“ unterstrichten hatte, und als in den USA unter der Leitung des Chefs der Bundespolizei (FBI), John Edgar Hoover, in den Vereinigten Staaten die Einleitung einer Säuberung des Verwaltungsapparates von „unamerikanisch gesonnenen Personen“ erfolgt war, und als in Indien der neue Vizekönig von Indien, Lord Louis Mountbatten, in der Durbar Hall feierlich inthronisiert worden war, und an der Oder der Bruch mehrerer Dämme zur Überschwemmung großer Gebiete geführt hatte, so dass mehr als 20.000 Menschen evakuiert werden mussten, und als in Bremen 1947 Die Bremische Bürgerschaft Friedrich Aevermann (SPD) zum Senator für die Befreiung vom Nationalsozialismus und Militarismus gewählt hatte, und als in Großbritannien, in Glyndebourne, die Oper „Albert Herring“ von Benjamin Britten zur Uraufführung gelangte,
...in diesem März im Jahre 1947 also beschlossen der Schneider Herbert Pelz aus Radebeul in Sachsen und die Schneiderin Hilda Pelz, geborene Haack, aus Domnau in Ostpreußen, in der Britischen Besatzungszone ein zweites Kind in der beengten Flüchtlingswohnung bei den freundlichen Bauern in Oytermühle / Bockhorst, von denen sie freundlich aufgenommen worden waren, 1 Zimmer unter dem Dach des Hofgebäudes, zu zeugen. Es sollte ein gesundes Kind werden, nachdem der erste Sohn Herbert, der im Januar 1944 in Ostpreußen geboren wurde, als Baby auf der Flucht im eisigen Winter gravierende Krankheiten davontrug, die er 19 Jahre lang bis zu seinem Tod im Jahre 1963 erleiden musste. Die Gelegenheit im März 1947 für eine körperliche Vereinigung der Damen- und Herrenschneider war günstig. Der kranke erste Sohn war wieder einmal in der Krankenanstalt, der Opa des Hofes war mit dem Pferdewagen zum Torfholen zum Moor bei Posthausen unterwegs, die Oma war im großen Bauerngarten mit dem Herrichten für den Frühling beschäftigt, der Bauer selbst war auf der anderen Seite der B75 in den Wiesen mit den Milchkühen am Gange, und die Bäuerin war wieder einmal mit dem Melkerfahrrad unterwegs zu ihrer Schwester in Breitenmoor. Die beste Gelegenheit also für die beiden Flüchtlinge, sich ungestört der weiteren Familienplanung hinzugeben. Und siehe da: das Projekt war erfolgreich. Denn 9 Monate später, im November 1947, erblickte im Bremer Krankenhaus der zweite Sohn des sächsisch-ostpreußischen Flüchtlings-Paares das Licht der Welt. Ein kräftiges Baby, das sie bereits im Krankenhaus auf den Namen Ulrich eintragen ließen. Über den verflixten historischen Werdegang des zweiten Sohnes soll später hier in dieser Historien-Serie berichtet werden.
"Ich schlafe nie: Ich lebe und träume, oder genauer, ich träume im Leben und im Schlaf, der gleichfalls Leben ist.
In meinem Bewusstsein gibt es keine Unterbrechung: Ich nehme war, was mich umgibt,
solange ich noch nicht schlafe oder solange ich nicht gut schlafe, und beginne zu träumen, sobald ich wirklich schlafe "
Fernando Pessoa, Portugiesischer Dichter, Quelle: Das Buch der Unruhe , 342, 2.5.1932
DER BUNTENTOR'SCHE DEICHWÄCHTER DAS LITERATURCABUFF197 IN DER BREMER NEUSTADT THE GAUL STORMY
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Die Herausgeber
Ulli Pelz & Josef Fellstein
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Tiedemann & Isenbarth